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„Eiszeit“-Konzert

Eiszeitliche Klänge zum Klimawandel: Qu

Ein ebenso spiel-, wie experimentierfreudiges Quintett: (von links) Chris Gall, D.D. Lowka, Andreas Hinterseher, Mulo Francel und Tim Collins.
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Ein ebenso spiel-, wie experimentierfreudiges Quintett: (von links) Chris Gall, D.D. Lowka, Andreas Hinterseher, Mulo Francel und Tim Collins.
  • VonAndreas Friedrich
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Global bedeutsame Vorgänge in Musik umzuwandeln setzt einiges an inhaltlicher Vorbereitung voraus. Doch die Rosenheimer Weltmusik-Formation Quadro Nuevo hat inzwischen einige Übung darin, denn seit Jahren kooperiert die Band mit dem Lokschuppen und interpretiert Themen und Einzelaspekte der deutschlandweit erfolgreichen Ausstellungen.

Rosenheim –Gleich mehrere Reise-, Kultur- und Musikprojekte von Bandleader Mulo Francel und seinen Mitmusizierenden koinzidierten in den vergangnenen Jahren mit der „Eiszeit“, denn es ging für die „Quadros“ in ihren Vorhaben rund um die Komplexe „Wasser“ , „Berge“ und „Meer“, wie sie sich in den Alben „Mountain Melodies“, „Mare“ und „Odyssee“ auch niederschlagen, zusätzlich flankiert von spannenden Solo-, Duo- und Trioprojekten mit vielen interessanten Musikern, ein großes Klang-Universum mit tollem Personal.

Für das Konzert im Kultur- und Kongress-Zentrum hatten sich Francel, D.D. Lowka und Andreas Hinterseher als „harter Kern“ noch den aus Bad Aibling stammenden Pianisten Chris Gall und den amerikanischen Vibraphonisten Tim Collins mitgebracht. Beide spielen immer wieder gerne mit bei den Tournee-Terminen. Und wie schon in den Vorgängerkonzerten präsentierte die Band einige tolle und gut ausgewählte Musikvideos, in denen die Verschmelzung von Umwelt beziehungsweise Landschaft und Musik besonders gut zu tragen kam, inklusive der unterschwellig dadurch mittransportierten Appelle.

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Der Aufgalopp und Konzerteinstieg geriet rhythmisch und locker, mit einem „Samba di Didi“, komponiert von Bassist und Percussionist D.D. Lowka. Chris Gall am Piano widmete dem Gitarristen der Band „Radiohead“ eine Hommage, mit dem wunderbaren Ohrwurm „Yorkes Guitar“, welcher sich auch in seinen Solokonzerten hervorragend anhört, im „Eiszeit“-Konzert eben für ein Quintett umarrangiert.

Einen kleinen Eindruck des l etztjährigen Segelabenteuers bei den Liparischen Inseln vermittelte ein Film mit berückenden Aufnahmen, der Lust machte auf die lange Version, welche Andreas Hinterseher wohl beim Musikfilmfest in Oberaudorf vorstellen wird, gefolgt vom dynamischen Stück „And Pull!“. Mit dem Wechsel aus ruhig und temperamentvoll ging es weiter, vor der Pause hieß es „With or without the glacier“ mit eindrucksvollen Drohnen-Aufnahmen von Zugspitz- und Cevedalegletscher beziehungsweise deren kümmerlichen Resten, die quasi unter der auf der Eisdecke musizierenden Band hinwegschmelzen. Tim Collins´ Vibraphonsound passte auch live hervorragend zum Eindruck hinwegperlender Wassertropfen.

In die Berge ging es mit Mulo Francels Solo-Video, und zwar auf die Chinesische Mauer – er spürte mit seinem Instrument dem chinesischen Motiv „Poet on a mountaintop“ nach, mit der Zeile „ich blicke auf die Landschaft und verschmelze mit ihr“ und intensivem, meditativen Gesamteindruck.

Die Präsentation der Eiszeitausstellung mit dem Wechsel von Jahreszeiten war ein weiterer Höhepunkt des Konzerts. Die Band vertonte den Jahreszyklus, Bilder von wandernden Mammutherden eingeschlossen. Doch nicht nur der sich an den Gletschern zeigende Klimawandel, auch der aktuelle Krieg in der Ukraine war den Musikern ein Anliegen. Mulo Francel erinnerte an einen Jugendaustausch des Landkreises Rosenheim mit Odessa und mit Bildern an ein Konzert auf der Krim 2008. Francels Komposition „Krim“ erklang intensiv und dramatisch.

Reminiszenzan Kairo

Zum Abschluss ließen die fünf Musiker noch einmal temperamentvolle Töne erklingen, unter anderem mit einer Reminiszenz an die furiosen „Cairo Steps“-Konzerte, ihren Freund Basem Darwisch und einer seiner komplexen rhythmischen Kompositionen. Insgesamt gelang die Verbindung von Inhalt und musikalischer Ästhetik. Die Filme waren nicht nur optische Höhepunkte – man darf schon gespannt sein auf die „Vulkane“ im Folgejahr.

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