Ausstellung "Kammermusik der Malerei - Stadtlandschaften" von Andreas Mattern in der Galerie Pia Arce

Hauptsache lebendig

"Sung Nam" in Korea, Aquarell von Andreas Mattern. Foto jacobi
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"Sung Nam" in Korea, Aquarell von Andreas Mattern. Foto jacobi

"Es geht nicht um das "Richtig", sondern um das "Lebendig" in meinen Bildern, sagt Andreas Mattern und seine "Stadtlandschaften" belegen, was der Künstler damit meint. Er zeigt sie bis zum 30.

Mai in der ersten Ausstellung des Jahres 2014 in der Galerie Pia Arce in Stephanskirchen.

Die Galeristin freute sich, zur Eröffnung auch über die verstärkte Dozententätigkeit der zugehörigen Kunstakademie "La Cuna del Arte" ("Die Wiege der Kunst") mit breitgefächertem großem Kursangebot berichten zu können. Andreas Mattern ist einer der Dozenten, und wer seine Bilder sieht, ist sogleich fasziniert, wie er mit seiner Aquarellmalerei alles unvoreingenommen beiseite schiebt, was üblicherweise damit verbunden ist. Diese Regeln interessieren ihn nicht. "Die Kammermusik der Malerei" hat der Künstler die Präsentation der 56 mal 80 Zentimeter großen Bilder in Quer- oder Hochformaten genannt. Dazu meint er: "Es gibt große Oper und Symphonien und natürlich die Kammermusik." Riesige Formate sagen schließlich nichts über die Qualität der Arbeiten aus. "Unplugged" ist daher Andreas Matterns bildnerische Sprache.

Der Künstler sucht bei der Auseinandersetzung in seinem kreativen Tun das Neue, das Verändern, die Vereinfachung. Welche Städte er auch immer erwählt in seiner Motivsuche, sei es die Baustelle der Elbphilharmonie in Hamburg, das Neue Rathaus in Leipzig, das historische Regensburg, Sung Nam in Korea, Freiburg oder New York, wesentlich ist für Andreas Mattern auf jeden Fall, dort gewesen zu sein. Er malt daher sehr oft direkt am Ort, manches Mal aber auch nach den Fotografien, die er in den Städten gemacht hat. Nur so gelingt ihm die Authentizität. Er hat die Atmosphäre wahrgenommen, das ganze Spektrum eines Platzes, einer Straße und natürlich insbesondere das Licht, ob nun taghell oder in der Dämmerung, ob von Sonne, Dunst, Mond oder künstlichen Beleuchtungen. Die kühlen Blautöne des frühen Morgens und die warmen Farben des späten Nachmittags hat der Maler. in Venedig bei zwei sich gegenüberliegenden Motiven Bild bestimmend umgesetzt. Spontan, immer gleich in größtem Risiko, in einer Form der Improvisation und ohne Vorzeichnung, aber mit zeichnerischem Talent und der Bildidee im Kopf, entstehen seine Bilder.

Auch wenn Andreas Mattern ausschließlich mit Aquarellfarben arbeitet, so ist die Wirkung seiner Malweise absolut individuell. Die "Yellow caps" New Yorks können im Vordergrund dominieren, oder die Spiegelungen von Gebäuden im Fluss oder der Lagune, Treppen, die zu einer Brücke führen, oder Holzpfähle als Ankerplätze für venezianische Gondeln. Strommasten und ihre Drähte oder auch einfach feine schwarze Linien durchpflügen die Kompositionen. Dunkle Silhouetten von Passanten beleben bisweilen das städtische Szenario. Betrachtet man einzelne Partien seiner Stadtlandschaften in der Nähe, entdeckt man staunend die abstrakten Elemente. Pink ist zur Zeit die Lieblingsfarbe des Künstlers und er verwendet sie partiell, großzügig oder setzt sie kühn und gelungen als verwischten Fleck auf das Papier.

Andreas Mattern malt draußen bei jedem Wetter, verwendet viel Farbe, auch viel Wasser und nimmt sich alle Zeit für die nötigen Trocknungsprozesse zwischen dem Farbauftrag. Bis zu sieben Schichten liegen manches Mal übereinander. Immer bewahrheitet sich die Priorität des Lebendigseins in den Bildern. Nicht schön müssen sie sein, sondern interessant. "Meine Bilder darf man verstehen" sagt der sympathische Künstler.

Geboren wurde Andreas Mattern 1963 in Schwerin. Von 1984 bis 1986 besuchte er die Grafikschule Schwerin und 1992 eine Sommerakademie in Italien. Studienreisen führten ihn in die Türkei, nach Schweden und Italien. Er ist Mitbegründer der Druckwerkstatt K-02 und seit 2004 Mitglied im Berufverband Bildender Künstler Berlin und im Netzwerk Druckgrafik e.V. Seit 2005 übt er Dozententätigkeit an diversen Akademien aus. Er betreibt rege Ausstellungstätigkeit in ganz Europa und Korea. Andreas Mattern lebt und arbeitet in Berlin.

Zwischen dem 11. und dem 23. Juni 2014 wird Andreas Mattern mit sieben weiteren Künstlerkollegen, alle dem "Watercolorclub" zugehörig, an außergewöhnlichen Standpunkten in Rosenheim verschiedene Motive in Aquarellmalerei festhalten. Zwischen 16 und 17 Uhr sind dann jeweils die unterschiedlichen Arbeiten eines Tages in den Räumen der Galerie Pia Arce zu sehen. Am 8. Oktober werden dort auch alle Werke in einer Ausstellung präsentiert.

Die Ausstellung "Kammermusik der Malerei - Stadtlandschaften" von Andreas Mattern in der Galerie Pia Arce in Stephanskirchen-Ziegelberg ist von Dienstag bis Freitag von 10 bis 14 Uhr geöffnet und dauert bis zum 30. Mai.

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