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Helmut Mühlbacher stellt in Bernau aus

Die Wahrnehmung gerät aus den Fugen

Fragwürdige Formen von „Naturliebe“ nimmt der Traunsteiner Künstler Helmut Mühlbacher in dieser aktuellen Arbeit provokant aufs Korn.
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Fragwürdige Formen von „Naturliebe“ nimmt der Traunsteiner Künstler Helmut Mühlbacher in dieser aktuellen Arbeit provokant aufs Korn.
  • Axel Effner
    VonAxel Effner
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Eine Ausstellung von Helmut Mühlbacher ist im Kurpark Bernau und in der Galerie Marah Art zu sehen. Er stellt die Betrachter seiner Kunst vor Herausforderungen.

Bernau – „Verstehst Du, was das hier eigentlich sein soll, ich komme da nicht mit.“ Angesichts von einem ganzen Feld unterschiedlich dicht verteilter Fliegenklatschen aus Plastik mit weißen und gelben Trefferflächen wirken die beiden älteren Damen im Kurpark von Bernau aktuell etwas ratlos. „Soll das Kunst sein?“ Die Installation von Helmut Mühlbacher im Herbstlaub eines riesigen Tulpenbaums erinnert beim flüchtigen Hinschauen an ein harmloses Blumenfeld.

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Und doch wohnt dem Instrument für Befreiungsschläge gegen lästige Insekten der Tod inne. Ein Verweis auf das Artensterben? Auf die bedrohliche Plastikvermüllung des Planeten? Oder gar ein Sinnbild für „Totschlagargumente“ in Corona-Diskussionen um den Status „geimpft“ oder „ungeimpft“?

Keine eindeutige Interpretation

Die Werke des Traunsteiner Künstlers und Land-schaftsarchitekten Helmut Mühlbacher entziehen sich eindeutigen Interpretationen. Durch Verfremdung, der Isolation aus gewohnten Kontexten, serieller Verviel-fältigung oder die Veränderung des Maßstabs eröffnen seine Arbeiten neue Perspektiven und Sinnzusammen-hänge. Eine Retrospektive von Werken aus den ver-gangenen 20 Jahren ist bis 4. Dezember in der Galerie Marah Art in Bernau, Chiemseestraße 20, zu sehen.

Mühlbacher gesteht seine Faszination für die Person, die Wirkung und das Werk des Jahrhundertkünstlers Joseph Beuys, dessen 100. Geburtstag heuer gefeiert wird. Da passt es gut, dass Beuys zu Ehren am heutigen Samstag um 11 Uhr auch eine Eichenpflan-zung mit Basaltstein im Bernauer Kurpark stattfindet. Ein paar Meter entfernt auf der Kuppe des Parks wird Mühlbacher um diese Zeit bereits auf einem runden Parcours zu seinem 12-Stunden-Kreislauf „Schritte in die richtige Richtung“ aufgebrochen sein. Die Perfor-mance läuft bis 19 Uhr. Neugierige sind eingeladen zum Begleit-Gespräch.

Eiche wird gepflanzt

Anlässlich der Eichenpflanzung ist die Ausstellung von Mühlbacher in der Galerie Marah Art bis 19 Uhr geöffnet. Sie eröffnet einen Blick auf die Akribie, mit der der Künstler seine Werke gedanklich und materiell vorbereitet und umsetzt.

Da wird aus 167 leeren Druckerpatronen – einem Wegwerfprodukt die Kreisskulptur „Network“, die nur durch die Verspannung mit dünnen Nylonfäden in Form gehalten wird – ein Sinnbild für die Veränderung hin zu einer fragwürdigen Arbeitswelt. „Wohin werden wir gegangen sein?“ fragt Mühlbacher und präsentiert als mögliche Antwort NASA-Fotos von der Raumsonde Rosetta: Deren Mission endete auf dem recht trostlosen Kometen Tschuri.

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