Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Das Gestein wird zu Farbe

„Zinnober Basalt“, Skulptur von Helmut Dirnaichner, Zinnober, Basalt, Pietra leccese, 2014.
+
„Zinnober Basalt“, Skulptur von Helmut Dirnaichner, Zinnober, Basalt, Pietra leccese, 2014.

Schweres wird zu Leichtem. Gestein wird zu Farbe.

Naturmaterialien erscheinen in der aktuellen Ausstellung der Galerie Markt Bruckmühl in einer völlig anderen, überraschenden Seinsform. Diese erstaunliche Transformation erreicht der Künstler Helmut Dirnaichner in seinen Werken. Unter dem Titel „Der blaue Flügelschlag“ gibt er den Besuchern dabei auch einen umfassenden Blick auf sein Schaffen mit Malereien, Objekten und Skulpturen aus fünf Jahrzehnten.

1942 wurde Dirnaichner in Kolbermoor geboren. Nach seinem Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München, folgten Stipendien, Workshops und Ausstellungen im Inland ebenso wie in vielen Ländern der Welt, unter anderem in Mexiko, dem ägyptischen Alexandria, Amsterdam, Budapest, Paris, New York, Hamburg, Bayreuth, ebenso in Mailand, Lecce und München. In letzteren Orten lebt und arbeitet Dirnaichner.

Erde und Steine

Für seine Arbeiten bevorzugt er Erde und Steine. Keine Materialien, die sich durch Leichtigkeit auszeichnen würden, sondern vielmehr durch Solidität und Härte. Letztere verspürt man in seinen Werken nicht. Möglich wird dies durch eine besondere Technik, die der Künstler ersonnen hat. Per Hand zerreibt und zermahlt er diese Grundsubstanzen. Die entstehende neue Form der Materie schöpft er dann in Zellulose.

Dabei nutzt Dirnaichner eine Fülle an Ausgangsstoffen, wie Lapislazuli, weißen Marmor, Flusskiesel, Sumpferde, Vulkanasche, Zinnober, Jaspis, Malachit oder sogar Wein. Leuchtendes Blau oder Grün gewinnt er dadurch, ebenso wie sattes Rot und profunde Erdtöne bis hin zu düsterem Schwarz – als Essenz der Natur, in ihrer Ursprünglichkeit. Mit diesem großen Reichtum komponiert der Künstler Werke von eindringlicher Farbigkeit, die durch die geschöpfte Zellulose eine besondere Oberflächenstruktur erhalten, eher an Stoff erinnernd, mit Unregelmäßigkeiten, die eine weitere Dimension hinzufügen.

Dirnaichners Naturbezug bedeutet jedoch nicht gleichzeitig Naturalismus in der Darstellungsweise. Die ist abstrakt in geometrischen Formen, mit farbigen Balken, Dreieck, Kreis, Ring oder Lancetten. Letztere setzt er gerne in vielteiligen Objekten ein, die Mobiles gleich eine hohe Luftigkeit, ein sanftes Schweben vermitteln, dabei je nach Lichteinfall immer neue Schattenspiele bewirken. Die Geometrie der Malereien gerät meist strenger, konzentrierter. Mit klaren Formen, auf die der Blick gelenkt wird, vermittelt sie eine angenehme Ruhe und Unaufgeregtheit, bis hin zur vollständigen Reduktion auf großen Flächen in einem Farbton. In den Titeln verweist Dirnaichner auf den Ursprung der Werke, die natürliche Quelle, die deren Erschaffen erst möglich werden ließ, die „Asche des Feigenbaums“, die „Feuerstelle“, „Apulische Erde“, „Vesuvio“, „Zinnober Basalt“ oder „Spanische Erden“.

Dadurch bekommt sein Werk einen archaischen Charakter, in dem Urelemente und der schöpferische Genius des Menschen aufeinandertreffen. Er bewirkt eine komplette Veränderung von solid zu weich oder behaut große Steinstelen und gibt ihnen Gestalt durch seine Kreativität.

Zu sehen sind die Werke von Helmut Dirnaichner in der Galerie Markt Bruckmühl, Sonnenwiechser Straße 12, jeweils mittwochs von 14 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Am Sonntag, 2. Juli, endet die Ausstellung ab 17 Uhr mit einer Finissage, bei der der Künstler selbst die Besucher durch die Galerieräume führt.

Kommentare