Der Priener Künstler und „Kunstmotor“ Lenz Hamberger wird 80

Lenz Hamberger in seinem Atelier in Prien.
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Lenz Hamberger in seinem Atelier in Prien.

„Motor des Priener Kunstlebens“, so nannten einmal die OVB-Heimatzeitungen Lenz Hamberger. Heute feiert der Holzschneider, der zu den kreativsten Grafikern in der Künstlerlandschaft Chiemsee zählt, seinen 80. Geburtstag.

Prien – 1940 wird Lenz Hamberger in eine Priener Handwerkerfamilie hineingeboren. Großvater und Vater waren Schreiner. Der Werkstoff Holz, mit der er sich als Künstler in seinen Holzschnitten so intensiv auseinandersetzt, begleitet ihn also von Anbeginn. Er macht als junger Mann eine Lehre als Buchdrucker. Zeitgleich entstehen erste Drucke. Schnell folgen Ausstellungen. Bereits 1965 erhält Hamberger den Förderpreis des Marktes Prien.

Leidenschaft für den Holzschnitt

Künstlerisch ist Hamberger ein Autodidakt, wird inspiriert von Besuchen in Ausstellungen und Museen sowie durch seine vielfachen Begegnungen mit Künstlern aus der Region. Hamberger beginnt mit Linolschnitten, oft angeregt durch Reisen. Seine Stärke ist, eine Landschaft oder eine Stadt mit ihrem besonderen Charakter wiederzugeben.

Sein eigentliches Metier ist aber der Holzdruck, in dem er eine ebenso ausdrucksstarke wie facettenreiche Bildsprache entwickelt. Inspiriert von expressionistischen Vorbildern schafft er Werke von strikter Zweidimensionalität und skizzenhaftem Charakter, die oft archaisch, ja fast anachronistisch anmuten. „Er schneidet ins Holz, als geschehe dies mit geschlossenen Augen“, schrieb einst der damalige OVB-Kulturredakteur Hans Heyn über ihn. Daneben experimentiert Hamberger mit Kombinationen aus Schrift und Holzschnitten, mit Monotypien und Materialdrucken.

Prägende Figur im Priener Kunstleben

Hamberger prägt aber auch seit den 1960er Jahren das kulturelle Leben in seinem Heimatort. 1966 gründet er zusammen mit Markus von Gosen und Konrad Huber die „Künstlergruppe Prien“ – auch weil sich die einheimischen Künstler gegenüber den auswärtigen „großen“ Künstlern zurückgesetzt fühlten. 1969 beginnt sein Engagement in der „Gemeinschaft bildender Künstler Chiemsee“. Seit 1975 wirkt er maßgeblich in der „Kalendergemeinschaft Prien“, in der 18 Künstler in 20 Jahren jeweils einen Künstlerkalender schaffen. Im Anschluss gibt Hamberger dann etliche Jahre lang seine eigenen Holzschnitt-Kalender heraus. Verdient gemacht hat er sich auch um den Kulturförderverein Prien, in dessen Ausstelllungs-Jury er ab 1967 erfolgreich mitwirkt.

Noch bis 20. September sind Arbeiten von Lenz Hamberger – darunter noch nie gezeigte Drucke – in der Ausstellung „Künstlerfreunde: Marianne Lüdicke – Konrad Huber – Lenz Hamberger“ in Prien zu sehen. Geöffnet ist die Galerie im Alten Rathaus Donnerstag bis Sonntag, jeweils von 14 bis 17 Uhr. Klaus Kuhn

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