Eine solche Situation gab es noch nie

Statt Hamsterkäufe zu tätigenund um Menschenmassen zu meiden, hat sich OVB-Leser Heinz Höfner aus Großkaro linenfeld auf seine Weise mit dem Thema Coronavirus beschäftigt und diese „Gefährliche Schönheit“ mit Spachtelmasse und Acrylfarbe auf eine Leinwand gebracht. Sein Appell lautet: „Ruhe bewahren“. Höfner

Zur Berichterstattung über die Corona-Krise (überregionaler Teil):

Von der Politik wurde jetzt die Grenzschließung nach Österreich verkündet. Durchfahren können die jenigen, die ihrer Berufs tätigkeit im jeweiligen anderen Land nachgehen. Um so verwunderter waren wir, dass am Tag dieser Ankündigung am Grenzübergang Erl/Windshausen reger Verkehr war! Auf beiden Seiten gab es – jedenfalls noch am Nachmittag – keinerlei Kontrollen. Die Polizeistation Brannenburg verwies auf die Bundespolizei, diese gab keine Auskunft. Haben die Leute noch immer nicht die Brisanz der Situation erkannt? Ich verstehe jeden, der an die Arbeit muss. Aber ich verstehe nicht, wenn Leute wegen billigeren Benzinpreisen und schönen Wanderwegen diese Verbote umgehen. Wir haben einen Risikopatienten in der Familie und sind in absoluter Alarmbereitschaft. Wir haben schon einmal erlebt, wie es ist, wenn jemand täglich um das Leben kämpft. Leute wacht auf! Wir haben eine solche Situation noch nie gehabt. Um so vorsichtiger sollte man damit umgehen. Die Krankenhäuser rüsten bereits massiv auf. Ich möchte keinem der Ärzte die Triage-Entscheidung zumuten, wer noch Hilfe bekommt und wer nicht. Panik hat keinen Sinn. Sinn hat es, dass wir die beschlossenen Maßnahmen befolgen.

Susanne Lange-Maurer

Nußdorf am Inn

Jeder Vernünftige geht jetzt nicht zu großen Veranstaltungen, Versammlungen oder Partys – allen anderen ist es verboten! Danke an die bayerische Staatsregierung, danke Herr Söder!

Heinz Pohl

Kiefersfelden

Als Facharzt, in eigener Praxis tätiges Mitglied unseres im allgemeinen hocheffektiven und bis in nahezu lächerliche Details durchorganisierten Gesundheitssystems muss ich gestehen, dass ich völlig fassungslos auf die Entscheidung von Ministerpräsident Markus Söder blicke, die Kommunalwahlen in dieser Form durchzuziehen. Heute noch fordern Sie von den Menschen ihre Bürgerpflicht ein, zu den Wahlurnen zu pilgern, um in nicht mal zwei Tagen den unvermeidlichen Shutdown zu verkünden. Sind Sie denn vom wahren Leben und den sich darin bewegenden Menschen so weit entfernt, dass sie die Überforderung der Bevölkerung durch ein so ambivalentes Handeln nicht erkennen? Können Sie nicht erkennen, dass Sie den Menschen ein Wechselbad verordnen, das dazu führen wird, dass das Verständnis für die zu erwartenden Maßnahmen ausbleiben, oder zumindest auf Unmut und fehlende Kooperation führen wird? Wenn auch nur in jedem dritten Wahlbezirk eine einzige Ansteckung erfolgt, werden Sie in zwei Wochen eine Quittung erhalten, die der durch Karnevalsveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen weit überlegen sein wird. Haben Sie keine Berater, die die Statistiken aus anderen Ländern zu interpretieren wissen? Wie schwer wäre es denn gewesen, die Wahl in eine Briefwahl umzuwandeln? Sie erwarten von uns maximale Kooperation, welche Sie im Sinne und zum Wohle der Menschheit in unserem Land gewiss erhalten werden. Glauben Sie aber nicht, dass wir als Akteure in der Versorgung der Bevölkerung solche kurzsichtigen, um nicht zu sagen, dämliche Entscheidungen der Politik goutieren werden. Ihre Verantwortung ist größer, als das Fortbestehen Ihrer eigenen Erfolge.

Dr. Nikolaus Dehmel

Wasserburg

Bei all den Nachrichten und Angstmeldungen in Bezug auf Corona, fragt man sich, was schenkt Hoffnung und Zuversicht in diesen besonderen Zeiten? Mich stimmt es hoffnungsvoll zu sehen, dass sich an einem Sonntag, zu einer Zeit wie sie so noch nie war, viele Menschen einfach wieder aufmachen und sich innerlich „erheben“ , indem sie die Berge aufsuchen. Was uns als Glücksquelle bleibt, ist doch immer die Natur. Das Staunen über den Frühling, der aufbricht und sich auch von einer Erschütterung des Landes, nicht aufhalten lässt. Die Freude über die Schöpfung und das heilende Band zwischen Mensch und Natur, das schon Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert beschrieben hat und mit dem Biophilia-Effekt von der modernen Wissenschaft längst bestätigt wurde, wird uns in solchen Tagen wieder bewusst. So bricht vielleicht auch in uns etwas auf, was das „wahre“ Leben ausmacht und was uns auch in widrigen Zeiten Kraft geben kann. Welche Inseln des Glücks und der inneren Zufriedenheit kann ich mir selber nun täglich schaffen? Was lässt mich ruhig werden? Ich wünsche mir, reichlich Vertrauen und ein inneres „Aufblühen“ für uns alle, in diesen herausfordernden Zeiten.

