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Kabarettist Wolfgang Krebs als Beckstein, Stoiber und Seehofer

Einer ist alle

Wolfgang Krebs als Edmund Stoiber...
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Wolfgang Krebs als Edmund Stoiber...

Auf geradezu geniale Art und Weise vereinigte der bekannte Kabarettist Wolfgang Krebs im Mareissaal in Kolbermoor und tags zuvor im Pfarrheim Rechtmehring drei politische Größen in seiner Person: Den Ministerpräsidenten des "ehemaligen Bayerns", Edmund Stoiber, dessen Nachfolger Günther Beckstein sowie den amtierenden Landesvater Horst Seehofer.

Unter dem Titel "Ja, mia kennan!" - frei nach Obamas "Yes we can" - stellte Krebs wunderbar-authentisch die jeweiligen Macken, typischen Merkmale und Gepflogenheiten der drei Prominenten heraus. Im Hinblick auf Mimik, Gestik und sprachlichen Duktus kam der unter anderem aus der wöchentlichen TV-Sendung "Quer" im Bayerischen Fernsehen bekannte Alleinunterhalter oft täuschend nah an die Originale heran. Die Würze seines neuen weiß-blauen Bühnenprogramms, bei dem sich die Zuschauer - die "Kolbenfresser"- inmitten eines Rhetorik-Seminars mit Dr.E. Stoiber befinden, machten vor allem auch die gezielt eingebauten, punktgenauen Versprecher, falsch ausgesprochene (englische) Ausdrücke und Wortneuschöpfungen sowie der direkte Bezug zu den individuellen Gegebenheiten der Veranstaltungsortes, wie "Kolberdings", aus.

Krebs glückte die Gratwanderung, politische Unzulänglichkeiten in amüsantem Jargon deutlich aufzuzeigen, ohne sich dabei unter die Gürtellinie zu begeben: "Bayern braucht einen starken Mann wie mich, denn es war monatelang im Tiefschlaf, beruhigt von zwei Sandmännchen am Tandem". "Stoibers" Pläne im Kampf gegen diesen Missstand: "Rede Gutes und tue nichts dazu".

Immer wieder bezog der schlagfertige Kabarettist sein Publikum direkt mit ins Geschehen ein und sorgte so für ununterbrochene Kurzweil. Gelungene "Stoiber-Höhepunkte" waren zudem die nicht mehr enden wollende, von vielen Wiederholungen geprägte Ansage auf seinem privaten Anrufbeantworter oder ein bis ins Detail vorgefertigtes, "spontanes" Kanzler-Duell. Zwischendrin schlüpfte Krebs immer wieder kurz in die Personen Seehofer oder Beckstein, die beispielsweise mit einem persönlichen Coach intensiv an ihrer individuellen Ausstrahlung feilen müssen.

Ein wahrhaft gelungener Abend mit einem Ministerpräsidenten-Imitator, der zudem auch nichts gegen Frauen - gewisse "Problempolitikerinnen" ausgenommen - hat, denn "sie sind schließlich das Beste ihrer Art". Ob Merkel, Westerwelle, Roth oder die "Stones", sie alle wurden nicht verschont, und man darf auf Krebs' Nokherberg-Rede zum Starkbieranstich gespannt sein.

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