Grenzgänger zwischen Natur und Kunst

Harald Puetz setzt sich in seinen Bildern mit dem Thema Licht auseinander.

Aschau – „Grenzgänger“ heißt die erste Ausstellung in diesem Jahr, die der Kunst- und Kulturverein zu Hohenaschau in diesem Jahr präsentiert.

Harald Puetz, der in München und Ligurien lebt und arbeitet, und der Süditaliener Franco Viola befassen sich in ihrer Malerei mit mediterraner Landschaft. Doch sie tun dies auf ganz verschiedene Art und Weise, was gerade den Reiz in diesem Mit- und Gegeneinander ausmacht.

Spuren von Licht

Puetz arbeitet mit den Mitteln diffizilster Farbsetzungen und lässt dabei ausdrucksstarke Lichtkompositionen entstehen. Mit seinem spezifischen Farbauftrag setzt er einzelne Streifen übereinander. Bei der Erzeugung dieser Farbspuren ergibt sich mal mehr, mal weniger eine Lichtwirkung. Die Farbspur verliert an Bedeutung, das Licht wird immer wichtiger und es entstehen Lichtspuren. Ohne Farbe ist Licht nicht sichtbar.

Puetz „spielt“ mit mehreren Farben, so in „Lichtspur Gelb-Cyclam über Umbra“. Das Umbra als Umrandung ist sehr dunkel, nicht weit vom Schwarz entfernt. Das Bild selbst weist Farbspuren in Gelb und Cyclam auf, die von links nach rechts intensiver werden. Die Aufmerksamkeit des Künstlers für das Phänomen „Licht“ zeugt aus dem Reichtum verschiedenster Farbtöne und basiert nicht zuletzt auf der immerwährenden Naturerfahrungen in der norditalienischen Landschaft. Mit den Abstufungen der Farbtöne und den horizonalen Linien von Hell bis Dunkel wirken die Motive räumlich.

Puetz setzt die Farbe auf der Leinwand, mal deckend mal lasierend, so präzise gekonnt ein, dass durch die feinen Übergänge der Eindruck einer physischen Lichtquelle entsteht. Sie wird durch die Erhöhung des Weißanteils in eine schier unendlich scheinende Helligkeit getrieben.

Ganz anders bei Franco Viola. Er verwendet ortsgebundene, natürliche Erdfarben, die holzschnittartig wirken. Die dunklen Farbstreifen sind plakativ. Die Balken könnten aus einem Fachwerkhaus stammen. Senkrecht und waagrecht angeordnet, wirken sie wie abstrakt vergittert. Landschaftliche Assoziationen sind gar nicht nötig. Ein paar, manchmal geknickte Balken stehen für eine Komposition, die zwischen Himmel und Erde eingespannt zu sein scheint. Wie Puetz hat auch Viola seine Eindrücke aus der italienischen Landschaft gewonnen.

Gemeinsam ist beiden Künstlern, dass sie Grenzgänger zwischen Natur und Kunst sind, die ihre Landschaftserlebnisse in Farbe und Form sehr unterschiedlich, doch gleich intensiv vermitteln.

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