„Ein, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben“

Nicht nur für Kinder geeignet ist „1, 2, 3, 4, 5, 6, 7“. VMA

Mich treibt eine große Sorge um, wenn in der Zeitung zu lesen ist: Alle Großveranstaltungen bis Ende August abgesagt – und damit wird stillschweigend auch dazugezählt, was als kleine lokale Kultur jahrelang für ein lebendiges Miteinander sorgte.

Es wird sinnvoll sein, große Volksfeste und Massenevents abzusagen – aber bei den kleinen oder verkleinerungsfähigen Angeboten sollte man genau überlegen. Ganz sorgsam ist hier der soziale und gesundheitliche Wert des Kulturschaffens wie beispielsweise Singen und Musizieren oder Theaterspielen und Vereinsarbeit in den Blick zu nehmen! Dies ist genau so wichtig wie die körperliche Bewegung an der frischen Luft.

Diese natürliche, für das soziale Leben der Menschen wichtige „Kleinkultur“, muss zum emotionalen Wohl der Bevölkerung neue Formen suchen dürfen – selbstverständlich mit der in Corona-Zeiten gebotenen Vorsicht. Es müssen neue, der Gefahrenlage angepasste Konzepte und Ausrichtungen erprobt werden dürfen – und zwar im „analogen“ Leben und für alle Altersschichten.

Vieles ist ja in früheren Generationen ganz selbstverständlich gewesen, als es noch keine oder viel weniger Massenveranstaltungen gab, die man heute pauschal zu „Kultur“ zählt. Gerade auch mit unseren Impulsen zum eigenen singerischen und musikalischen Tun in Familien und engem Umfeld  – und dem damit verbundenen kostenlosen Versand von kleinen Liederheftchen für alle Altersschichten – hat der Bezirk Oberbayern eine wunderbare Art der musikalischen Eigenaktivierung gestärkt. Viele sagen: „Wie früher halt!“

Und so wollen wir auch wieder ein Lied zum Selbersingen anbieten– diesmal etwas, was die Kinder können – aber auch die Erwachsenen und somit alle Genera tionen untereinander!

„1, 2, 3, 4, 5, 6, 7“ – diesen Vers zum Weiterdichten kennen viele von uns – die einen haben es beim Volkstanz zum „Siebenschritt“ mitgesungen – die anderen erinnern sich an ihre Kinderzeit oder haben es im Kindergarten oder in der Schule gespielt – wieder andere denken an ein eher „unanständiges“ Wirtshausgsangl! Manche Volkslieder sind ganz unter-schiedlich ausgeprägt, je nach Alter oder Gelegenheit der Singenden! Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, einen Text kennen oder Erfahrungen mit diesem einfachen Lied haben, schreiben Sie bitte ans Volksmusikarchiv –wir freuen uns auf viele Rückantworten.

Die beigegebene Liedfassung haben wir veröffentlicht im Liederheft „Beim Bimperlwirt, beim Bamperlwirt“ (23 Kinderlieder aus Oberbayern und den benachbarten Gebieten, VMA 1992). Die Aufnahme mit Kindern aus Vagen zusammen mit Annemarie und Hubert Meixner ist zu hören auf der gleichnamigen CD (VMA 2001) oder unter www.ovb-online.de.

Melden Sie sich bitte mit Ihren Liedwünschen oder Ideen zur Corona-Zeit per Post, E-Mail, Fax oder Telefon beim Volksmusikarchiv und Volksmusikpflege des Bezirks Oberbayern (Krankenhausweg 39, 83052 Bruckmühl E-Mail: volksmusikar-chiv@bezirk-oberbayern.de Fax 0 80 62/86 94, Telefon 0 80 62/51 64). Schreiben Sie uns, was Sie singen, zu welchen Gelegenheiten – und welche neuen Gedanken zur lokalen „Kleinkultur“ Sie haben.

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