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Musikalische Erzählung

Eine Liebe in Zeiten des Krieges: Briefe aus Odesse

Söngerin Rayka Emme hat zusammen mit den Life-Chords die Tagebücher ihrer Mutter musikalisch zum Leben erweckt.
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Söngerin Rayka Emme hat zusammen mit den Life-Chords die Tagebücher ihrer Mutter musikalisch zum Leben erweckt.
  • VonUte Bößwetter
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Es wurde ein emotionsreicher Abend, denn die Nachrichten vom Beschuss Odessas durch Russland waren erst ein paar Stunden alt. Die musikalische Erzählung der LifveChords „144 Stunden in Odessa“ handelt von der Besetzung Odessas durch die Deutschen im 2. Weltkrieg, und sie erzählt von einer Liebe in Zeiten des Krieges.

Bad Aibling – Besonders berührend war dieser musikalische Event, weil es sich in der Geschichte um die Mutter der Aiblinger Sängerin Rayka Emme handelt. Sie hatte sich erst vor einiger Zeit entschlossen, die lange gehütete Kiste mit den Briefen und Tagebuchaufzeichnungen ihrer Mutter zu öffnen und den Inhalt zu lesen. Ingrid Lasberg, eine junge Sängerin, gehörte zu den Künstlerinnen und Künstlern, die zur musikalischen Unterhaltung der deutschen Truppen an die Front nach Russland reisten. In Odessa kam es für sie zu einer schicksalhaften Begegnung: Sie lernte dort den Kriegsberichterstatter Günther Thoma kennen und lieben. Die beiden nutzen die wenigen Tage und Stunden, gemeinsam durch die Stadt zu streifen und die Sehenswürdigkeiten anzuschauen.

Die gemeinsame Zeit ist begrenzt, Ingrid wird schon bald wieder ihre Koffer packen und die Heimreise antreten. Aber für beide steht fest: „Nach dem Krieg, im Frieden“ sieht man sich wieder. Dass es dazu nie kommen wird, können beide nicht ahnen. Nach Ingrids Abreise werden über die Dauer von zwei Jahren zahllose Briefe ausgetauscht, die von ständig wachsender Liebe zeugen. Bis Ingrid im Jahr 1944 den letzten von ihr geschriebenen Brief zurückerhält, der den Vermerk trägt: „vermisst oder gefallen“.

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Die Gruppe Lifve-Chords hat diese Geschichte als Multimediashow gestaltet: Rayka Emme singt bekannte, aber auch von ihr und der Gruppe verfasste Lieder, die alle den Geist der damaligen Zeit wachrufen. Zwischendurch erzählt sie die Geschichte mit sehr persönlichen Worten, ihre Stimme in allen Tonlagen des Gesangs und der Erzählungen ungemein eindrucksvoll.

Meisterhaft beherrschten ihre Musiker die Instrumente, in Jazz, Groove und Lied immer genau die Stimmung treffend: Nikolaus Stigloher am Kontrabass, Sabine Xoxi Huber nicht nur am Piano, sondern mit Akkordeon und auch auf dem Saxophon, Michael Lackner auf verschiedenen Gitarren und Giuseppe Watzlawick am Schlagzeug. Um den Eindruck abzurunden, hingen an den Wänden von Nikolaus Stigloher gestaltete Aquarelle, unter anderem ein Porträt von Ingrid Lasberg und die berühmte Treppe von Odessa.

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