Feine Saitenklänge „wie Bienenton“

Sachrang – Für das erste Konzert nach der Corona-Zwangspause lockte die Harfe, eines der ältesten Musikinstrumente der Menschheit überhaupt und in der Bibel Symbol für Lob und Dank, nach Sachrang.

Hier, wo seit über 15 Jahren auf Einladung von Oboisten-Professor Hansjörg Schellenberger und seiner Frau, Harfen-Professorin Margit-Anna Süß, Musiker aus aller Welt zu Konzerten und Meisterkonzerten beim Musik-Forum zusammenkommen, herrschte seit dem Lockdown musikalische Stille. Aber damit ist es nun vorbei: Es klingt wieder.

Ein kurzweiliges Konzert für Harfe solo gab im Erker des Alten Schulhauses den Auftakt. Eröffnet wurde das Konzert mit dem Impromptu Nr. 6 in Des-Dur von Gabriel Faure (1845-1924), bei dem Margit-Anna Süß mit spannungsvollen Phrasierungen überraschte. Farbenreiche Arpeggi hier, Klangsinnlichkeit dort – das war Impressionismus pur, der sich in der „Sonate für Harfe“ von Paul Hindemith (1895-1963) fortsetzte.

Inspiriert von einem Gedicht von Ludwig Christoph Heinrich Hölty (1748-1776) setzte Hindemith hier der Harfe ein musikalisches Denkmal. Zart-sakrales Spiel paarte sich mit melancholischen Textfragmenten. Da konnte man gleichsam „die kleine Harfe hinter dem Altar“ hören und nachempfinden, wie „im Abendroth von selbst die Saiten leise wie Bienenton…“ tönten. Und schon ging es weiter mit Andre Caplets (1878-1925) „Divertissement a l’espagnole.“ Von der modernen Harfenliteratur weg entführte Margit-Anna Süß dann in die Welt des 18. Jahrhunderts mit der Sonate für Harfe in G-Dur von Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788). Hatte Süß noch bei der Anmoderation C.P.E. Bach als revolutionären Brückenbauer zur Klassik genannt, so machte die Sonate diesem Titel auch alle Ehre. Als Zugabe glänzte Süß mit der Harfe mit Sergei Prokofjevs (1891-1953) Prelude in C-Dur op. 12/7. Klassisch, und dennoch in der Tonsprache modern, perlend, originell. elk

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