Farbakkorde in Öl und Aquarell

„Hommage an Jawlensky“, 1994, Öl auf Leinwand. Der deutsch-russische Maler Alexej von Jawlensky war Mitglied des „Blauen Reiters“.
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„Hommage an Jawlensky“, 1994, Öl auf Leinwand. Der deutsch-russische Maler Alexej von Jawlensky war Mitglied des „Blauen Reiters“.

Fraueninsel – Zum 90. Geburtstag von Max Weihrauch (1930 bis 2007) hat sich die Galerie Fine Art Chiemsee ein besonderes Geschenk ausgedacht.

Eine Ausstellung in der Torhalle Frauenchiemsee, dem Künstler Max Weihrauch zu Ehren. Hier auszustellen war zu Lebzeiten sein größter Wunsch, denn dieser Ort hat für den Künstler als jüngstes Mitglied der Frauenwörther Künstlervereinigung in den 1950er- und 60er-Jahren manche glückliche Erinnerung bereitgehalten.

Das umfangreiche Repertoire des Künstlers umfasst Werke in Öl, Aquarelle, figürliche Darstellungen und Grafiken. Landschaften, Blumenbilder und Stillleben sowie Impressionen von zahlreichen Reisen in den Süden machen die Ausstellungsräume zu einem Erlebnis. Die Bilder beeindrucken durch die kraftvolle Farbgebung, in denen das Gespür und die Auseinandersetzung des Künstlers mit Farbe zum Ausdruck kommt.

Bereits im Alter von 17 Jahren malte Max Weihrauch den „Torfstich im Ernsdorfer Moor“. Gerne suchte er auch bekannte Malplätze am Chiemsee auf. So entstand die „Grüne Chiemseelandschaft“. Weitere gelungene Kompositionen sind „Anemonen auf blauem Tisch“, „Sommerstrauß vor Grün“, „Malvenbild“ und „Blaues Blumenbild“. Appetitlich wirken die „Makrelen auf Servierplatte“.

Viele Reisen waren immer wieder eine Quelle der Inspiration, so zum Beispiel Südfrankreich, die Kanaren, Kreta, die Toskana und Griechenland. So entstanden „Blühende Bäume auf Ischia“, aber auch interessante Aquarelle, wie zum Beispiel „Mandelblüte bei Hoya Grande, Gran Canarial“ und „Adriatische Küste, Insellandschaft Hvar, Kroatien“. Ein Bild, das im Jahre 1964 entstanden ist, zeigt Florian mit Trompete, seinen Sohn.

Max Weihrauch wurde 1930 in Landsberg am Lech geboren. Seine Jugendjahre verbrachte er in Prien und Rosenheim. 1946 begann er als Autodidakt mit ersten Versuchen in der Landschaftsmalerei. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg betrieb der erst 16-Jährige einen Tauschhandel mit kleinen, eigenen Ölbildern mit Chiemseemotiven, die gegen Zigaretten oder Schokolade als Souvenir an die amerikanischen Besatzer gingen. Später kam es zu Begegnungen mit den hochbetagten Malern Ludwig von Schlieben und Alpert Stagura, von denen er wichtige Anregungen erhielt. Max Weihrauch malte auch gelegentlich mit Paul Paulus zusammen.

Aufgewachsen inPrien und Rosenheim

1950 machte er sein Abitur in Rosenheim am heutigen Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium. 1951 bis 1955 absolvierte er ein Kunststudium an der Akademie der Bildenden Künste München. 1952 war er Mitglied der Künstlervereinigung „Die Frauenwörther“. In den Jahren 1953 bis 66 folgten Ausstellungsbeteiligungen im Münchner Haus der Kunst. Von 1953 bis 1955 führten ihn mehrere Studienreisen in die Provence, die Toskana, nach Paris und Burgund. Zu dieser Zeit entstanden die ersten Aquarellserien.

1957 begann er seine Lehrtätigkeit als Kunsterzieher am Gabriel-von-Seidl-Gymnasium in Bad Tölz. 1972 bis 76 war er Gastdozent für Kunst an der Hochschule für Sozialwissenschaften in Benediktbeuern. Dort erfolgte auch der Aufbau von künstlerischen Werkstätten. Von 1957 bis 1993 unterrichtete er etwa 3500 Schüler, um neben Techniken auch das Verständnis für Kunst nahezubringen. Nach dieser Zeit arbeitete er nur noch freischaffend. Der Künstler zeigte seine Werke auf verschiedenen Ausstellungen, darunter in Einzelausstellungen in der Galerie im Alten Rathaus in Prien und in der Städtischen Galerie Rosenheim. Er starb 2007 in Greiling.

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