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Auferstehungskirche Traunstein

Grassauer Bläser bieten faszinierendes „Banchetto musicale“

Das Grassauer Blechbläser-Ensemble in der Traunsteiner Auferstehungskirche hier im Altarraum mit Johann Schmuck, Wolfgang Diem und Christian Hörbiger, an der Truhenorgel Matthias Bertelshofer.
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Das Grassauer Blechbläser-Ensemble in der Traunsteiner Auferstehungskirche hier im Altarraum mit Johann Schmuck, Wolfgang Diem und Christian Hörbiger, an der Truhenorgel Matthias Bertelshofer.
  • VonChristiane Giesen
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Ein außergewöhnliches Musikerlebnis wurde in der Auferstehungskirche in Traunstein geboten: Ein Quartett der Grassauer Blechbläser spielte reine Barock- und Renaissancemusik auf alten Instrumenten. Dem Publikum wurde die historische Aufführungspraxis auf alten Instrumenten nahe gebracht.

Traunstein – Vor allem Zink – ein heute sehr selten verwendetes Blasinstrument, das wenige Menschen gut beherrschen, spielte Matthias Linke. Er hat nicht nur ein Trompetenstudium absolviert, sondern am Institut für alte Musik in Trossingen im Hauptfach Zink studiert.

Nahe der menschlichen Stimme

Im Konzert spielte er meist den „Krummen Zink“, zum Beispiel beim „Canzon non toni“ von Giovanni Gabrieli (1557 bis 1612) oder der Suite Nr. 1, Banchetto musical, von Johann Hermann Schein (1568 bis 1630). Merkmal der Zink sind enge Mensuren, also ein etwas engerer, auch leiserer Klang als bei modernen Instrumenten, aber dadurch der menschlichen Stimme näher, sodass sie sich gut für die Begleitung von Vokalmusik eignet. Matthias Linde brillierte aber auch auf der „stillen Zink“, die aus nur einem Holzteil gefräst ist. Der Klang ist noch leiser und weicher wie es beim „o magnum mysterium“ von William Byrd (1543 bis 1623) zum Einsatz kam.

Zu der Zink gesellte sich im Grassauer Blechbläserensemble Wolfgang Diem, Leiter der Grassauer Blechbläser seit 2004, mit der Altposaune, Christian Hörbiger, Landeskapellmeister des Salzburger Blasmusikverbandes, mit der Tenorposaune und Johann Schmuck, der zahlreiche Lehraufträge im In und Ausland inne hat, mit der Bassposaune. An der Orgel spielte der musikalische „Hausherr“ der Auferstehungskirche und Organisator des wunderbaren Konzerts, Matthias Bertelshofer.

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Er ist seit Sommer 2020 Dekanatskantor in Traunstein, nachdem er an der Hochschule für Musik und Theater in München Orgel und Trompete, Evangelische Kirchenmusik und Konzertfach Orgel studiert, den Posaunenchor von St. Markus in München geleitet hatte, der unter seiner Leitung beim neunten Deutschen Orchesterwettbewerb in Ulm den ersten Preis erspielte. Matthias Bertelshofer ist Referent und Chorleitungsdozent beim bayerischen Posaunenchorverband und bei verschiedenen Chören.

Kunst an der Rohlf-Orgel

Bertelshofer zeigte sein Können sowohl an der großen Rohlf-Orgel der Auferstehungskirche, die dem Klangideal des Barock nachempfunden und 1994 eingeweiht worden war als auch an der kleinen Truhenorgel im Altarraum, die ebenso die historische Stimmung intoniert.

Besonders schön war das beim letzten Stück des Konzerts bei „Echo“ von Hans Leo Hassler (etwa 1564 bis 1623) zu hören, bei dem wiederum alle Instrumente des Abends zu hören waren. Allein an der Orgel war Bertelshofer bei der Fuge in C von Dieterich Buxtehude (1637 bis 1707) zu hören.

Gutes Programmheft

Ein weiterer hervorzuhebender Vorteil des Konzerts, der zum Wohlbefinden des Publikums beitrug, war das sorgfältig zusammengestellte Programmheft, das nicht nur die Musiker zeigte, sondern die gespielten Stücke genau aufführte.

Zum Abschluss gab es viel Applaus, eine Zugabe und die Hoffnung der Besucher, häufiger solche Konzerte hören zu dürfen.

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