Die unheimliche Seite des vermeintlich heimeligen Lockdowns

Die Corona-Pandemie sorgt auch in der künstlerischen Welt für Gefühlschaos, was Guido Wegenmann mit seiner Goldwaschanlage zum Ausdruck bringen will
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Die Corona-Pandemie sorgt auch in der künstlerischen Welt für Gefühlschaos, was Guido Wegenmann mit seiner Goldwaschanlage zum Ausdruck bringen will

Rosenheim – Die erste Ausstellung des Jahres 2021 im Kunstverein Rosenheim zeigt Werke von Guido Weggenmann und trägt den Titel „Letzte Ausfahrt“.

Darin setzt sich der Künstler mit der prekären Lage auseinander, in der vor allem die künstlerische Welt sich seit dem Ausbruch der Pandemie befindet. Die „letzte Ausfahrt“ ist eine Suche nach einem Ausweg, Bangen und Hoffnung zugleich. Diese gemischten Gefühle werden in Skulpturen, Installationen und Objektkunst zum Ausdruck gebracht. So ist die Arbeit „Diggin‘ for Gold“ eine kinetische Skulptur in Form einer Goldwaschanlage, die während des Lockdowns entstanden ist und in Rosenheim erstmals ausgestellt wird.

Sie steht wohl kaum für die Goldgräberstimmung mit Aussicht auf hohen Gewinn, sondern für den dringenden, verzweifelten Wunsch sich über Wasser zu halten. Ein Stahlobjekt in Neonfarben mit zwei darin fixierten Gartenzwergen, den Symbolen des domestizierten Idylls, wirkt brutal sowohl durch die rabiate Positionierung der Figuren als auch durch blutig rote Farbspritzer am Sockel. Die durch den Lockdown erzwungene Heimeligkeit hat für manche auch unheimliche Seiten, die längst nicht immer an die Öffentlichkeit durchdringen.

Guido Wegenmann polarisiert mit seinen Werken, für die keine lineare Interpretation vorgesehen ist. Der Künstler sieht sich selbst als Forscher der Gegenwart, als Sammler, Verwerter, Modellierer und Schöpfer. Er lebt und arbeitet in Kempten. Nach der Ausbildung zum Holz- und Steinbildhauer studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in München, die er als Meisterschüler von Olaf Metzel 2008 abgeschlossen hat. Seit 20 Jahren werden seine Werke in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland und im Ausland gezeigt. Er hat mehrere Preise und Auszeichnungen erhalten, da runter unter anderem von der Erwin-und-Gisela-von Steiner-Stiftung, den Skulpturenpreis Stadtbergen oder den Förderpreis der Dr.-Rudolf-Zorn-Stiftung.

Die Ausstellungseinführung von Dr. Lena Balun sowie Ausstellungsansichten und Künstler-Statements sind online auf der Homepage des Kunstvereins unter www.kunstverein-rosenheim. de und ebenso auf Instagram einsehbar.

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