CD-VORSTELLUNG PER LIVE-STREAM

Elefantöse Jazzklänge: Neues Album des Rosenheimer Saxofonisten Valentin Preissler

Der aus Rosenheim stammende Jazz-Saxophonist Valentin Preissler hat ein neues Album vorgelegt.
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Der aus Rosenheim stammende Jazz-Saxophonist Valentin Preissler hat ein neues Album vorgelegt.
  • vonAndreas Friedrich
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„Der wehmütige Elefant“, so heißt die neue CD des Rosenheimer Saxofonisten Valentin Preissler. Die Präsentation findet am Freitag, 22. Januar ab 20 Uhr in einem Live-Stream statt, der vom Münchner Club Milla aus ausgestrahlt wird.

Rosenheim/München – Die hiesige Jazzszene spielt seit längerem zwar keine Live-Konzerte, doch untätig sind die Musiker nicht. Und dabei nutzen Musiker verstärkt die technischen Möglichkeiten des Streamings, denn für eine aufwendige CD-Produktion muss man finanziell erst einmal in Vorleistung gehen, und die meisten Tonträger werden derzeit direkt bei Konzerten verkauft. So ist auch das neue Album „Der wehmütige Elefant“ des Rosenheimer Saxofonisten Valentin Preissler bei den Musikstreamingdiensten zu finden, also bei Spotify, iTunes und Youtube.

Das Album hat Preissler, der zusätzlich zum Studium bei Tom Reinbrecht und Mulo Francel Unterricht nahm, seinem vor vier Jahren verstorbenen Vater Willibald gewidmet, den viele Rosenheimer als Apotheker, aber auch als engagierten Musikfreund kennengelernt haben, der verschiedene Male Mischpult und Aufnahmetechnik im „Le Pirate“ aufgebaut hatte.

Das neue Album beinhaltet nachdenkliche und meditative Kompositionen ebenso wie quirligere Nummern mit positiver Energie und Aufbruchstimmung – beides passt zur aktuellen Atmosphäre. Der „einsame Weg“ überzeugt mit brummendem Bass, dezentem Einsatz der Becken und einer wunderbar melancholischen Melodielinie im „skandinavischem“ Stil eines Jan Garbarek. .Ebenfalls ruhiger und mit viel unterschwelliger Spannung wirkt „Für Alexander“, während es mit „Lange Weile“ eigentlich nicht langweilig wird, hört man auf reizvolle Varianten im Spiel, wie auch in der „Phase“.

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Ein experimentelles Gebräu mit ungeduldig werkelndem Schlagzeug liefert Valentin Preissler mit dem „Kochkurs“ ab, Assoziationen zu „Bitches Brew“ von Miles Davis seien freigestellt. Melodisch versonnnen beginnen die „Tanzenden Metamorphosen“, mit dezentem Bass und Becken, hinzu kommt eine fein akzentuierende Gitarre, nach und nach nimmt das Stück mit tollen Pianoläufen treibende Fahrt auf – stark ! Tröstlich, melodisch und steigernd baut sich der vorwärtsmarschierende „Matthias L.“ auf, mit eingängigem Thema, ein echter Mutmacher. „Gleis 11“ setzt die großstädtische Hektik um und bezieht sich auf das „Rosenheimer“ Außengleis am Hauptbahnhof, das man nur nach längerer Gehzeit erreicht. Auch mit der „Erlösung“ ist Valentin Preissler eine interessante Komposition gelungen, die ein spannendes Album gut abrundet.

Das Album spielte Preissler ein mit Chris Gall (Piano), Philipp Schiepek (Gitarre), Andy Kurz (Bass) und Zhitong Xu am Schlagzeug. Die Album-Präsentation findet am Freitag, 22. Januar ab 20 Uhr in einem Live-Stream statt, der vom Münchner Club Milla aus ausgestrahlt wird. Am Bass ist dann Nils Kugelmann dabei und am Schlagwerk der auch vom „Leo Betzl Trio“ bekannte Sebastian Wolfgruber – man darf gespannt sein!

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