Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Der "Bayerische Jedermann" auf Herrenchiemsee mit der Theatergemeinschaft Neubeuern

Emotionale Nächte im Ehrenhof

Der Tod (Hermann Hiemer, Mitte hinten) holt Jedermann (Bernd Eutermoser, Mitte vorne), der die letzte Reise in Begleitung des Glaubens (Cilli Purainer, links) und der "Guten Werke" (Veronika Englberger) antritt.  Foto  Klaus Rünagel
+
Der Tod (Hermann Hiemer, Mitte hinten) holt Jedermann (Bernd Eutermoser, Mitte vorne), der die letzte Reise in Begleitung des Glaubens (Cilli Purainer, links) und der "Guten Werke" (Veronika Englberger) antritt. Foto Klaus Rünagel

Wer im Inntal an den "Bayerischen Jedermann" denkt, sieht vor seinem geistigen Auge unwillkürlich den festlich beleuchteten Neubeurer Marktplatz, der dem Spiel vom Sterben des reichen Mannes im letzten Jahr eine imposante Bühne bot. Über 7000 begeisterte Besucher ließen sich damals den "bayerischen Jedermann" nach Vorlage von Hugo von Hofmannsthal und in der Adaption von Oskar Weber nicht entgehen.

Kein Wunder also, dass der Ortswechsel nach Schloss Herrenchiemsee die Frage aufwirft, ob der Sprung auf die Bühne im Ehrenhof für das Ensemble der Neubeurer Theatergemeinschaft nicht zu gewagt ist? Nach zwei hochemotionalen Nächten auf der Herreninsel lautet die Antwort eindeutig "Nein".

Mit den Aufführungen im Ehrenhof hat sich das Ensemble mit über 70 Männern, Frauen und Kindern sowie Neubeurer Blasmusikern selbst belobigt für seinen beeindruckenden Probenfleiß, die mitreißende Darstellung, ihren Mut, die logistische Herausforderung Herrenchiemsee anzunehmen. Das Publikum - das sich vor allem bei der zweiten Aufführung als meisterhaft geduldig erwies, hörte der gewitterbedingte Starkregen doch tatsächlich wenige Minuten vor Aufführungsbeginn auf - belohnte das Spiel unter der Regie des Profi-Regisseurs Andreas Wiedermann auf regennasser Bühne und klatschte stehend Applaus, vor allem für Hauptdarsteller Bernd Eutermoser als Jedermann, Josef Mager als Teufel und Markus Leitner als Mammon, der inzwischen für die Freunde des Neubeurer Spiels schon zur Kult-Figur aufgestiegen ist.

Besonders berührte neben Cilli Purainer als "Glaube" erneut Veronika Englberger als die "Guten Werke". Den letzten Weg musste Jedermann dank dieses Beistands doch nicht alleine gehen. In den Jedermann-Nächten loderte die Leidenschaft auf der Insel hell auf. Dem König hätte so eine Hingabe sicherlich gefallen.

Kommentare