Die schrille Bilderwelten des Marc Taschowsky beim Kunstverein Bad Aibling

32 von insgesamt 72 „Köpfen“ der Ausstellung „Kopfjäger“, alle mit Öl auf Leinwand gemalt.
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32 von insgesamt 72 „Köpfen“ der Ausstellung „Kopfjäger“, alle mit Öl auf Leinwand gemalt.

Die Bilderwelt des Marc Taschowsky aus Berlin, der seine Arbeiten im Kunstverein Bad Aibling zeigt, ist bunt und schrill. Einerseits besteht sie aus frontal gemalten Köpfen, die einen direkten Bezug zur Realität haben, andererseits aus surrealen Fantasien, magisch und anziehend, grausam und erschreckend.

Bad Aibling – Den leicht ironisierenden Titel „Kopfjäger“ verdankt die Präsentation dem Umstand, dass Marc Taschowsky Köpfe zu einem wesentlichen Bestandteil seiner Malerei gemacht hat. Der Betrachter sieht sich einer Vielzahl von Porträts an mehreren Wänden des alten Feuerwehrgerätehauses gegenüber und wird mit einem Erlebnis des „deja vu“ konfrontiert.

Schauspieler, Sänger, Comicfiguren

Da sind sie alle, die Politiker, Schauspieler, Sänger und Comicfiguren, die in unserem Leben in der Realität und in den Medien eine Rolle gespielt haben oder noch spielen. Der Politiker Martin Schulz neben Lucy von den Peanuts, Johnny Depp unweit von Rihanna, Kermit der Frosch, Mozart, und der eine oder andere Schlumpf, nicht zu vergessen Pippi Langstrumpf.

Vertreter von Kultur und Subkultur, alles, was sich in unser Gedächtnis eingebrannt hat, entsteht hier neu. Die Köpfe sind der Medienwelt entnommen - nachgemalt mit Hilfe herausgerissener Zeitungsartikel und Fotos, die sich auf dem Arbeitstisch des Künstlers stapeln. „Second hand“ präsentiert, hat sich die Wahrheit – wenn auch nur ein klein wenig – verschoben. Aber ihre Aussagekraft ist unverändert. Immer wieder ertappt sich der Betrachter bei der Überlegung, dass die eine oder andere dargestellte Person einmal einen Verhaltenscodex geprägt, eine Mode bestimmt hat.

70 Köpfe hängen an der Wand

Weit über 1000 Köpfe hängen in Marc Taschowskys Atelier in Berlin, über 70 hat er mit nach Bad Aibling genommen und in präziser Hängung an die Wand gebracht. Da sie nur 24 mal 18 Zentimeter groß sind, kann man zahlreiche Exponate nebeneinander hängen, und gerade dieses dichte Nebeneinander macht ihre Spannung aus.

Aber es gibt auch ein ganz anderes Werk, in ungewöhnlich großem Format (zwei mal fünf Meter), und hier stellt sich der Künstler einer anderen Thematik. Es sind alptraumhafte Erzählungen, wiederum aus der vielgestaltigen Bilderwelt der Medien genommen und neu zusammengesetzt – so wie das Werk „Tag und Nacht“. Als Klischee für die Helligkeit des Tages stehen junge Bikini-Models, tänzelnd, doch mit ernstem Gesichtsausdruck, sich bereits als Opfer eines kommenden Unheils ahnend. Dies lauert schon in Gestalt eines Zähne entblößenden Ungeheuers, und man traut dem Ninja-Kämpfer mit der langen Waffe kaum zu, die heile Welt zu retten.

Ein Ende in diffusem Nebel

Große ins Bild gesetzte Buchstaben ergänzen die Komposition. Doch obwohl das Wort nicht entziffert, der Sinn nicht entschlüsselt werden soll, fügt der Betrachter die Buchstaben zu einem Wort zusammen und liest Ciclone – Zyklon. Malerisch wird die aufkommende Gefahr durch rote Kreise symbolisiert. Und zum rechten Rand hin endet das Bild in diffusem Nebel, der Flüchtigkeit und Ungewissheit verheißt.

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