Die Gitarre singt, das Publikum staunt: Michael Kern in der Theater-Strickerei Grabenstätt.

Ganz feine Klänge: der Überseer Fingerstyle-Gitarrist Michael Kern.
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Ganz feine Klänge: der Überseer Fingerstyle-Gitarrist Michael Kern.

Mit Fingerstyle-Picking in Perfektion und einer bunten Mischung aus Eigenkompositionen und Cover-Songs aus diversen Genres begeisterte Michael „Micha“ Kern in der Theater-Strickerei Grabenstätt.

Von Markus Müller

Grabenstätt – Der „Steelstring-Gitarrenmann aus dem Outback von Übersee“ spielte, die Gitarre sang und das Publikum staunte und genoss einen weiteren unvergesslichen Abend der Veranstaltungsreihe „Somma dahoam am See“. Wie viele andere Künstler hatte auch Kern in diesen schwierigen Corona-Zeiten monatelang pausieren müssen und konnte es in diesem Sommer kaum erwarten neben seiner Tätigkeit als Gitarrenlehrer wieder auf die Bühne zurückzukehren und das zu tun, was er am liebsten macht.

Um seine Solokarriere zu forcieren, hat der Vollblutmusiker vor zwei Jahren sogar seinen sicheren Job als Ingenieur aufgegeben. Mit dem Stück „New Beginning“ leitete Kern den Konzertabend passend ein und bedankte sich herzlich beim Theater-Strickerei-Team, das ihm dies ermöglicht hatte. Beeindruckend, mit wie viel Virtuosität, Groove und Seele Kern seine Eigenkompositionen „Colors of last Summer“, „Crazy Train“ und „Longing for you“ darbrachte. „Der Zugang zur Musik ist die Freude und der Spaß“, betonte der Gitarrenvirtuose und das sah und hörte man auch beim Stück „FunKeyBlues“. Seine Finger flogen einmal mehr in atemberaubendem Tempo über die Saiten – die Augen waren überfordert, die Ohren nicht.

Atemberaubendes Tempo

Beim Kern-Stück „Bravely“ geht es ums mutig sein, wenn im Leben plötzlich nichts mehr so ist, wie es war. Die Idee für die Hymne „Mare e Monte“ sei einst bei einem Ausflug in die heimischen Berge entstanden, so Kern. Herausgekommen ist eine ungemein klangvolle und einfühlsame Liebeserklärung an seine Chiemgauer Heimat mit ihrem Herzstück, dem Chiemsee. Nicht nur der Blues ist eine seiner Inspirationsquellen, auch Jazz, Swing und Countrymusik haben es ihm angetan. Noten braucht der Gefühls- und Bauchmusiker keine, er hat alles im Kopf und im Herzen abgespeichert.

Hommage an Eric Clapton

Zwischen all den Werken aus eigener Feder erwies Kern auch mehrmals dem britischen Blues- und Rock-Gitarristen und Sänger Eric Clapton die Ehre, der ihn schon als Teenager sehr geprägt hat. Seinem Idol Tommy Emmanuel, ein australischer Gitarrist und Songwriter, machte Kern mit dem sehr oft gecoverten Ohrwurm „Guitar Boogie“ die Aufwartung. Nicht selten hörte es sich an, als würde nicht ein Solo-Gitarrist, sondern eine ganze Band spielen – ein weiteres Markenzeichen und Alleinstellungsmerkmal des Überseers. Mit seinem Hit „Spanish Tornado“ war der offizielle Teil beendet, doch erst nach der dritten Zugabe ließ sich das begeisterte Publikum auf Kerns nächstes Konzert vertrösten – am Freitag, 16. Oktober erneut in der Theater-Strickerei.

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