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Edita Gruberova und Nürnberger Symphoniker mit "Schätzen des Belcanto" im Kuko

In himmlischen Sphären

Weltstar Edita Gruberova begeisterte das Rosenheimer Publikum. Foto  Füchtner
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Weltstar Edita Gruberova begeisterte das Rosenheimer Publikum. Foto Füchtner

Dass Edita Gruberova nach ihrem fulminanten Gastspiel im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum noch einmal mit lächelndem Charme auf die Bühne trat, damit ihre Fans die Möglichkeit zum Fotografieren hatten, machte die Königin des Belcanto besonders sympathisch. Da präsentierte sich ein Weltstar, der Starallüren nicht nötig hat.

Für die Liebhaber der italienischen Oper war es ein großes Glück, dass Edita Gruberova den Weg nach Rosenheim gefunden hatte. Zusammen mit den Nürnberger Symphonikern trat die gefeierte Sopranistin im fast ausverkauften großen Konzertsaal unter dem Titel "Schätze des Belcanto" mit Arien von Gaetano Donizetti und Vincenzo Bellini auf. Das Orchester rahmte die einzelnen Arien nicht nur mit schwungvollen Ouvertüren ein, sondern begleitete die Partien der Gruberova mit einem immer wieder ausdrucksvollen, harmonisch einfühlsamen Spiel.

Nach Rossinis Ouvertüre zum "Barbier von Sevilla", die das Orchester bereits mit geschmeidiger Leichtigkeit, beschwingter Akkuratesse und spürbarer Spielfreude interpretierte, sang Edita Gruberova entgegen der Programmankündigung aus Donizettis Oper "Linda di Chamounix" die Arie "O luce di quest'anima". Die gebannten Zuhörer waren schon in dieser überaus schwierigen Partie von ihrem fließenden, ausdrucksvollen Belcanto fasziniert. Welch eine stimmliche Präsenz, welch nachtigallengleiche Töne auch in den höchsten Lagen! Wunderbar anzuhören war das melodisch zarte Duett Gruberovas mit der Flöte, ein subtiler, echoartig erklingender Dialog, der die Herzen der Hörer bezauberte.

Wiederum leicht und souverän, intensiv im Ausdruck, mal wuchtig-dramatisch, dann wieder lyrisch leicht und schwebend, erklang die Ouvertüre zu Donizettis "Don Pasquale". Da stimmte jeder Einsatz, da gelang eine spielerische Präzision, die beglückte. Peter Valentovic dirigierte sein Orchester souverän auch in der sogenannten "Wahnsinnsszene" aus "Lucia di Lammermoor", in der Edita Gruberova einmal mehr ihren hoch differenzierten, glockenreinen Gesang demonstrierte. Erst vorsichtig verhalten, in kaum hörbarem Piano, dann plötzlich mit eruptiver Dramatik und kraftvollem Crescendo, entfaltete sich erneut Gruberovas vollendeter Ausdrucksreichtum. Nach der Ouvertüre von "Roberto Devereux" mit der feierlich getragenen Melodie der englischen Nationalhymne, den jagenden Streichern und dunklen Trommelwirbeln sang, ja spielte die Gruberova die Arie "Duchessa alle fervide preci...". Im Kopf des Hörers entstanden Bilder einer einsamen, leidenden, verzweifelten Frau, die dennoch dem Leid tapfer trotzt und standhält.

In Bellinis "Il Puritani" brillierte "die" Gruberova mit der Arie "Qui la voce". Wiederum sah man vor dem geistigen Auge farbkräftige Bilder, denen die Sängerin mit ihrer melodisch weichen, kristallklaren Stimme einen lebendigen Ausdruck verlieh. Prachtvolle Koloraturen kennzeichneten die seelenvolle Arie "Sono all'ara" aus "La Straniera" von Bellini. Da fühlte sich der Zuhörer gleichsam gehoben in himmlische Sphären. Was für ein betörender Genuss!

Minutenlang spendeten die Zuhörer dankbar-glückserfüllt im Stehen Beifall. Danach gab es noch zwei Zugaben, darunter die berückende Arie der Liu aus Puccinis "Turandot".

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