Maria Grizelj

Kolbermoor

Unter dem Joch von Corona traf man in Rosenheim die „mutige“ Entscheidung das Starkbierfest starten zu lassen, eine Entscheidung die gerade mal zwei Tage Bestand hatte. Auch Mutige holt die Angst irgendwann ein, Erkenntnis kann es nicht gewesen sein, denn in den Rosenheimer Wahlkabinen fand sich am Sonntag folgender Hinweis: Kreuze nur mit dem Stift aus der Wahlkabine zu tätigen. Der Coronavirus reibt sich die Hände, nämlich so viele, wie den Stift nutzen. Rosenheim ist wirklich mutig – schneller und effizienter lässt sich der Virus nicht verbreiten.

André Wallner

Rosenheim

Das Coronavirus bietet die Chance zu einem Paradigmawechsel – es gibt keine Insel der Glückseligen, nur eine globale Abhängigkeit. Nur ein Miteinander, ein Einbetten einer Gemeinwohlwirtschaft in die Gesellschaft und nicht umgekehrt kann dauerhaft funktionieren. Die Unterdrückung der produzierenden und dienstleistenden Realwirtschaft durch unbegrenzte Finanzmärkte und irre Schulden zeigt sich beispielsweise an der mangelhaften Vorsorge vor der Pandemie. Warum hat ein Herr Höcke Zulauf? Unsicherheit, Perspektivlosigkeit, Machtlosigkeit, „Underdog-Gefühl“ – kurz Angst – verdrängen Empathie, lenken von den relevanten Außen- und Innenproblemen ab hin zum Feindbild und eigenen Überhöhung. Die freie Konkurrenzwirtschaft und Gier scheint unkontrollierbar, nicht durchschaubar, nicht rechenschaftspflichtig, die Finanzmacht unbegrenzt und allmächtig mit irren Schulden. Es entstehen Jobverlustangst, prekäre Doppeljobs, Burnout und Abstiegsangst. Diese Angstsituation wird politisch zum Machterhalt ausgenutzt, indem angebliche Verursacher als Feindbilder und Ablenkungen durch falsche Informationen und Unterdrückungen gebildet werden. Wer den Drachen besiegen will, muss in seine Haut sich begeben, sagt der Chinese. Ein Stopp zu setzen ist sicher nötig, aber ein C bei einer Partei verlangt einen globalen Paradigmawechsel. Dazu gibt es hilfreiche, kompetente Bürger hier!

Hans-Jürgen Ehlers

Rosenheim

Warum werden im Landkreis Rosenheim keine Wohnorte veröffentlicht, wo das Coronavirus aufgetreten ist? Der Verweis des Gesundheitsamtes Rosenheim, dass aufgrund des Datenschutzes keine Orte genannt werden und den besonderen Schutz der Betroffenen, bei denen das Coronavirus aufgetreten ist, erscheint mehr als seltsam. Vom Auftreten des ersten Corona-Falles bis heute werden immer wieder die Wohnorte in Deutschland genannt. Teilweise sogar die Firmen und die Wohnorte der Mitarbeiter. Ist dieser angebliche Datenschutz des Gesundheitsamtes Rosenheim etwas selbst Erdachtes oder halten sich die anderen Gesundheitsämter in Deutschland nur nicht an eine solche Verordnung? Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das Gesundheitsamt Rosenheim mit zweierlei Maß misst. Eine Beschwerde von mir wegen Untätigkeit unserer Hausverwaltung bezüglich Wasser-Beprobung (Legionellen) wurde im Original an die Hausverwaltung weitergeleitet. Als ich dann die Antworten der Hausverwaltung einsehen wollte, verwies man auf den Datenschutz. Auf meinen Einspruch bekam ich noch nicht einmal eine Antwort. Anscheinend wird der Datenschutz hier so ausgelegt, wie es das Gesundheitsamt gerade für gut hält.

