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Zum Tod des Organisten und Orgelprofessors Franz Lehrndorfer

Ein großer Interpret und Lehrer

Franz Lehrndorfer
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Franz Lehrndorfer

Der Münchner Organist und Professor Franz Lehrndorfer ist vor kurzem im Alter von 84 Jahren in einer Münchner Klinik nach schwerer Kranheit gestorben. Als langjähriger Domorganist am Münchner Liebfrauen-Dom und Orgelsachverständiger der Erzdiözese München-Freising war der geborene Salzburger, der in Kempten aufgewachsen war, maßgeblich für den Bau der neuen Jann-Orgel im Dom zuständig.

Professor Lehrndorfer galt zeitlebens als ein äußerst gefragter Pädagoge. Seine Lehrtätigkeit bei den Regensburger Domspatzen begann er bereits 1951, noch während seines Meisterklassenstudiums an der Münchner Musikhochschule. Im Jahre 1957 ging er als erster Preisträger aus dem ARD-Wettbewerb hervor. 1969 wurde er schließlich als Leiter der Orgel- und Kirchenmusikabteilung an die Hochschule für Musik und Theater in München berufen. Diese Position hatte er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1993 inne. Während dieser Zeit unterrichtete er mehr als 100 Studenten. Viele seiner zahlreichen Schüler sind heute als Domorganisten, Professoren oder in anderen angesehenen kirchenmusikalischen Positionen tätig. Die Lehrndorfer-Schule wurde so zu einem Aushängeschild im In- und Ausland.

Franz Lehrndorfer war nicht nur ein exzellenter Interpret, der mit seiner schier unerschöpflich anmutenden Improvisationskunst das Publikum anlockte, er war auch eine Persönlichkeit, die durch inspirativen Ideenreichtum, gepaart mit großer menschlicher Ausstrahlung, Humor, Geduld, souveräner Ruhe und Herzenswärme bestach. Seine verständnisvolle, bescheidene und edle Gesinnung zeichnete ihn im Umgang mit Menschen aus. Neuzeitliche Komponisten wie Carl Orff oder Karl Höller, der als früherer Präsident der Münchner Musikhochschule im Chiemgau beheimatet war, und der berühmte Hindemith-Schüler und Münchner Hochschulprofessor Harald Genzmer, waren ihm stets hochachtungsvoll verbunden und schätzten die musikalische Genialität seiner Interpretationen. Vor allem sein beseeltes und ausdrucksstarkes Reger-Spiel wird wohl unübertroffen bleiben. Aufgrund seiner großen Verdienste wurden ihm zahlreiche staatliche und kirchliche Auszeichnungen zuteil, so das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, der bayerische Verdienstorden, sowie die Ehrendoktorwürde der Päpstlichen Hochschule für Musik in Rom.

Franz Lehrndorfer komponierte Messen, Lied - und Chorsätze, verfasste Bearbeitungen und schrieb Kompositionen für Orgel. Seine Einspielungen für Rundfunk und Schallplatte und seine hervorragenden Orgelinterpretationen aller Epochen haben seinen Namen weltweit berühmt gemacht.

Auch aus unserer Region gingen mehrere Lehrndorfer-Schüler und Enkelschüler hervor, wie der Freisinger Domorganist Hubert Huber, der Münchner Domorganist Hans Leitner, die Orgelprofessorin Marlene Hinterberger aus Feldkirchen-Westerham) und ihre Schüler Herbert Weß und Felix Spreng sowie Hans Stockmeier, Balthasar Baumgartner und Johannes Berger.

Professor Franz Lehrndorfer konzertierte immer wieder erfolgreich an den verschiedensten Orgeln in unserer Region. Seine letzten Münchner Konzerte spielte er noch im vergangenen Jahr in St. Michael und St. Bonifaz. Seinen zahlreichen Schülern bleibt, sein wertvolles musikalisches Vermächtnis gebührend weiterzutragen.

Seine Familie wählte für ihn folgenden sinnvollen letzten Spruch: "Zu Dir Herr, folgt er nun der Musik, die er mit Liebe in den Himmel sandte." rhi

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