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Die Verletzlichkeit unseres Planeten

Nur auf den ersten Blick eine Idylle: „Schöne neue Welt?“ lautet der Titel dieser Arbeit. Bößwetter
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Nur auf den ersten Blick eine Idylle: „Schöne neue Welt?“ lautet der Titel dieser Arbeit. Bößwetter
  • VonUte Bößwetter
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Bad Aibling – Liegt es an den gigantischen Bergkulissen ihrer Heimat, dass sich die in Bozen geborene Malerin und Bühnenbildnerin Gutta Lageder in ihren Arbeiten stets und auf vielfache Weise mit Landschaft, Steinbruch, felsigen Flächen beschäftigt?

Da die Villa Maria ihren Künstlern in mehrjährigem Abstand die Möglichkeit gibt, erneut in der Galerie auszustellen, kann der kunstinteressierte Betrachter die Vehemenz erkennen, mit der Gutta Lageder ihr Thema immer wieder angeht, immer mit derselben Handschrift, aber mit leichter Verschiebung der Aspekte. Dieses Mal hat sie ihre Darstellungen um das Thema Wasser erweitert. Mit 30 Arbeiten betont sie in der Präsentation ihr Anliegen, einen sorgsameren Umgang mit der Natur zu pflegen.

Ihre malerischen Techniken sind dabei die gleichen geblieben. Unter mehreren Farbschichten befindet sich, oft noch schwach erkennbar, der Malgrund, die Substanz, mit der alles beginnt. Im Folgenden werden Farbschichten übereinandergelegt. Mit Gouache, Stiften, Sand, Gips, Papier und Stoff baut die Malerin ihre Arbeit auf. Dadurch erhalten die Bilder eine eindringliche Materialität. Gefaltetes Papier erzeugt reliefartige Oberflächen, den rauen Gesteins- und Erdoberflächen gleich.

Das Sinnliche und Haptische sind in den Werken Lag eders allgegenwärtig. Im nächsten Arbeitsschritt wird die Oberfläche in wagerechter und senkrechter Ebene geritzt, es treten Verletzungen und Beschädigungen zutage, Spuren einer zerstörerischen Kraft. Mehr als zuvor stellt die Malerin in der aktuellen Ausstellung die Gefährdung für unseren Planeten dar. „Schöne neue Welt?“ nennt sie ein Bild, das von Ferne betrachtet durch das optimistische Ocker von Dächern auffällt. Tritt man näher, sieht man Schlacken und Verschmutzung auf dem Boden, die sich schlangengleich an den Hauswänden hochziehen. Auch überfliegen große Fledermäuse die Gebäude: Fragmente aus unserer Wirklichkeit.

Die Arbeit „Relikt auf dem Meeresgrund“ zeigt Unrat, dessen Konturen bereits von Gewächsen des Ozeans überwuchert und vereinnahmt werden. Das Wasser ist von ungetrübtem Türkisblau, doch die Idylle ist trügerisch. Gutta Lageder bringt von Reisen tiefe Eindrücke mit nach Hause. Wir sehen in diesen Werken keine objektive Darstellung, sondern die der Künstlerin eigene Sprache, in der sie uns das Erlebte mitteilt. Dass ihre Bilder manchmal wie architektonische Räume wirken, hat mit ihrer Ausbildung und langjährigen Tätigkeit als Bühnenbildnerin zu tun. Denn so wie beim Bühnenbild geht es auch in Lageders Bildern um einen Raum, in dem sich die Handlung abspielt. Die Malerin hat ihrer Präsentation den Titel „Gesucht Planet B“ gegeben, womit sie auf die Bedrohung für unseren Planeten hinweist. Aber es fließt auch Zuversicht in ihre Überlegungen ein, manche ihrer Gemälde zeigen Licht und Helligkeit und besitzen einen positiven Grundtenor. So führt sie uns nachdrücklich die erhaltenswerte Schönheit unserer Erde vor Augen.Ute Bößwetter

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