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Ausstellung

„Dreiklang“ in der Städtischen Galerie Rosenheim

Die drei Kunstschaffenden Christine Ott, Bernhard Paul und Christian Heß im Cafe der Städtischen Galerie.
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Die drei Kunstschaffenden Christine Ott, Bernhard Paul und Christian Heß im Cafe der Städtischen Galerie.
  • VonRebecca Seeberg
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Die Ausstellung „Dreiklang zeigt noch bis 31. Oktober in der Städtischen Galerie Rosenheim aktuelle Werke von Bernhard Paul aus Rosenheim, Christine Ott aus München und Christian Heß aus Ullerting. Trotz unterschiedlicher Techniken treten die Arbeiten in einen künstlerischen Dialog.

Rosenheim – Mit der Eröffnung der Ausstellung „Dreiklang“ gelang ein „beglückender Start in die neue Ausstellungssaison“, freut sich die Leiterin der Städtischen Galerie Rosenheim Monika Hauser-Mair. Noch bis 31. Oktober 2021 sind dort die Werke von Christian Heß, Christine Ott und Bernhard Paul zu sehen.

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Die Ausstellung will den Vergleich ziehen zwischen Kunst und Musik, zwischen Komponieren und Malen. In erster Linie sind es aber Muster, die geplante Anordnung von roten Kringeln, wie bei Christian Heß, von Papierstreifen, wie bei Christine Ott, oder Pinselstrichen, wie bei Bernhard Paul, die dem Betrachter ins Auge fallen. Schon fast zu gut fügen sich die unterschiedlichen Oeuvres der Kunstschaffenden zueinander.

Bestimmte Muster müssen entstehen

Christine Ott t träumt davon, ihre Werke auf einer kleinen Drehorgel ablaufen zu lassen. Das Schema, nachdem die Bolzen im Inneren der Spielorgeln angeordnet werden und beim Drehen Melodien erzeugen, hat tatsächlich Ähnlichkeiten mit den Papierkreationen Otts. Sie arbeitet mit händisch geschnittenen und zuvor mit Tusche eingefärbten Papierstreifen, aus denen sie wiederum Raster legt. Dabei müssen für sie bestimmte Muster entstehen und manche müssen vermieden werden – wie bei dem Spiel, das Kinder gerne spielen: Man darf auf dem Bürgersteig nur auf dunkelrote, nicht aber auf die hellroten Pflastersteine treten.

Beabsichtigter Regelbruch

In dieser Ordnung werden dann Regeln gebrochen. Zum Beispiel schleicht sich Rot in das ansonsten vollkommen in gelben Farbtönen gehaltene Werk aus der Serie „recto.verso“. Was die Drehorgel wohl für Lieder spielen würde? Wahrscheinlich Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ mit ein paar aus dem Takt geratenen, feurigen Akkorden.

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So wie Ott ihre Muster anordnet, so folgt auch Bildhauer, Maler und Performancekünstler Christian Heß beim Zeichnen seiner roten Tuschekringel einer bestimmten Ordnung. Das zeigt seine jüngste Performance, in der er zu Fuß die zehn Kilometer von seinem Heimatort Ullerting zur Städtischen Galerie Rosenheim lief. Mit von der Partie war ein überdachtes Wägelchen mit Zeichentisch, ähnlich einem Fahrradanhänger. „Es geht mir darum, Zeit, Weg und Entfernung anders erlebbar zu machen“, erklärt Christian Heß. In diesen Performances gibt er sich eine bestimmte Anzahl an Schritten und bleibt dann mit dem Wagen stehen, um die entsprechende Anzahl an Kringeln nachzutragen – an Orten, an denen er sonst nicht Halt machen würde. Kommt er auf einer Kreuzung oder einem Bahnübergang zu stehen, dann gehe er allerdings noch die paar Schritte – so strikt hängt der Familienvater nun auch wieder nicht an der sich selbst auferlegten Ordnung.

Unterwegs mitdem „Kunsttaxi“

Mit dem „Kunsttaxi“, einer Art Rikscha, die von einer Person gezogen wird, bietet Heß Fahrten durch die Ausstellung „Dreiklang“ an. „Kunst anzusehen in einem Tempo, das man sich nicht aussuchen kann“ – das sei auch für sie eine neue Erfahrung gewesen, erzählt die Kunsthistorikerin und Kuratorin der Ausstellung Dr. Olena Balun.

Wiederkehrendes identifizieren

Wer „Dreiklang“ nun aber mit dem Vorsatz anschaut, die Musik in der Kunst zu entdecken, der wird wohl am ehesten bei Bernhard Paul fündig. Ähnlich dem Betrachten einer Partitur, bei dem man versucht, die einzelnen Instrumente herauszuhören oder das Wiederkehren eines Motivs zu identifizieren, lassen sich auch seine Bilder analysieren. „Wo wurde angesetzt, wie dicht wurde die Farbe aufgetragen, wie stark wurde ausgestrichen, welcher Pinsel wurde verwendet“ – jeder Strich sei komponiert, meint Dr. Balun. Vielleicht macht man es sich auch zu einfach, hier Kunst mit Musik vergleichen zu wollen.

Und doch: Ardhi Engl, der die Vernissage musikalisch begleitete, hat sich dabei vom „Dreiklang“ der Kunstschaffenden inspirieren lassen: „Die Ausstellung macht Räume für meine Klänge auf“. Intuitiv habe er beim Betrachten der Werke allerdings nicht an Joseph Haydn gedacht, sondern an „Minimalmusic“.

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