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Erste Einzelausstellung der international tätigen Künstlerin Sandra Hauser im Kunstverein Rosenheim

Emotionale Momente

Der Inhalt des nachgebildeten Kellerabteils (hinten) wird im Laufe der Ausstellung im Raum platziert wird. Foto  Mayer
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Der Inhalt des nachgebildeten Kellerabteils (hinten) wird im Laufe der Ausstellung im Raum platziert wird. Foto Mayer

Ein leerer Ausstellungsraum, im Zentrum ein Kinderfahrrad aus früheren Tagen. Der Beginn verrät nicht viel. Gewünscht ist die inhaltliche Auseinandersetzung mit einer Idee.

Die Künstlerin Sandra Hauser debütiert in den Räumen des Kunstvereins Rosenheim mit einem gewagten Konzept, das sich entlang der Ausstellungsdauer entwickelt. Der Titel: "Sometimes I come, sometimes I go, but which is which, I don't know...sometimes I am, sometimes I`m not, but which is which, I forgot." Nach zahlreichen Ausstellungsbeteiligungen ist dies ihre erste Einzelausstellung, unter anderem gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft Forschung und Kunst.

Im weiteren Ausstellungsraum ein Kellerabteil, das bei offener Tür die Vergangenheit der Künstlerin dokumentiert. Dinge, welche sie eines Morgens aus ihrer Münchner Wohnung heraus in das dortige Kellerabteil packt. Spielsachen, Schulhefte, Zeichnungen, Kleidungsstücke, Projekte und Funde zeugen von einem früheren Leben. Fertig verpackt, macht sich Sandra Hauser auf den Weg nach Rom. Sie verabschiedet sich eine Zeit von ihrem früheren Leben.

Nun baut sie dieses Kellerabteil in den Rosenheimer Räumen nach, verfrachtet in der Vorbereitung zu dieser Ausstellung all diese Dinge dorthin und kombiniert die Szenerie mit kleinen Objekten und Zeichnungen, die sie kaum bemerkt an Wand und Boden platziert. Im weiteren Verlauf der Schau leert sich das Abteil, füllen die alltäglichen Objekte den Raum. Eine besondere Art der Selbstdarstellung, die Künstlerin als Hauptdarstellerin ihrer selbst? Der Versuch, das Leben von Kindheit an darzulegen, in eigener Weise zu definieren und im künstlerischen Rahmen zu reflektieren, gelingt.

Sie projiziert Eigenes und interpretiert hierbei den gesellschaftlichen Widerspruch. Auch in der Videoarbeit "Weißt du wie viel Sternlein stehen?" kommt dies zum Ausdruck. In einer kühlen Umgebung richtet sich die Kamera auf das Spiel mit Murmeln. Ein harmloses Spiel, alles scheint friedlich. Bedrohlich betreten zwei Lederstiefel die Szenerie. Begleitet von ohrenbetäubendem Lärm werden plötzlich alle am Boden liegenden Glaskugeln brutal mit einem Hammer zertrümmert. Dann ist es still, Scherben bleiben zurück. Der Blick auf eine Kindheit, aus deren Geborgenheit man gerissen wird und dem Erwachsensein schutzlos ausgeliefert ist.

Sandra Hauser wurde 1983 in Bad Aibling geboren und lebt in München und Rom. Ihre Arbeiten haben Pathos. Es scheint als liege ihr das Drama, wobei der emotionale Moment eine tragende Rolle spielt. Ihr Werk, in dem sie sich auf kein bestimmtes Medium festlegen lässt, produziert Emotionen. Den dramatischen Moment erreicht sie oftmals in altmeisterlicher Manier mit dem Einsatz von Licht. Ihre Kunst besitzt kein spezifisches Medium. Ob Zeichnung, Installation oder Video, das Ergebnis ist mitreißend. Ganz und gar setzt Sandra Hauser auf den empathischen Moment beim Betrachter. Mitreißend und spannend zugleich.

Geöffnet ist die Ausstellung in den Räumen des Rosenheimer Kunstvereines, Kleppperstraße 19 bis bis 10. August, donnerstags von 9 bis 13 Uhr, freitags und samstags von 14 bis 17.30 Uhr, sonntags von 11 bis 17.30 Uhr. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der im Zuge einer Performance am Donnerstag, 24. Juli, um 19 Uhr in den Räumen des Kunstvereins präsentiert wird.

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