Eine Melange aus Techno und Jazz

Das „LBT“ spieltefeine Jazznummern und ließ mit energetischem Technosound „Le Pirate“ und Ludwigsplatz erbeben. Friedrich

Rosenheim –. Das Leo-Betzl-Trio gastierte kürzlich im Le Pirate in Rosenheim.

Im Gepäck: die neue CD „Stereo“. Das Dreigestirn aus Pianist Leo Betzl, Schlagzeuger Sebastian Wolfgruber und Bassist Maximilian Hirning ist sehr erfolgreich: Hansjürg-Henzler-Preis, Europäischer Nachwuchspreis der Jazzwoche Burghausen, dazu der BMW-Welt-Jazz-Award. Dementsprechend tummelten sich viele, vor allem jüngere Gäste im Musikclub am Ludwigsplatz.

Gelassener Einstieg,aufbrausender Bass

Die Band stieg ein mit dem vertrackten „Parks Bells“, unruhig und quirlig, mit einem die Hände über Kreuz spielenden Leo Betzl. Die „Elegie“ entwickelte sich von einem gelassenen Einstieg über ein Aufbranden von Bass und Piano hin zu einer richtig rockigen Nummer, gefolgt von der bläserlosen Bebop-Attraktion „Faroeric“, enorm treibend mit gestrichenem Bass und knackigem Schlagzeugsolo. Die „Plants“ boten feine Wechsel im Tempo und große Unterschiede im Lautstärkevolumen zwischen laut und leise.

Die drei Jazz-Jungstars agieren teils auf der Basis alter Schule und kennen durch ihre Ausbildung die Standards, interpretieren diese aber neu und hochkreativ und bauen klangliche Details geschickt mit ein.

Balladen wie „Changing Moods“ gelingen unkitschig und träumerisch-reizvoll im Kontrast zu hammerartigen Tempopassagen. Die Band hat sich das Kompositorische aufgeteilt: Leo Betzl steuert die am traditionellen Jazz orientierten Stücke bei, während Maximilian Hirning sich um die Technonummern kümmert.

Das zweite Set bestand aus einer einzigen brillant dargebotenen, unglaublichen Techno-Power-Nummer, lediglich der Platz zum Tanzen fehlte. Die Bühne bebte, der Raum vibrierte und die atemlosen Gäste äußerten ihre Begeisterung in einem fulminanten Applaus.

Kommentare