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VERDI, ROSSINI & CO.

Glühende Operngesänge im Immlinger Abendrot

Große Gefühle und südliche Leidenschaft: Beides gab es zuhauf beim Opernabend „O sole mio“.
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Große Gefühle und südliche Leidenschaft: Beides gab es zuhauf beim Opernabend „O sole mio“.
  • VonKirsten Benekam
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Unter dem Titel „S sole mio“ widmete sich auf Immling ein Galaabend mit sechs stimmgewaltigen Sängern der Sehnsucht nach dem Sommer und der intensiven Gefühlswelt der italienischen Oper. Dem Abend auf der Piazza vor dem Festspielhaus war ein glühender Sonnenuntergang beschieden.

Halfing – Wir kennen das: Es ist Sommer, aber statt eitel Sonnenschein herrscht Regenwetter. Da geht es uns wie 1898 dem neapolitanischen Komponisten Eduardo Di Capua, der aufgrundvon Kälte und Heimweh bei einer Russland-Tournee nicht schlafen konnte. Di Capua widmete der so schmerzlich vermissten Sonne ein Lied, das wohl jeder kennt: „O sole mio“ – „für meine Sonne“.

Sehnen nach der Sonne

Diesem Sehnen nach Sonne widmete das Immling-Festival einen ganzen Abend voller mediterraner Klängen. Und wie Intendant Ludwig Baumann verriet, sehnten sich die Macher des Opernfestivals seit 20 Jahren nach einem lauen Sommerabend für diesen Konzertabend.

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Endlich hatte Petrus ein Einsehen mit den vielen Gästen, den sechs Opernsängern, dem Duo Solemio (Sax, Flöte, Gitarre) und der Pianistin Kamilia Akhmedjanova, sodass ein Freiluftkonzert im Sonnenuntergang stattfinden konnte. Ein wirklich traumhafter Opernabend mit mitreißenden Werken unter anderen von Guiseppe Verdi, Gioacchino Rossini, Lucio Dalla, Ernesto de Curtis, Francesco Cilea und – als Ausflug in die Operettenwelt – Franz Lehárs „Dein ist mein ganzes Herz“. Ganz klar: Die sechs Sänger – Benjamin Bloomfield, Johannes Czernin, Peter Czernin, Linanghua Gong, Sergij Kostov und Jenish Ysmanov – müssen den Süden inhaliert haben. Das Publikum applaudierte begeistert nach jeder einzelnen Gesangsnummer. Die sechs Solisten besangen große Gefühle, Sehnsüchte oder schmerzvolle Enttäuschungen und hauchten damit der italienischen Opernliteratur neues Leben ein.

Die Dame gab den Ton an

Die einzige Dame, Kamilia Akhmedjanova, gab am Klavier den Ton an, begleitete, scherzte, dimmte die teils überschäumenden Gefühlsausbrüche der Herren oder fachte sie an, je nachdem. Sie hatte, so schien es, die Zügel in der Hand, „kommunizierte“ immer wieder mit kleinen, aber deutlichen Gesten – besonders Tenor Jenish Ysmanov, der sich mit komödiantischem Talent hervortat und überdies (fast) seine Einsätze verpasste.

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So bereicherte auch Bass Benjamin Bloomfield – gesanglich wie körperlich ein Titan – durch seine Auftritte das Schwärmerische um komische Elemente. Tenor Linanghua Gong überzeugte in zart-lyrischen Passagen, wie auch in stimmbandakrobatischem Einsatz bei Rossinis Arie „La danza“, in der er seine Stimme „tanzen“ ließ. In völliger Umkehrung kam die Aussage aus Paolos Tostis Arie „Non ti amo più“ („Ich liebe dich nicht mehr“) in Johannes Czernins wunderbar authentischer Interpretation rüber: Mit Schmelz und Gefühlstiefe eroberte er die Herzen der Zuhörer.

Stimmgewaltige Herren

Die gemeinsamen Gesangsnummern der stimmgewaltigen Herren erreichten schließlich mit „La donna è mobile“ aus Verdis Oper Rigoletto den Höhepunkt. Nach drei Zugaben und langanhaltendem Applaus wäre die so intensiv besungene Sonne Immlings am liebsten wieder aufgegangen. „Einer geht noch“, rief eine Dame aus dem Publikum, aber da war dann doch die Sonne am Immling-Horizont verschwunden. Ciao bella, ciao bella musica.

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