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Stadtkapelle Wasserburg

Ein Monumentalwerk bildet das Zentrum eines blasmusikalischen Feuerwerks

Nach zwei Jahren hatte die Wasserburger Stadtkapelle wieder einen Auftritt.
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Nach zwei Jahren hatte die Wasserburger Stadtkapelle wieder einen Auftritt.

Das Motto zum Frühlingskonzert der Stadtkapelle hieß einfach nur „Musik ist Programm“. Dabei verbarg sich hinter dem recht unspektakulären Titel eine bemerkenswerte Auswahl zeitgenössischer Kompositionen und neu arrangierter Originalwerke für die konzertante Blasmusik.

Wasserburg – Die Freude unter den Musikern war groß. Nach zweijähriger Zwangspause konnte das traditionelle Frühligskonzert endlich wieder stattfinden. Die beiden Orchester der Stadtkapelle überzeugten dann auch musikalisch in jeder Hinsicht. Geboten wurde ein tolles Programm mit heiterer Revuemusik, bekannten Hollywoodthemen und ein barockes Monumentalwerk für große Symphonieorchester. Stadtkapellmeister Michael Kummer komplettierte mit seiner sympathischen Conférence den musikalisch brillanten Frühlingsauftakt.

Traditionell eröffnete die Jugendkapelle mit Dirigentin Magdalena Weber den Abend. Der beschwingte Konzertmarsch „Opening“ des Komponisten Ernst Hoffmann aus dem Jahr 1985 erwies sich als perfekte musikalische Einstimmung auf den Frühling als die schönste Zeit im Jahr. Mit viel Schwung und der Polka „Ernst im Allgäu“ ging es weiter. Nachwuchsmusiker Manuel Kettner spielte das wunderbare Bariton-Solo, das als Leitmotiv im Stück immer wieder auftauchte. Es folgte noch ein kurzer Ausflug mit Impressionen aus dem Soundtrack von „Greatest Showman“, einer vielbeachtenten Filmbiografie über den amerikanischen Zirkuspionier P. T. Barnum aus dem Jahr 2017.

Anlässlich des Aachener Friedens

Dann kam das Erwachsenenorchester unter Leitung von Michael Kummer auf die Bühne und eröffnete mit Georg Friedrich Händels Feuerwerksmusik den zweiten Teil des Abends. Händel komponierte die fünfteilige Suite im Auftrag des englischen König Georg des II. als Festmusik zum Feuerwerk anlässlich des Aachener Friedens. Das 20-minütige, spätbarocke Monomentalwerk ist in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich. Die Generalprobe im April 1749 verursachte den ersten Verkehrsstau in der Geschichte Londons. Händel selbst wurde mit der Komposition zum ersten internationalen Superstar.

Nach heutigem Maßstab machten die Einnahmen aus der Feuerwerksmusik den Komponisten zum Millionär. Schon die Zeitungsmeldung, es werde eine „Musick, composed by Mr. Handel for the Royal Fireworks“, öffentlich aufgeführt, versetzte Tausende Londoner in beinahe hysterische Begeisterung.

Hexe und Heilige

Mit „A Festival Prelude“, einem Vorspiel für ein großes Festival von Alfred Reed und der zeitgenössischen Klangdichtung „Die Hexe und die Heilige“von Steven Reineke folgten zwei Kompositionen für Blasorchster. Der US-Amerikaner Reineke greift in seinen bewegenden Klangbildern eine Legende auf, die auf die Zeit der Hexenverfolgung in Ellwangen zurückgeht. Das Städtchen in Baden-Württhemberg hatte besonders viele Opfer zu beklagen. Um das Jahr 1600 wurden mindestens 450 Personen ermodert, die meisten davon verbrannt. Etwa die Hälfte der Ellwanger Frauen und jeder sechste Mann fielen damals dem Hexenwahn zum Opfer.

Als weniger dramatisch aber genauso unterhaltsam erwies sich das von Warren Barker arrangierte Medley „Hollywood“ am Ende des rundum gelungenen Konzerts. Mit den darin enthaltenen Kompositionen von Henry Mancini, John Williams oder Harold Arlen wurden die Erinnerungen an unvergessene Klassiker der Filmgeschichte wie „Frühstück bei Tiffany“, „Indiana Jones“, „Star Trek „ oder auch „Der Zauberer von Oz“ noch einmal wach.

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