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Premiere der Komödie "Zwei wie Bonnie und Clyde" im Hotel Paulaner in Wasserburg

Dümmer als die Polizei erlaubt

Manni (Jörg Herwegh) und Chantal (Brigitte Oberkandler), ein ebenso sympathisches wie selten dämliches Gangsterduo.   Foto  Janeczka
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Manni (Jörg Herwegh) und Chantal (Brigitte Oberkandler), ein ebenso sympathisches wie selten dämliches Gangsterduo. Foto Janeczka

Die Krimikomödie "Zwei wie Bonnie und Clyde" bietet derzeit bei "Mimes and Moore" im Wasserburger Hotel Paulaner famose Unterhaltung. Denn das Theater Narrenschiff schickt Deutschlands dümmstes Bankräuberpaar auf die Bühne. Begleitet wird das herrlich schräge Stück von einem Theatermenü, ein komödiantisch-kulinarisches Erfolgsrezept, das sich mehr als sehen lassen kann, wie die Premiere zeigte.

Sie waren jung, äußerst brutal und tödlich ineinander verliebt: Bonnie Parker und Clyde Barrow. Zwei Jahre lang zog das Verbrecherpaar quer durch den Mittleren Westen der USA. Erst nach dreizehn Morden, neun davon an Polizisten, und unzähligen Raubüberfällen stoppte eine Polizeiarmee im Mai 1934 das Treiben. Bonnie und Clyde wurden von rund 50 Kugeln durchsiebt und gingen als berühmtestes Gangsterduo Amerikas in die Geschichte ein. Manni und Chantal sind zum Glück weit weniger gefährlich als Bonnie und Clyde, auch wenn sie verzweifelt versuchen, ihren Vorbildern nachzueifern. Dabei mangelt es nicht an krimineller Energie, nur sind die beiden dümmer als die Polizei erlaubt. Der erste Überfall misslingt, weil Chantal in der Bank die Plastiktüte mit dem Geld mit der Einkaufstüte einer Kundin verwechselt. Beim zweiten Überfall schnappen ihnen wegen unzureichender Ortskenntnisse Profis die Beute vor der Nase weg. Und die Pannenserie reist nicht ab. Auch die weiteren Versuche sind ein einziges Fiasko. Einmal wird ihr Fluchtwagen abgeschleppt, ein anderes Mal scheitert der Raub, weil Manni in der Bank nichts sehen kann. Dabei hatte Chantal wunschgemäß extra reißfeste Seidenstrümpfe als Masken besorgt. Wie konnte sie auch ahnen, dass diese blickdicht sind.

Constanze Baruschke und Jörg Herwegh inszenierten die wunderbare Screwball-Komödie des Schauspieler- und Autorenpaares Sabine Misiorny und Tom Müller. Schwungvoll und locker sorgten Schauspiel und Regie fünf Akte lang für exzellente Unterhaltung, ohne Längen und mit einem Spannungsbogen, der keine Atempause ließ. Slapstick, Comedy und feinsinniger Humor ergänzten sich nahezu perfekt.

Das Bühnenbild zeigte ein aufgelassenes Schuhlager mit stapelweise Kartons und Schuhen, von wo aus Manni und Chantal ihre Raubzüge ausbaldowerten. Brigitte Oberkandler spielte auf höchst vergnügliche Weise eine hinreißend naive Chantal, die für ihren geliebten Manni alles tun würde. Jörg Herwegh begeisterte als windiger Schmalspurganove, der von sich glaubt, alles fest im Griff zu haben. Nur ist Manni eben leider auch nicht mit allzu viel Verstand gesegnet und schon gar nicht das geniale Verbrechergehirn, für das er sich selbst hält.

Bestens auf die fünf Akte abgestimmt ergänzte ein Theatermenü von Paulanerwirtin Gabi Heindl das turbulente Treiben: Entensülze auf Orangenfenchel, Bouillabaisse und Ochsenbackerl oder Forelle auf Riesling-Kraut und ein Preiselbeereis zur Crème brulée sorgten für kulinarische Verschnaufpausen, die bei dem temporeichen Spiel höchst willkommen waren.

Drei Banküberfälle in vier Tagen, und das alles ohne einen Cent an Beute, das muss man erst mal schaffen. Doch schließlich kommen Manni und Chantal auf wundersame Weise doch zu ihrem "Zaster". Mit dem Geld aber kommt auch das Misstrauen. Manni glaubt wieder einmal der Klügere zu sein und versucht Chantal dummerweise auszubooten. "Das Glück ist mit den Doofen", stöhnt Manni, während draußen die Polizei anrückt.

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