„Er war ein Rosenheimer durch und durch“

Marinus Fischbacher, der Neffe des verstorbenen Magiers:

„Ich bin vor wenigen Stunden darüber informiert worden, dass er friedlich eingeschlafen ist und bin noch völlig mitgenommen. Er war wie ein Bruder für mich. Das Verhältnis zu ihm wie auch zu seinem Partner Roy war sehr intensiv. Ich war jedes Jahr in Las Vegas, manchmal für bis zu zwei Monate. Wir hatten ein sehr gutes Verhältnis.“

Andreas März, Oberbürgermeister der Stadt Rosenheim:„Ich habe ja acht Jahre in den USA gelebt und habe zweimal die Show in Las Vegas gesehen, wobei ich ihn persönlich getroffen habe. Das war für mich ein besonderes Erlebnis. Er hat bewiesen, dass man es schaffen kann, wenn man etwas unbedingt will. Er hat ja ein unglaubliches intensives Leben geführt, ist dabei aber ein ganz sympathischer Mensch gewesen. Ich habe ihn als sehr nahbaren Menschen erlebt. Er und Roy waren immer sehr geerdet. Sie haben nie vergessen, wo sie herkommen. Lustig war, dass ich ihm im Auftrag seines Neffens bei einer Show mal zwei Flaschen Jägermeister übergeben habe.“

Gabriele Bauer, ehemalige Rosenheimer Oberbürgermeisterin: „Siegfried Fischbacher war einer der sympathischsten Botschafter Rosenheims in der Welt. Jeder Rosenheimer, der damals ihre Show in Las Vegas besuchte, wurde von Siegfried persönlich begrüßt. Er war ein den Menschen sehr zugewandter Typ und ein großartiger Mensch. Er war stolz darauf, ein Rosenheimer zu sein – auch wenn er sich wohl eher als Kastenauer als Rosenheimer gefühlt hat. Er hatte zu seiner Heimatstadt eine unglaubliche Verbundenheit, trotz seiner Karriere, die ihn in eine ganze andere Welt geführt hat. Er ist im Herzen immer ein Rosenheimer geblieben. Das zeigte sich auch an seinen vielen Besuchen in der Stadt und auf dem Herbstfest. Was mich auch immer beeindruckt hat, war die Verbundenheit in der Familie, die spürbar war.“

Marisa Steegmüller, Geschäftsführende Gesellschafterin der Flötzinger-Brauerei in Rosenheim, erinnert sich gerne an die Wiesn-Besuche von Siegfried zurück, auch wenn seine letzte Visite im Flötzinger-Zelt schon einige Jahre her ist. „Er war ein netter, freundlicher und höflicher Mann. Wenn er zu uns gekommen ist, hat er uns immer weiße Plüschtiger mitgebracht“, so Steegmüller. Besonders freut sie natürlich, dass der Magier auf dem Herbstfest gerne das Flötzinger-Bier genossen hat. Seniorchef Franz Steegmüller und seine Frau haben Siegfried und Roy vor Jahren in Las Vegas besucht und sich die weltweit bekannte Tiger-Show der beiden angeschaut. „Sie waren ganz begeistert“, weiß Marisa Steegmüller aus den Erzählungen ihrer Eltern.

Klaus G. Förg, Verleger: „1991 habe ich Siegfried und Roy zur Deutschland-Präsentation ihres Buches nach Rosenheim geholt. Das war wohl die größte Veranstaltung eines deutschen Buchhändlers überhaupt. 10 000 Menschen wollten damals in meine Buchhandlung in der Bahnhofstraße. Siegfried und Roy landeten mit dem Hubschrauber auf dem damaligen Bundesgrenzschutz-Gelände und fuhren dann in der Stretch-Limo zusammen mit einem weißten Tiger durch eine riesige Menschenmenge in die Bahnhofstraße. Den Andrang war so groß, dass die Scheiben der Schaufenster geklirrt haben, weil die Menschen so sehr dagegen gedrückt haben. Am Ende ist das Ganze gut gegangen. Ich habe Siegfried Fischbacher als ausgesprochen netten und freundlichen Menschen erlebt, überhaupt nicht von oben herab. Er hat nie vergessen, wo er herkommt. Und er hat seine Heimatstadt geliebt: Er war ein 110-prozentiger Rosenheimer.“ ku/rg/tt

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