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Ausstellung in Stephanskirchen: Großflächiges mit Tiefenwirkung

Sonnenfinsternis (Acryl, Textil, Perlmutt).Kirchner
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Sonnenfinsternis (Acryl, Textil, Perlmutt).Kirchner
  • VonElisabeth Kirchner
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Stephanskirchen – „Heilige Nächte“, ein Triptychon auf knapp fünf Metern Länge, in dem sich der Abendhimmel orange-rosa verfärbt, und „Torso I“ und Torso II“, grell-bunte Pop-Art-Bilder mit Kleidungsstücken: Schon im Eingangsbereich lässt sich erahnen, dass sich Farben und Materialien mit kreativer leidenschaftlicher Energie entfalten werden.

Dazu noch der Titel der Ausstellung „Kosmopolit – Was bleibt vom Weltbürger übrig in Zeiten der Pandemie?“

Thomas Koch, der sich schon seit seiner Jugend mit der Malerei beschäftigt hat und 30 Jahre lang für ein großes Industrie-Versicherungsunternehmen in leitender Position tätig war, präsentiert sich mit poppig-bunten Bildern, bisweilen grell, dekorativ und dennoch tiefergehend.

Denn bei näherer Betrachtung der Werke erkennt man die Mehrschichtigkeit und die Komplexität der Bildersprache. Bei „Türkis“ dominieren gelb, türkis und bordeaux. Zudem nimmt man hier Textilreste mit Karomustern wahr, die trotz des Farbauftrags durchschimmern, dort sind es abgeschliffene Schleifscheiben, die gerade durch den Farbauftrag das Metallene, das Harte, verlieren. „Gioia“ (Freude) hingegen erinnert an das Kinderbuch „Die Raupe Nimmersatt.“ Lollies auf gelbem Hintergrund oder sind es Luftballons oder symbolisiert es einen verwunschenen Wald in untypischen Farben?

Torso (Acryl, Textil).

„Sonnenfinsternis“ verzerrt das Bild von der Sonnenfinsternis, denn statt Dunkelheit setzt der Künstler hier auf Farbe, während „Gekreuzigt“ erst im dunklen Raum seine Wirkung entfaltet. Bei Licht wirkt das Kreuz brutal, hart, erinnert in seiner Struktur und Mehrschichtigkeit an eine Echsenhaut und wirkt im Dunklen doch so anders. Freundlich, warm. Selbst der grüne Hintergrund beginnt zart zu leuchten. Am eindrücklichsten aber ist das Bild „Kosmopolit“: Auf sonnenblumen-gelbem Hintergrund erscheinen blau-graue Flächen, mit orange-roten Linien durchzogen.

Kosmopolit: mutig, kraftvoll und harmonisch.

Auf einer Leinwand sieht man das gleiche Werk in Schwarz-Weiß, auf dem Boden liegt eine vier Zentimeter dicke Eisenplatte, unverkennbar ein Abguss aus einer der Formen aus dem Bild. Das macht alles Sinn: das Bild als Zierde an der Wand und der Abguss als stählerner Raumteiler. Hier das 2D-Bild, dort in 3D die Skulptur – was bleibt vom Gelb des Bildes übrig? Was bleibt vom Kosmopoliten übrig in Zeiten der Pandemie?

Auf zwei Etagen werden großflächige Bilder gezeigt, die mit ihrem Farbreichtum und ihren unterschiedlichen Materialien positive Kraft und Energie ausstrahlen.

Die Ausstellung geht noch bis zum Sonntag, 17. Oktober. Sie ist täglich geöffnet von 10 bis 19 Uhr in der Galerie Pia Arce, Rohrdorfer Straße 180, Stephanskirchen.

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