Reaktionen der Geehrten

Ein Glücksmoment für die neuen Kulturpreisträger des Landkreises in Lockdown-Zeiten

Er ist mit der Jüngste der Preisträger und „überwältigt von der Auszeichnung“, wie er in einer ersten Reaktion betont: Regisseur Sebastian Schindler. Wie die weiteren Geehrten sieht er den Kulturpreis als Impuls für seine Arbeit – gerade in Zeiten des Teil-Lockdowns.
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Er ist mit der Jüngste der Preisträger und „überwältigt von der Auszeichnung“, wie er in einer ersten Reaktion betont: Regisseur Sebastian Schindler. Wie die weiteren Geehrten sieht er den Kulturpreis als Impuls für seine Arbeit – gerade in Zeiten des Teil-Lockdowns.

Der Spielmanns- und Fanfarenzug Beyharting, Schauspieler und Theatermacher Jörg Herweg, Filmemacher Sebastian Schindler sowie der Pianist Kurt Hantsch erhalten den Kulturpreis des Landkreises Rosenheim. So emotional reagieren die neuen Preisträger auf die Auszeichnung.

Rosenheim/Landkreis –Die Gemeinde Tuntenhausen war es, die den Spielmanns- und Fanfarenzug Beyhartingwiederholt für den Kultursonderpreis des Landkreises Rosenheim vorgeschlagen hat. Diesmal mit Erfolg. „Dass ein Spielmannszug mehrfacher Bayerischer Meister und Deutscher Vizemeister wird, ist wirklich außergewöhnlich“, begründet Bürgermeister Georg Weigl seine Wahl und ergänzt: „Die intensive Jugendarbeit und der enge Zusammenhalt im Verein sowie seine Bedeutung für den Ort Beyharting sind etwas ganz Besonderes.“ Durch die bayrischen und deutschlandweiten Erfolge der Beyhartinger Spielleute werde auch die Gemeinde Tuntenhausen überregional wahrgenommen.

Der Spielmanns- und Fanfarenzug Beyharting beim Proben. Das Engagement wurde nicht nur mit der Bayerischen Meisterschaft und Deutschen Vizemeisterschaft belohnt, sondern jetzt auch mit dem Kulturpreis des Landkreises.

Willkommene Finanzspritze

„Das ist eine große Ehre und macht uns wirklich stolz“, freut sich Alexandra Schweiger, stellvertretende Vereinsvorsitzende über den Kultursonderpreis. Da im Corona-Jahr die Einnahmen von Auftritten fehlten, könne man die Finanzspritze von 1500 Euro gut für den Kauf von Instrumenten gebrauchen.

Doch welchen Stellenwert hat ein lokaler Kultursonderpreis für einen Bayrischen Meister und Deutschen Vizemeister? „Einen großen natürlich, denn wir sind sehr stolz darauf, dass auch unser Landkreis würdigt, was wir ehrenamtlich Woche für Woche leisten“, betont Vorstandsmitglied Andrea Cardin. Im kommenden Jahr feiert der Spielmanns- und Fanfarenzug sein 45-jähriges Bestehen.

Auch Theaterleiter, Regisseur, Autor und Schauspieler Jörg Herweghunterstreicht die Wichtigkeit der Auszeichnung. „Der Preis bedeutet mir sehr viel. Das ist was Besonderes in diesem Jahr. In diesen schwierigen Zeiten ist das eine unglaubliche Unterstützung. Das gibt uns wieder Auftrieb, weiterzumachen und kreativ zu bleiben. Ich komme ja aus dem Landkreis Rosenheim, bin hier aufgewachsen und habe viele Theaterproduktionen gemacht. Mit meinem Kleinbetrieb habe ich etwas gewählt, was sowieso nicht sicher ist. Die Coronakrise braucht niemand, aber es hat keinen Sinn, wenn man jetzt in Depressionen und Jammerei verfällt. Die kreativen Berufe sind jetzt aufgefordert zu zeigen, dass man auch in solchen schwierigen Zeiten reagieren kann.

Mit dem „Wintermaer“ will Jörg Herwegh die Corona-Phase überbrücken.

„Es ist mir eine große Ehre und Freude, dass ich diesen schönen Kulturpreis erhalten soll! Aber es ist ja nicht so gewesen, dass ich das 50 Jahre alleine gemacht habe“, so Pianist und Musikpädagoge Kurt Hantsch. Er habe zwar die Künstler bestellt, aber es sei viel Arbeit nebenher. Der beliebte Musiker dankt vor allem Dr. Helmut Hoche vom damaligen Kulturverein Redenfelden, der von Anfang an mit ihm zusammengearbeitet hat. „Wir haben uns die Arbeit geteilt. Ich hatte den künstlerischen, er den finanziellen und geschäftlichen Teil.“ Wichtige Mitarbeiter seien auch Michael Seck, Anne Hesselmann und in neuerer Zeit Ulrike Gierlinger gewesen.

Musikädagoge und Pianist Kurt Hantsch bedankt sichbeim Team.

Hantsch weiter: „Ich möchte auch einigen Förderern danken: vor allen den Stiftungsvorständen vom Schloss Neubeuern, die ja die Anregung zu den Schlosskonzerten gaben. Ich stand damals am Eingang zum Saal, da sagte der damalige Stiftungsvorstand zu mir: ‚Hantsch, machen Sie Konzerte!‘ Es hatten ja immer Konzerte stattgefunden, aber die waren nur intern für die Schüler gedacht.

Das war im Jahr 1970. Stiftungsvorstand Koller kam damals als Einziger regelmäßig ins Konzert. Das war für die ja nicht selbstverständlich.“ Sein Dank gilt auch dem jetzigen Stiftungsvorstand Jörg Müller. Auch der ehemalige Bürgermeister von Neubeuern, Josef Trost, habe ihn immer unterstützt.

Er habe ja schon verschiedene Ehrungen bekommen: den Neubeurer Gemeindebrief, den Interregio-Preis und das Bundesverdienstkreuz. Seine Freude teilt er jetzt vor allem mit seinem Nachfolger Herbert Schuch.

„Das ist der absolute Wahnsinn“

„Als mich unsere Gemeinde für den Preis nominiert hat, war ich schon sehr überwältigt“ , freut sich Regisseur und Produzent Sebastian Schindler. Ihn jetzt tatsächlich in den Händen zu halten, sei der „absolute Wahnsinn“! Schindler: „Es ist meine erste Auszeichnung und eine unglaublich tolle Bestätigung und Anerkennung. Ich möchte allen danken, die das möglich gemacht haben, insbesondere meinem Team und den Schauspielern von „Mit dem Rückwärtsgang nach vorn“.

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