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Ein Österreicher beginnt mit Demut

Andreas Penninger bekam von der Vorstandschaft der Innphilharmonie, Orchestervorsitzende Nina Schwänzer, Vorsitzende Peggy Behrendt, Chorvorsitzende Kerstin Illanes-Céspedes (von links), ein Etui mit Dirigentenstäben.
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Andreas Penninger bekam von der Vorstandschaft der Innphilharmonie, Orchestervorsitzende Nina Schwänzer, Vorsitzende Peggy Behrendt, Chorvorsitzende Kerstin Illanes-Céspedes (von links), ein Etui mit Dirigentenstäben.

Rosenheim – Das Konzert der Innphilharmonie im Kuko war ein zweifacher Neubeginn: Einmal war es das erste Konzert nach der langen Corona-Pause, zum zweiten war es das offizielle Antrittskonzert des neuen Dirigenten Andreas Penninger.

Ein Etuials Geschenk

Der bekam deshalb vor Konzertbeginn von Peggy Behrendt, der Vorsitzenden der Innphilharmonie, als Geschenk ein Etui mit Dirigentenstäben. Mit viel Demut beginne er seine Tätigkeit, sagte Penninger, und er freue sich als Österreicher über ein rein österreichisches Programm. In der Tat wurden Werke von Josef Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert gespielt.

Es schien, als sei mit dem neuen Dirigenten neuer Elan in das Orchester gekommen. Von Penninger, der mit klarer Gestik dirigierte, geht sehr viel menschliche Wärme aus, die die Musiker mit aufmerksamer Frische und Lebhaftigkeit beantworten.

Das zeigte sich schon an der Haydn-Symphonie Nr. 6 mit dem Titel „Le Matin“: Kammermusikalische Feinheit, organischer Fluss, gut ausgehorchte Dreiklänge, die den Sonnenaufgang malen, und schließlich der heitere Schwung im Finale waren die Trümpfe im Spiel der Musiker, von denen sich hier viele mit großer Spiellust und in ausgezeichneter Qualität als Solisten präsentieren konnten. Für das Klarinettenkonzert von Mozart war Adam Ambarzumjan engagiert worden, der Soloklarinettist der Württembergischen Philharmonie Reutlingen: ein Glücksfall. Sehr souverän und unfeierlich, quasi ohne Klassik-Weihrauch, war sein Spiel, er versteht es, das Schwere leicht erscheinen zu lassen, flirrend leise kamen manche Läufe, aus der Stille wuchsen die subtilen Piani, reintönig und warm waren die tiefen Töne des von ihm gewählten Bassett-Horns, für das dieses Konzert eigentlich geschrieben ist.

Ambarzumjan denkt in großen Melodiebögen, die voll tiefer Empfindung sich wölben. Dass Mozart schwerer zu spielen ist als Haydn, hörte man bisweilen im Orchester.

Und auch Schubert ist nicht ganz einfach zu spielen, so spielerisch seine Musik sich auch anhört. In dessen Symphonie Nr. 5 waren die Geigen trotz sprudelnder Fröhlichkeit manchmal etwas inhomogen, die Holzbläser waren vor allem im zweiten Satz nicht ganz gut eingebettet in den Orchesterklang.

Spannkraft ließkurzzeitig nach

Überhaupt ließ die Spannkraft der Musiker etwas nach – doch im Finale legten sie mit neuem Elan wieder los und brachten dieses Debüt-Konzert zu einem freudig-würdigen Schluss.

Haydn stand 48 Jahre lang im Dienst des Fürsten Esterházy, sagte Andreas Penninger in seiner kurzen Anmoderation, er dürfte diese Anzahl von Jahren bei der Innphilharmonie nicht erreichen – aber zu wünschen wären wenigstens viele Jahre.

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