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Liederzyklus von Franz Schubert

Eine Winterreise von beglückender Wehmut im Rosenheimer Kuko

Pianist Felix Hornbachner und Tenor Daniel Johannsen zogen mit Schubert Musik die Zuhörer in ihren Bann.
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Pianist Felix Hornbachner und Tenor Daniel Johannsen zogen mit Schubert Musik die Zuhörer in ihren Bann.

Der österreichische Tenor Daniel Johannsen hat zusammen mit dem Pianisten Felix Hornbachner Schuberts unvergleichliches Meisterwerk vor leider nicht allzu vielen Besuchern im Bayernsaal des Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum aufgeführt.

Rosenheim – Schuberts „Winterreise“ ist der wohl schönste und ergreifendste Liederzyklus der Welt. Am Ende dieser 24 Lieder, die voller düsterer und trauriger Stimmungen sind, steht der Tod. Doch Schubert hat in diesen Liedern nach Texten von Wilhelm Müller Wehmut, Trauer und Lebensüberdruss musikalisch derart tief und empfindungsreich gestaltet, dass sie für den Hörer ein großer geistiger Genuss sind.

Der österreichische Tenor Daniel Johannsen hat zusammen mit dem Pianisten Felix Hornbachner Schuberts unvergleichliches Meisterwerk vor leider nicht allzu vielen Besuchern im Bayernsaal des Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum aufgeführt.

„Für mich ist dieser Abend eine Musikouvertüre“, erklärte Johannsen zur Begrüßung. Im Januar, dem Geburtstagsmonat Schuberts, passe die Winterreise natürlich ideal. Ein Gedanke aber sei ihm noch wichtig: Wilhelm Müller verdiene es am allermeisten, als Dichter angesehen zu werden. Seine Gedichte seien so modern, so inspirierend, dass die Moderne eigentlich nicht erst um 1900 begänne, sondern bereits 1827, als der Zyklus der Winterreise entstand.

Im Kosmos des Komponisten

Meisterhaft verstand es Johannsen, in den Kosmos des Komponisten einzutauchen. Der Tenor besitzt eine wunderbar reine, farbenreiche Stimme, die zart und kraftvoll sein kann. Johannsen sang die Lieder mit atemberaubender Perfektion und Hingabe.

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Die häufig wechselnden Stimmungen des einsamen Wanderers drückte er in Gestik und Mimik anschaulich und ergreifend aus. Der Sänger lebt die Lieder, reflektiert ihren Inhalt, gibt ihnen philosophische Tiefe, was mitunter jedoch etwas manieriert wirkte und fast einen Hauch von Ironie zu haben schien. Felix Hornbachner war ein sensibler Begleiter, der zum Sänger stets in einer geglückten musikalischen Balance stand. Die unterschiedliche Atmosphäre der Lieder brachte der Pianist perfekt zu Gehör.

Schicksal wendet sich

Innig und verhalten intonierte Johannsen die „Wetterfahne“, die anzeigt, dass sich der Wind gedreht und das Schicksal gewendet hat. Im Lied „Gefrorne Tränen“ konnte man die Eiseskälte unmittelbar nachempfinden, melodisch und lyrisch zart zu perlender Klavierbegleitung erklang „Am Brunnen vor dem Tore“. Oft gelang es Johannsen, leise Töne hervorzuzaubern, die man kaum noch wahrnehmen konnte. Die Verzweiflung des Wanderers wiederum sang er mit aufwühlender Emphase. Im „Frühlingstraum“ klang seine Stimme leicht, schwebend und ätherisch, in „Die Krähe“ mit ihrer schlimmen Botschaft strahlte sie Schwermut und Hoffnungslosigkeit aus.

Keine Post für den Liebenden

Frisch und euphorisch ertönte der Beginn von „Die Post“, doch die Post bringt keinen Brief für den unglücklich Liebenden. Verlassenheit und Trostlosigkeit verströmte das Lied „Im Dorfe“, wo der einsame Wanderer zu Ende ist mit all seinen Träumen. Die Vision des Leiermanns, den die Hunde anknurren, dem inmitten von Finsternis und Gleichgültigkeit niemand die Hand hinstreckt, beschloss den Zyklus.

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