Gothenburg-Combo beschloss "Saitensprünge"

Fröhliches Finale

Mit dem Konzert des Duos Gothenburg-Combo endete das Gitarrenfestival "Saitensprünge" im Bad Aiblinger Kurhaus. Foto friedrich
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Mit dem Konzert des Duos Gothenburg-Combo endete das Gitarrenfestival "Saitensprünge" im Bad Aiblinger Kurhaus. Foto friedrich

Der zehnte Durchgang des Gitarrenfestivals in Bad Aibling, die "Saitensprünge", sei ein "gigantischer Erfolg" gewesen, freute sich Kurdirektor Thomas Jahn in seiner Ansprache vor dem Abschlusskonzert. 2009 seien die bisher meisten Gäste gekommen und die Zusatzangebote auch in der Gastronomie seien gut angenommen worden. Jahn lobte weiter die konstruktive und professionelle Zusammenarbeit mit dem künstlerischen Leiter Johannes Erkes und dem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Thomas Kraus.

Den Abschluss des Festivals, das drei Wochen lang zwölf Konzerte mit über 40 Mitwirkenden bot, gestaltete das schwedische Gitarrenduo "Gothenburg-Combo" im Kurhaus Bad Aibling.

David Hansson und Thomas Hansy erinnerten in ihrer humorvollen Präsentation ein wenig an den komödiantischen Auftakt der Reihe mit dem "Ukulele Orchestra": Beinah schon parodistisch war der Auftakt mit einem spanischen Stück, gefolgt von einer von Piano auf Gitarre transformierten Komposition von Debussy. Die beiden unternahmen nun eine kleinen Streifzug durch verschiedene Kontinente und spielten kuriose chinesische und afrikanische Instrumente nach, wie die Pipa oder das afrikanische Daumenklavier Kalimba, das sie mit zwischen die Saiten platzierten Papierstücke imitierten.

Nach der Pause bewies das Duo, dass es nicht nur hochunterhaltsam, sondern durchaus virtuos konzertieren kann. Eine Passage aus den Goldbergvariationen von Johann Sebastian Bach atmete Frühlingsluft. Hier sprangen wirklich die Finger über die Saiten und machten dem Namen des Festivals alle Ehre.

Ein schönes ruhigeres schwedisches Stück folgte, in der Art, wie auch die Fraunhofer Saitenmusik Tradition lebendig klingen lässt. Und kubanisch setzte sich das Konzert fort, mit einem melodischen "Soles y Flores" des Komponisten Eduardo Martin. Abschließend gab es noch ein längeres Experimentalstück vom Feinsten. Im Sinne akustischer Landschaften - "Soundscapes" - und in der Tradition von Gruppen wie Kraftwerk oder von Philipp Glass entstanden eigentümliche musikalische Gebilde, die eher aus der elektronischen Musik denn von akustischen Instrumenten zu kommen schienen. Die Einladung zur Besinnung und Konzentration nahm das Publikum gerne an.

Das Duo erwies sich nach seinem Kurzauftritt vom letzten Jahr als würdiger Abschluss des Festivals und zeigte nochmals viele Facetten der Gitarre als wunderbar vielseitigem Instrument auf.

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