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Konzert in der Aschauer Pfarrkirche

Harfenistin und Organistin überzeugen mit perfekter Harmonie

Anastasia Igoshina (links) und Anna Voronova studieren beide in Graz.
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Anastasia Igoshina (links) und Anna Voronova studieren beide in Graz.
  • VonElisabeth Kirchner
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Harfe und Kirchenorgel sind eine spezielle Konzertbesetzung, für die es nur wenige Werke gibt. Unsere Autorin war von dem Konzert in der Aschauer Pfarrkirche aber so begeistert, dass sie sich ein solches Programm häufiger wünscht.

Sachrang – Eine ungewöhnliche Besetzung - Harfe und Kirchenorgel - und ein außergewöhnliches Programm mit Werken vom Gustav Mahler (1860-1911), Camille Saint-Saëns (1835-1921), Marcel Grandjany (1891-1975) und Valery Kikta (geb.1941) - das versprach Spannung, Magie und Überraschungen. Und die gab es reichlich.

Zwei Freundinnen musizieren gemeinsam

Harfenistin Anna Voronova und Organistin Anastasia Igoshina - die beiden Freundinnen studieren in Graz - spielten auf Einladung des MusikForums Sachrang in der Aschauer Pfarrkirche. Glänzende Empfindsamkeit, Feinfühligkeit, dynamische Ausdruckskraft und technisch-fabelhaftes Zusammenspiel zog sich wie ein roter Faden durch das ganze Konzert. Ein großes Hör- und Bildkino mit Orgel und Harfe. Eine ungemein reizvolle Kombination, die sich (leider) nicht allzuoft in der Musikliteratur findet. Marcel Granjany, französischer Harfenist und Komponist, beschenkte diese Duo-Besetzung mit der „Aria in classical style“ und Harfenistin und Organistin überzeugten mit perfekter Harmonie.

Französische Romantik-Pfade

Mit der Rhapsodie No 3 für Harfe und Orgel von Saint-Saëns begab sich das Duo auf französische Romantik-Pfade, meditativ, sehr getragen, schwelgend, auch wenn man der Harfe im Klangmeer des orchestralen Orgelspiels manchmal mehr Durchsetzungskraft gewünscht hätte.

Klanglich ausgewogen dann wieder das „Adagietto“ in F-Dur aus Mahlers 5. Sinfonie: Hier prallten elegischer Schönklang und Polyphonie aufeinander, sanfte Melodieführung und immer wiederkehrende Vorhalte - auch wenn man das Stück kennt, war es das Zusammenspiel von Harfe und Orgel, das faszinierte. Im nachfolgenden Orgel-Solo-Stück gab Anastasia Igoshina die Burleske, ein Orgelsuite aus der Feder des ukrainischen Komponisten Valery Kikta, zum Besten: Heiter, übermütig und mit klanglich-überraschenden Einwürfen, beinahe klassisch anmutender Schlußkadenz und schrägem Schlußakkord. Ein großes Lob an die Registrandin Christine Klinger, die nicht nur hierbei, sondern auch bei allen anderen Werken stark gefordert war.

Die Fresken der Sankta Sophia

Mit bebilderten Klängen setzten „Die Fresken der Sankta Sophia in Kiew“, original für Harfe und Orchester von Valery Kikta komponiert, hier in der Version Harfe/Orgel, arrangiert von Hanna Horobets und der jungen Organistin, einen grandiosen Schlußpunkt. Seien es die melodisch-floral ausgeschmückten „Ornamente“, die „Possenreißer,“ die foppend und quirlig umherwirbelten, der bedrohliche „Kampf zwischen der Bestie und dem Reiter“ oder die kichernden und doch selbstbewussten „Töchter von Prinz Jaroslaw dem Weisen“ - selbst wer die Augen schloß, konnte sich die Fresken bildlich vorstellen.

Als Zugabe dann ein Duett von Johann Ladislaus Dussek (1738-1818) - Klassik auf leichte, frische, verspielte Art, und doch zurückhaltend inniglich.

Chapeau den beiden Musikerinnen. Selbst bei opulenter und berauschender Klangfülle der Orgel schwebten die Töne der Harfe lebendig und transparent im Raum. Klanglich neu und aufregend, ein solch spannendes Programm darf es ruhig öfters geben.

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