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Diabelli-Variationen im Doppelpack gespielt

Beim ersten „Musikalischen Salon“ sprachen (von links) Cornelius Meister, Generalmusikdirektor der Staatsoper Stuttgart (online zugeschaltet), Oswald Beaujean, Leiter von BR-Klassik, und der Pianist Herbert Schuch unter der Moderation von Professor Klaus Kaufmann vom Mozarteum Salzburg.
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Beim ersten „Musikalischen Salon“ sprachen (von links) Cornelius Meister, Generalmusikdirektor der Staatsoper Stuttgart (online zugeschaltet), Oswald Beaujean, Leiter von BR-Klassik, und der Pianist Herbert Schuch unter der Moderation von Professor Klaus Kaufmann vom Mozarteum Salzburg.

Grassau – Hochkarätig besetzt war der erste „Musikalische Salon“ im Kammermusiksaal der Sawallisch-Villa.

Mit „Gesprächen über Musik“ will die Sawallisch-Stiftung eine Tradition des 19. Jahrhunderts wieder aufleben lassen und mit namhaften Musikern künftig zwei- bis dreimal im Jahr aktuelle Themen des Musiklebens diskutieren.

Beim ersten Salon waren die Gesprächsteilnehmer Oswald Beaujean, Leiter von BR-Klassik und Künstlerischer Leiter der ARD-Musikwettbewerbe, der preisgekrönte Pianist Herbert Schuch und – online live zugeschaltet – Cornelius Meister, Generalmusikdirektor der Staatsoper Stuttgart.

Die Moderation übernahm Professor Klaus Kaufmann, seit vier Wochen pensionierter Dozent am Mozarteum Salzburg. Thema der Diskussion war „Corona und die Musik. Schaden oder Chance?“ Den fulminanten musikalischen Auftakt machte Herbert Schuch auf dem Klavier mit einer Bagatelle von Ludwig van Beethoven, bei der er sämtliche Register seines Könnens zog, von zart fein-sinnig über spannungsreich und durchgehend ausdrucksstark. Dann die Frage an alle von Klaus Kaufmann: „Wie hat die Pandemie auf Sie gewirkt?“

Herbert Schuch hatte die Zeit während der Pandemie als „schön und erfüllend durchaus genossen“, weil er viel Zeit für seine erst ein halbes Jahr alte Tochter aufbringen konnte.

Eigentlich seien er und seine Frau, ebenfalls Musikerin, „vom Elterngeld gesponsert“ gewesen. Bald ging es allerdings ziemlich heftig wieder an, als ein Beethoven-Zyklus mit allen Klaviersonaten online ausgestrahlt wurde. „Ziemlich verrückt“ sei es im Juni gewesen, als plötzlich „alles wieder da sein musste“ und er zum Beispiel die hoch anspruchsvollen Diabelli-Variationen an einem Abend zweimal hintereinander spielen sollte. Cornelius Meister sagte, dass er als Dirigent in der Corona-Zeit nur Partituren lesen konnte, aber sich danach fühlte „wie ein Leistungssportler“ und es geradezu „Kreativexplosionen“ beim Musizieren „endlich wieder vor Publikum“ gegeben habe. Meister hoffe, dass die Pandemie bei den Menschen auch positive Auswirkungen hatte, weil sie hautnah gespürt hatten, dass „Kultur ein zentraler Bestandteil des Menschseins“ sei. Die Pandemie habe auch gezeigt, dass man im Kulturbetrieb durchaus einiges ändern könne, zum Beispiel, dass nicht die Leute unbedingt in die Konzertsäle kommen müssten, sondern Musiker zu ihnen, in Kindergärten Schulen, Seniorenheime…

Oswald Beaujean meinte, „wir dürfen die Politik nicht mehr so aus der Pflicht lassen, wie wir es getan haben“.

Ganz klar sei geworden, dass Online-Streaming zwar eine Krücke sei, aber das Musik und Musizieren live auf jeden Fall viel mehr berühre. Alle waren sich einig, dass nicht so schnell „Normalität wie früher“ einkehren werde, auch weil es beim Publikum einen Generationenwechsel gibt und neue Gewohnheiten und Erwartungen entstehen.

Den musikalischen Ausklang gab wieder Herbert Schuch auf dem Klavier mit einem Impromptu von Franz Schubert.Christiane Giesen

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