Ein „Ave Maria“für die Enkelin

Rosenheim – Nach seinem ersten Streichquartett hat der Rosenheimer Komponist Walther Prokop nun ein „Ave Maria“ für hohe Stimme und Orgel komponiert.

Es ist seiner jüngst geborenen Enkeltochter gewidmet. Das Werk ist im lebendigen Wechsel vom Vierer- und Dreiertakt gehalten. Deutlich abgesetzt ist der Teil ab „Sancta Maria“ und dann wieder ab der Erwähnung der Todesstunde. Die Singstimme fließt sanglich, dem Sprechrhythmus folgend. Bestimmend in der Orgelbegleitung ist ein durchgehendes fallendes Motiv im Gebets-Gestus: wie ein melodisches Niederknieen, das sich dann aber bei den „Sancta-Maria!“-Rufen wieder aufschwingt. So wandelt sich dieses Motiv unablässig, kehrt sich zwischendrum um, wird ganz breit im Fortissimo bei dem Wort „Jesus“, das auch den höchsten Ton markiert, und wird erregt schneller bei der Bitte um Hilfe bei der Sündenvergebung („Ora pro nobis peccatoribus“) – wie ein letztes Lebens-Aufbäumen vor der Todesstunde. Das dreimalige Amen beschließt das kleine Werk. Dieses „Ave Maria“ reiht sich würdig ein in Prokops letzte große Werke für Singstimme und Orgel, wie zum Beispiel der „Sonnengesang“ oder „Das Hohelied“, die schon in der Rosenheimer Hedwigskirche erklungen sind. Möge dies dem neuesten Werk auch bald möglich sein!

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