Peter Till

Bad Aibling Warum werden Tagespflegen nicht endlich geschlossen? Die Situation dort stellt sich in den meisten Einrichtungen wie folgt dar: Täglich werden die Senioren aus einem landkreisweiten Einzugsgebiet vom Personal mit Kleinbussen oder Pkw abgeholt und sind tagsüber in der Tagespflege, abends wird heimgebracht. Dadurch ist hier keine Eindämmung der Verbreitungswege wirksam. Im Gegenteil könnten sich Personal, Fahrer und Senioren sich zu Hause oder in der Tagespflege durch die räumliche Nähe, enge Sitzordnung, Hilfestellung beim Essen, Körperkontakt bei der Pflege oder Ein-/Aussteighilfe beim Fahrzeug infiziert haben. Abends werden sie wieder landkreisweit verteilt. Besser kann man Krankheiten kaum verbreiten. Dies ist im Widerspruch zum ansonsten geforderten Verhalten. In Altersheimen werden aus genau diesem Grund Besuche untersagt, Schulen, Veranstaltungen, Kindergärten, Turnhallen, Büchereien, Grenzen geschlossen. Spät genug in allem ist man hier in Deutschland wieder dran. Diese Woche wird der ganzen Republik dringlichst erklärt, warum diese Maßnahmen zur Pandemie unverzichtbar sind. Maßnahmen die man vor einer Woche noch für unnötig hielt. So verantwortlich man Ende letzter Woche endlich und plötzlich in Bayern und deutschlandweit reagierte, so unverantwortlich ist es, in diesen Bereich völlig untätig zu sein, als wäre er einfach vergessen worden.

Walter Aigner

Mühldorf

Die Folgen der Corona-Infektionen dürfen nicht unterschätzt werden, sollte jedoch, um eine hysterische Überreaktion zu vermeiden, mit der ebenso gefährlichen Influenza (Grippe) verglichen werden. Dieses alljährlich stattfindende Ereignis wird kaum mehr beachtet, obwohl in den letzten zehn Jahren statistisch, je nach Intensität, in den USA jährlich 9,3 bis 45 Millionen Menschen sich infizieren, 12 000 bis 61 000 sterben und 140 000 bis 810 000 im Krankenhaus landen. Salbendes Ermahnen zur Nächstenliebe ist hier nicht hilfreich, Hinweise auf Verhaltensregeln, um die Verbreitung zu minimieren, jedoch schon. Das Handgeben muss durch Zeigen der Handfläche zwingend ersetzt werden („Corona Gruß“), das weitverbreitete Umarmen mit Gesichtsnähe muss vermieden werden. Husten und Niesen muss, um Tröpfchenwolken zu vermeiden, mit dem Taschentuch gebremst werden. Beim Gespräch einen vernünftigen Abstand halten. Hände waschen oder desinfizieren wo immer praktikabel. Grenzschließungen wie in den USA, Österreich und Jamaika sind sinnvoll, so auch Videokonferenzen anstelle von Geschäftsreisen. Impfstoffe werden in den USA im März dieses Jahres getestet, bestehende US-Medikamente, bei uns nicht zugelassen, ebenfalls. Spekulative Aussagen des Robert-Koch-Instituts (Lothar Wieler) wie „kein Impfstoff vor 2021 und jahrelang anhaltende Corona Epidemie“ dienen der Panikmache, nicht aber, wie bei der Grippe erwiesen, der Faktenbeschreibung.

Walter Wieland

Prien

Schlimm sind die Verhältnisse in Italien, Häme zu zeigen ist nicht angebracht. Die eine Frage sei aber erlaubt: Hat es vielleicht an Sorgfalt gefehlt? Ein Beispiel dafür: In Prato gibt es 3500 chinesische Firmen. Es wird Billigkleidung für den Norden Italiens (Strand) produziert. Die Mitarbeiter sind aus China. In Prato gibt es deshalb ein Chinatown mit mit etwa 50 000 chinesischen Bewohnern. Die Zahl der Illegalen schätzt man auf mindestens weitere 20 000. Erwirtschaftetes geht monatlich nach China. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass Reisetätigkeiten nach China und zurück stattfanden, auch in der Coronazeit – und wenn es über Umwege ging. Illegale sind zudem nicht kontrollierbar. Die Abnehmer der Waren sitzen wohl auch im Norden, etwa in Mailand. Vermutlich ist das Problem zu spät erkannt worden. Die Strecke von Mailand nach München, das ist wohl kein Problem. Und schon sind sie da, die Viren! Sollte sich das Szenario so bestätigen, braucht es keine Anstrengungen mehr, herauszufinden, wo die denn herkommen.

Bernd Wagner

Bergen

Der FDP-Abgeordnete aus Starnberg, der sich über die Nichterreichbarkeit der Notfallhotline beschwert, sollte sich selbst bitte fragen, wa rum er bei den erlittenen Anzeichen einer Infektion im Flugzeug nicht sofort das Flugpersonal informiert hat. Warum fahre ich erst mal nach Hause (um ja nicht am Flughafen in Quarantäne zu müssen?) und stecke im Flugzeug, am Airport und auf dem Weg nach Hause eventuell noch weitere Menschen an? Habe ich dann noch das Recht mich über eine nicht erreichbare Notfallnummer zu beschweren? Axel Hohenlohe

Kiefersfelden

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