Orchesterkonzert in Stephanskirchen mit der Bad Reichenhaller Philharmonie

Eine Wolke von Wohlklang

Solist beim Konzert der Bad Reichenhaller Philharmonie war Christoph Declara.  Foto Hinterberger
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Solist beim Konzert der Bad Reichenhaller Philharmonie war Christoph Declara. Foto Hinterberger

Das sehr gut besuchte Orchesterkonzert der Bad Reichenhaller Philharmonie im Antretter-Saal in Stephanskirchen unter dem umsichtigen Dirigat von Felix Spreng war programmatisch äußerst gelungen aufgebaut, indem die beiden Abschnitte jeweils von einer mitreißenden Ouvertüre eingeleitet wurden.

Zunächst arbeitete der junge, engagierte Dirigent mit seinen Instrumentalisten gefühlvoll die farbenfrohe Harmonik von Carl Maria von Webers Einleitung zu der Oper "Der Freischütz" heraus. Dabei schaffte er stets weiche Übergange zwischen den charakterlich vielschichtigen Passagen, ohne das Gespür für die große künstlerische Linie zu verlieren. Insbesondere auch bei der reizvollen Ouvertüre zu Gioacchino Rossinis Werk "La Generentola" ("Aschenputtel") durchlebte die Philharmonie ein packendes, dynamisches Wechselspiel von sattem, expressivem Forte - vor allem im finalen Teil - bis hin zu zart-fließendem Piano. Dabei traten einzelne Instrumente immer wieder, in eine Wolke von Wohlklang gehüllt, aus der orchestralen Masse hervor, um für kurze Zeit eine Art solistische Rolle einzunehmen.

Als Solist tat sich sodann der Rosenheimer Pianist Christoph Declara mit seiner ausgezeichneten Interpretation von Peter Iljitsch Tschaikowskys beliebtem Klavierkonzert Nr.1 in b-Moll hervor, das Arthur Rubinstein seinerzeit sogar als "völlig unspielbar" bezeichnet hatte. Declara glänzte sowohl im präzisen Zusammenspiel mit den empathischen Orchestermusikern, als auch bei seinen zahlreichen, virtuos gemeisterten A-cappella-Passagen, die der Komponist kunstvoll in das volltönende Ganze eingeflochten hatte. Spreng ließ den Solisten dank seiner gut durchdachten und sauber erarbeiteten Anweisungen immer wieder in einen lebendigen Dialog mit dem Orchester eintauchen und die verschieden gewichteten Höhepunkte explizit herausstellen. So entstand ein schillerndes Wechselspiel aus perlenden Läufen, weichen Legatobögen, spielerischer Leichtigkeit und inbrünstigem Feuer.

Den Abschluss des umjubelten Konzertabends bildete Georges Bizets' romantische "L'Arlesienne-Suite" Nr.2, deren vier verschiedenartige Teile die Bad Reichenhaller Philharmonie abwechslungsreich zu gestalteten vermochte: Schwermut und düster-marschartige Melodien mit expressiven Eruptionen wetteiferten mit stürmischen Gefühlsausbrüchen in der Farandole, einem provenzalischen Volkstanz.

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