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Ausstellung

Die Suche nach den Schätzen des Paradieses

Ein Blick in die Ausstellung in der Klosterkirche.
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Ein Blick in die Ausstellung in der Klosterkirche.

Traunstein –„Versuche mit dem Paradies“ haben Herbert Stahl und Ortrud Müller-Heffter ihre aktuelle Ausstellung überschrieben, die noch bis Donnerstag, 26. Mai, in der Traunsteiner Klosterkirche zu sehen ist.

Von: Axel Effner

Die Goldschmiedin aus München verortet ihr Paradies dabei ganz offensichtlich in erlesenen und kunstvoll zusammengesetzten Schmuckstücken, die sie aus antikem Gold und Glasfunden komponiert und mit Fundstücken aus der Natur, Federn und künstlerisch bearbeiteten Holzgründen in Szene setzt.

Ein Blick in die Vitrinen in der Klosterkirche gleicht einer Reise in fremde Welten und Zeiten, in die uns Artefakte mit einer besonderen Strahl- und Aussagekraft mitnehmen. Materialbilder, die aus unterschiedlichen Werkstoffen und ungewöhnlichen Exponaten wie einem exotischen Schmetterling zusammengesetzt sind, erweitern die künstlerische Aussage.

Der Künstler Herbert Stahl aus Chieming, der Hunderten von Schülern die Welt der Kunst nahegebracht und als Vorsitzender den Kunstverein Traunstein zu neuer Blüte gebracht hat, verfolgt einen anderen Weg. Er beschäftigt sich seit Jahren in verschiedenen künstlerischen Medien mit der Natur, mit Strukturen und der Ästhetik dieser Strukturen.

Arbeiten aus den letzten drei Jahren

Ebenso geht es dabei um Vergänglichkeit und die besondere Ästhetik dieser Vergänglichkeit. Die in der Klosterkirche gezeigten Fotografien, Zeichnungen und installativen Arbeiten sind weitgehend in den letzten drei Jahren entstanden.

Besonders eindrucksvoll sind dabei die vielen wie in einer botanischen Sammlung nebeneinander aufge-reihten Kästen mit getrockneten Blättern unterschiedlicher Tulpen. Stahl setzt die Ästhetik kunstvoll aufgereihter Blütenreste in reizvollen Kontrast zu Fotografien, auf denen diese Blätter in stark vergrößertem Maßstab minutiös jedes Detail erkennen lassen. Installationen mit Blütenblättern in Mauernischen wiederum entfalten in ihrer bewussten Anordnung eine besondere ornamentale Kraft und Anmutung.

Wie ein Bewusstseinskartograf umkreist Stahl die Objekte seiner Faszination noch in mehrfacher Weise. So als wolle er die unterschiedlichen Dimensionen der Wahrnehmung ausleuchten, erfassen und anschaulich machen. In seinen Handzeichnungen lässt er aus Linien, Konturen und Schraffuren Blüten und vegetabile Gebilde entstehen, die überraschende Details enthüllen.

Einladung zum Neuentdecken der Natur

In Linien-Bildern spürt er Schattenkonturen nach, die schließlich in immer freierer Gestaltung eine ganz neue künstlerische Aussage finden. Exotisch und zugleich von einer Aura des unbewusst Unheimlichen umgeben, wirken die getrockneten Bananenblätter. Sie werden als Objekte in Vitrinen aufgereiht und fotografisch an der Wand gespiegelt, was zu ungewöhnlichen Wechselwirkungen führt und zu eigenen Sehexperimenten mit der Wahrnehmung einlädt. Ergänzt durch Fotografien von besonderen Naturräumen, etwa den mit einem weißen Strich markierten, besonders schutzwürdigen Bäumen am Langbürgner See, animiert Stahl zum achtsamen Umgang mit der Natur, zum genauen Hinsehen und zum Vergegenwärtigen der übergeordneten großen Zusammenhänge.

Von daher ist die Ausstellung auch als eine Einladung zum Neuentdecken der Natur und zu einem bewussteren Umgang mit ihr zu verstehen. Sie ist ein Paradies, das wertvolle und besondere Schätze birgt, aber auch verloren zu gehen droht. Die Ausstellung in der Traunsteiner Klosterkirche ist täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

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