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„LA GUITARRA“

Im Erler Festspielhaus 88 Tasten auf sechs Saiten reduziert

Anja Lechner (Cello) und Pablo Márquez vermählten die Klänge ihrer Instrumente.
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Anja Lechner (Cello) und Pablo Márquez vermählten die Klänge ihrer Instrumente.
  • VonRainer W. Janka
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Ein Doppelkonzert gab’s beim Gitarrenfestival „La Guitarra“: Der Gitarrist Pablo Márquez und die aus Neubeuern stammende Cellistin Anja Lechner gestalteten vornehmlich mit Schubert den ersten Teil, das Gitarren-„Trio Elogio“ (Petrit Çeku, Pedro Ribeiro Rodriques, Tomislav Vukšic) mit Beethoven und Schubert den zweiten Teil.

Erl – Klassik also für Gitarren eingerichtet, der Klavierklang von 88 Tasten war reduziert auf sechs Saiten, aber die Musik wurde dadurch nicht vermindert.

Das ergab in Summe ein Fest des Feinsinns, ein Zauber der Zartheit, eine Orgie der Dezenz. Alle spielten unverstärkt. Kaum wagte man zu atmen, um nichts an Klangreichtum und subtiler Klangveränderung zu verpassen.

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Die Klänge von Gitarre und Cello im ersten Teil vermählten sich aufs Beste miteinander. Bei den sieben Schubert-Liedern sang das Cello von Anja Lechner so klar, absolut schlackenlos rein und innig-schmelzend, dass man meinte, den zurzeit besten Liedsänger Christian Gerhaher ohne Worte singen zu hören. Jede Harmonieveränderung machten die Beiden zum Ereignis. Die Gitarre umspielte duftig-zart das singende Cello mit seiner unendlichen Anzahl von Klangfarbschattierungen: Kann ein Piano so süchtig machen?

„Der Leiermann“ aus der „Winterreise“

Erschreckend eisig, trostlos und angstverloren am Ende dieser Liederfolge kam dann „Der Leiermann“ aus der „Winterreise“, bei dem Anja Lechner unheimlich fahle schabende Klänge produzierte.

Die Kunst des Cellospiels mit Zweistimmigkeit, Akkordbrechungen, Flageolett und Wurfbogen zeigte Lechner dann in einem Präludium von Carl Friedrich Abel, während Márquez ein melancholisches argentinisches Lied von Astor Piazzolla auf einen Text von Jorge Luis Borges spielte. Am Schluss stand die Sonata für Cello und Gitarre des brasilianischen Komponisten Radamés Gnattali, in der Gitarren-Flageoletts und Cello-Pizzicati zu farbreichen Klangsphären verschmolzen.

Das Trio Elogio hatte sich ganz den Arrangements (Petrit Çeku) klassischer Musik verschrieben: Beethovens Klaviersonate in D-Dur op. 28, überschrieben die „Pastorale“, klang jetzt noch pastoraliger, intimer, feinnerviger, idyllisch-bukolischer, auch wenn die Gitarristen durchaus die widerborstigen Akzente und Synkopen kräftig zupfend betonten. Ein großer Reichtum an klar durchgehörten Feinheiten und Anschlagsvariationen entstand so.

Unendlicher Feinsinn

Während sich das Prélude op. 23, Nr. 4 von Rachmaninoff schön in den Gitarrenklang einschmiegte, ließ das bekannte Prélude op. 23 Nr. 5 („Alla marcia“) es doch an pianistisch-stählerner Wucht fehlen.

Unendlicher Feinsinn dann und Klangsubtilität dann bei den vier Impromptus D. 899 von Schubert, mit viel Gefühl für dynamische Schwellungen, dramaturgische Vorbereitungen und dann das endgültige Eintreten des jeweiligen Themas.

Bei so viel Feinsinn stellte sich aber irgendwann das Gefühl der Hör-Übermüdung ein, weil immer dieselbe Stimmungslage herrschte. So waren die zwei Zugaben von Manuel de Falla, die alle fünf Musiker zusammen spielten, ein abwechslungsreiches Ende.

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