Bilder von Petra Schunk in Bad Aibling

Fülle des Lebens

Aus der Reihe "Allegria" von Petra Schunk, Mischtechnik auf Leinwand. Repro fischer
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Aus der Reihe "Allegria" von Petra Schunk, Mischtechnik auf Leinwand. Repro fischer

Eis, Schnee und Matsch beherrschen die Außenwelt. Dieser Düsterkeit hat die Künstlerin Petra Schunk, die aktuell fast 80 Werke in der Galerie des Bad Aiblinger Kunstvereins im alten Feuerwehrgerätehaus zeigt, den Kampf angesagt. Der äußeren klimatischen Tristesse setzt sie ihre "Allegria", so das Motto der Ausstellung, entgegen. Besagte Freude und Fröhlichkeit strömen ihre Bilder aus, lassen bei der Betrachtung ein wonniges, fast kindliches Gefühl aufkommen.

1962 in Hagen geboren, wuchs Schunk in Darmstadt auf. Sie besuchte die Freie Kunstschule Wiesbaden. 1994 zog sie nach Rosenheim. Zehn Jahre später wurde sie freischaffende Künstlerin. Sie lebt heute in Zaisering.

Die Mischtechnik-Bilder, die sie in Bad Aibling zeigt sind voller Leben. Sonnige, leuchtende Farben zeichnen sie aus, eine Direktheit durch wenig Perspektive. "Allegria" sind viele betitelt, wiederkehrend wie ein Mantra. Strukturiert als blubbernd-lebendiges Durch-, Neben- und Übereinander, finden sich Handtaschen, Schuhe, Shorts, Bäume, Fische, Schweine, eine Katze oder Fabelwesen - ein kunterbuntes Erleben. Personen sind präsent, jedoch keine Gesichter. Ein Kleid, in dem niemand steckt, das aber ausgefüllt scheint, Menschen von hinten oder Frauen nur von den Oberschenkeln abwärts zu den Füßen sind dargestellt. Dabei wird klar, dass es der Künstlerin nicht um Models geht, sondern um Frauen aus dem Alltag, bodenständig, normal und verwurzelt.

Als Frauenkunst könnte man die Bilder Schunks möglicherweise bezeichnen, so die Motivwahl mit vielen beliebten weiblichen Accessoires diesen Schluss zulässt. Mediterrane Welten mit Strandgefühl drängen sich ebenso als Assoziation auf, weniger in den streng linear geordneten Tuschezeichnungen, als in den Mischtechnikbildern, die im Fall der Kleinformate durch schaukelnd-schwungvoll angeordnete Hängung das Gefühl noch verstärken, dass es der Künstlerin gewiss nicht um Kritik oder eine schwermütige Botschaft geht, sondern um die Fülle des Lebens und positiven Erlebens.

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