Folkige Feinkost über Freiheit und Sehnsüchte

„Augustin“ präsentierte in Rimsting ein feines, melodisches Folk-Programm. friedrich

Rimsting – Sie waren schon mal da, begeisterten bei ihrem ersten Auftritt und kamen gerne wieder in die Werkstatt nach Rimsting: Das aus der Ecke Traunstein und Teisendorf stammende Folk-Quartett „Augustin“ präsentierte ihr aktuelles Programm und stellte mehrere neue Songs vor.

Kennengelernt hatten sich Violinistin Anna, Cellistin Valerie sowie Gitarrist und Songschreiber Michael beim Musikstudium in Salzburg. Ben, der den Kontrabass bedient, kannte Michael schon vorher – sie hatten Songs der Heavy-Metalband „Metallica“ gecovert.

Der Sound von Augustin besticht nicht durch satte Riffs, sondern durch leise Töne, harmonische Arrangements und „folkige Feinkost“. Im besten Singer-Songwriter-Stil eröffnete Michael mit sanfter Stimme, Gitarre und Fußtrommel den Auftritt, Ben stieg im Gesang und am Bass mit ein und die beiden Streicherinnen verliehen dem Ganzen eine schöne kammermusikalische Note. Die folgenden „Silver Linings“ überzeugten mit abwechslungsreichem Arrangement und Kontrasten im Tempo. Meist sind die Songs mit einem Gitarrenintro versehen, Bandleader Michael prägt die Stücke mit seiner sanften, gekonnt modulierenden Stimme a la´ James Blunt. Textlich stehen die Themen Freiheit, Sehnsüchte und Verletztheit im Mittelpunkt, ebenso wie aktuelle gesellschaftliche Zusammenhänge rund um Flucht und Fremdheit. „Colors“, der Titelsong der aktuellen CD, besticht durch seinen erdigen Tanzrhythmus – „Augustin“ können eben nicht nur sanft, sondern auch druck- und temperamentvoll aufspielen. „Envy and fear“ befasst sich mit den Ursachen von Gewalt und Unterdrückung, der Duktus des Titels pendelt zwischen Gesangspart und den beiden famosen Streicherinnen, die ihre Instrumente förmlich aufbranden lassen.

In einem Song aus der Musik zum Film „303“ von Hans Weingartner übernahm Violinistin Anna die Vokalrolle – großer Applaus hierfür! Gitarrist und Sänger Michael leitete noch zwei neue Stücke ein, die zur neuen RTL-Serie „Luzie“ und zum neuen Kinofilm von Til Schweiger und Heike Makatsch mit dem Titel „Gott, Du kannst ein Arsch sein“ entstanden waren. Das begeisterte Publikum ging mit rhythmischem Klatschen mit, als im letzten „offiziellen“ Stück noch mal typisch irisch aufgefiddelt wurde. Freilich durfte die Band noch einmal mit Zugaben ran. Andreas Friedrich

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