Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Erste Ausstellung nach Corona-Pause

Der Meister und sein Schüler beim Kunstverein Hohenaschau

Philipp Mager „Der Fuhrpark“.re
+
Philipp Mager „Der Fuhrpark“.

Dies ist die erste Ausstellung des Kunst- und Kulturvereins zu Hohenaschau seit der zweijährigen Corona-Zwangspause. Und das gerade rechtzeitig zum 30. Geburtstag. Grund genug für den Vorsitzenden, Rudolph Distler, zwei altbekannte Künstler ins Haus zu holen.

Aschau im Chiemgau – Das sind Klaus Fußmann und Philipp Mager, der ehemalige Professor der Berliner Kunstakademie und sein damaliger Meisterschüler Philipp Mager. Fußmann ist Jahrgang 1938, Mager ist 1966 geboren.

Linol- und Holzschnitte

In der Galerie Hohenaschau zeigen beide Linol- und Holzschnitte realistischer-figurativer Art, die dennoch grundverschiedener Natur sind. Während der Altmeister voller Altersweisheit Blumen- und Landschaftsbilder präsentiert, provoziert der „junge Wilde“ mit teils verstörenden Werken. Der abgeklärte Klaus Fußmann sieht das so: „Philipp Mager zögert seine Malerei hinaus. Mit Zweifel beladen entstehen seine eindringlichen Werke. Sie gleichen sich in ihrer Rätselhaftigkeit und verfolgen uns in unseren Träumen“.

Surreales trifft Realität

Schon im großen Raum des Erdgeschosses der Galerie bestätigen dies großformatige Bilder, so die Serie „Der Traum vom Fliegen“ aus diesem Jahr. Mager setzt seiner Fantasie keine Grenzen. Da fliegt buchstäblich alles, von diversen Flugobjekten bis zu Frauen und Vögeln. Surreal und doch der Realität entsprechend. Das muss man aushalten können und wollen.

Nicht ganz so dicht ist der Dschungel der Vorstellungen im Obergeschoss. Da sind Linolschnitte und Holzschnitte der verschiedensten Motive. Im „Fahrstuhl der Zeit“ (Nr. 27) stehen abstrahierte, eckige, fast kubistische Personen, da tummeln sich „Die Unterarten des Bären“ (Nr. 43) und dort sitzt ein Mann auf einer bunten Latrine (Nr. 36). Das mag grotesk beziehungsweise banal klingen , doch für Philipp Mager gibt es keinen Bereich, in denen er mit seiner Kunst nicht vordringt.

Weitere Berichte zur Kultur in der Region lesen Sie hier!

Claus Fußmann: „Mohnblumen“.

Erstaunlicherweise gelingt es ihm, die Intensität der Ölmalerei auf Linol- und Holzschnitte zu übertragen. Sie bekommen unter seinen Händen, mit seinen spezifischen Methoden die gleiche Tiefe und Dichte sowie ebenbürtige Brillanz.

Leuchtende Farben

Dies gilt noch mehr für die Arbeiten von Klaus Fußmann. Kaum zu glauben, dass seine Linolschnitte keine reine Ölmalerei sind. So sehr leuchten die bunten Blumen und gelben Raps- und Weizenfelder, so tiefblau ist der Himmel über der Ostsee. „Überhaupt sind die Farben der Blumen mit nichts zu vergleichen. Keine Tinte ist so blau wie der Rittersporn und kein Feuer so rot wie die Geranie“, sagt Fußmann. Neben seinen Linolschnitten sind kleine Aquarelle aus seinen zahlreichen Reisen im Raum 4 zu bewundern. Auch für Fußmann gibt es eine Traumwelt, doch eine wesentlich heilere als bei Mager. Bei ihm schwingt immer eine sublime Psychologie aus kritischer Erfahrung mit sich selbst und mit den Mitmenschen mit.

Das könnte Sie auch interessieren: „Kunst, die man sonst nur aus Metropolen kennt, am Fuß der Kampenwand“

Obwohl sie so verschieden sind, verbindet die beiden eine Freundschaft. Auf der einen Seite die Weisheit eines Älteren und auf der anderen Seite die Neugier eines noch Suchenden. Für den Ausstellungsbesucher ist es eine spannende Zeitreise. In der Galerie liegen Kataloge auf mit Texten und Gedichten beider Künstler.

Bis 24. Oktober

Zu sehen ist die Ausstellung bis 24. Oktober mittwochs von 16 bis 18 Uhr, freitags und samstags von 16 bis 19 Uhr sowie sonntags von 10 bis 12 und 16 bis 19 Uhr.

Parkmöglichkeiten gibt es im Festhallengelände von Hohenaschau.

Mehr zum Thema

Kommentare