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Volker Nemmer begleitet ihn am Klavier

Ein „Rosenheim Cop“ erklärt Wien: Max Müller spricht, rezitiert und singt im Schloss Amerang

Max Müller als träg-verruchtes „Chesterfield Girl“ auf Schloss Amerang.
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Max Müller als träg-verruchtes „Chesterfield Girl“ auf Schloss Amerang.

Als „Rosenheim Cop“ spricht Max Müller Bairisch, obwohl er in Kärnten geboren ist. Im Schloss Amerang erklärte der Kärntner nun die österreichische Hauptstadt: „Annäherung an Wien“ heißt sein Programm, in dem er mittels Wienerliedern, Texten, Tagebucheinträgen und Gedichten die Wiener Seele zu ergründen versucht.

Amerang – Dabei hilft ihm nicht nur sein immer noch bubenhafter Charme, sondern auch seine gründliche Ausbildung zum Sänger an der Wiener Musikhochschule. Das ergab eine animierende Melange, einen höchst abwechslungsreichen, charmanten, frozelnden, lustigen und bisweilen tiefgründigen Abend.

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Begleitet hat ihn der sehr wendige Volker Nemmer am Klavier, gleichsam ein Hansdampf zwischen allen Noten, der jede Tonart beherrschte, von Franz Schubert bis Georg Kreisler. Dieser war natürlich mit der „Telefonpolka“ vertreten, in der lauter tschechische Namen genannt werden, die mit „V“ beginnen: „Vondrak, Vortel, Viplaschil, Voytech, Vozzek, Vimladil…“.

Texte von Ernst Jandl rezitiert

Genüsslich verzwirbelte Müller diese Namensaufzählung, die beweist, dass jeder echte Wiener aus Brünn kommt. Neben Kreisler rezitierte Müller Texte von Ernst Jandl und auch von Hans Carl Artmann.

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Den Beginn machte das „Wiener Alphabet“ von Trude Marcik, das Richard Österreicher vertont hat. Müller sprach diese, teilweise heute nicht mehr gekannten, Wiener Dialektausdrücke im Geschwindschritt und begleitete sich selbst am Klavier.

Respektabler Bariton

Dass er wirklich einen respektablen Bariton hat, ließ sich hören in Liedern von Nestroy, Robert Stolz („Im Prater blüh’n wieder die Bäume“) und von Hermann Leopoldi sowie als arrogant-fadisierter „Musikkritiker“ (von Georg Kreisler).

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Schauspielkunst brauchte er zusätzlich in den Liedern von Gerhard Bronner: Als „Chesterfield Girl“ trug er Ohrringe und mutierte zum träg-verruchten Weib. Als „Der g‘schupfte Ferdl“ setzte er sich gekonnt als Vorstadtstrizzi in Szene.

Leise Servus sagen

Andrea Maria Dusil hat der – je nachdem, wen man trifft – immer anders gewählten sprachlichen Färbung von „Servus“ einen kleinen Text gewidmet, den Müller perfekt umsetzte. Und mit „Sag beim Abschied leise Servus“ verabschiedete sich Max Müller auch von seinem hochvergnügten Publikum.

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