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„LA GUITARRA“

Der Erler König des Flamenco

Einen eindrucksvollen tänzerischen Auftritt hatte Mara Rey. Star des Abends war ihr Bruder Antonio Rey (rechts).
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Einen eindrucksvollen tänzerischen Auftritt hatte Mara Rey. Star des Abends war ihr Bruder Antonio Rey (rechts).
  • VonAndreas Friedrich
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Ursprünglich war beim Gitarrenfestival in Erl im Programm Tomatito vorgesehen gewesen, der phänomenale Altmeister der Flamenco-Gitarr. Doch dessen Auftritt musste abgesagt werden und Festivalchefin Julia Malischnig zauberte kurzerhand einen weiteren angesagten Flamenco-Star aus dem Hut.

Erl – Antonio Rey, Jahrgang 1981, ist einer „der“ Protagonisten der spanischen Gitarre, Träger aller wichtigen Preise und Mit-Musiker von Stars wie dem verstorbenen Paco de Lucía und seinem Freund Vicente Amigo. Antonio Rey ist nicht ausschließlich auf der Bühne unterwegs, er komponiert zusätzlich und begleitet die erste Riege spanischer Tänzer wie Antonio Canales und Juaquin Cortes. So wie sein 2020 preisgekröntes Album „Flamenco sin fronteras“ kennt sein Musikstil keine musikalischen Grenzen oder Schubladen, wovon sich die im komplett ausverkauften und unter 3-G-Regeln maskenfreien Festspielhaus überzeugen konnten.

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Als Sologitarrist eröffnete Rey (spanisch „König“) den spannenden und hochklassigen Auftritt. Langsam fühlte der Interpret sich ein, ließ perlende Läufe erklingen, im Wechsel mit versonnen-nachdenklicheren Passagen, um dann wieder flamencotypisch mit einzelnen „golpes“, also Schlägen, Akzente zu setzen. Grenzübergreifend und mit perfekter und gleichermaßen sensibler Technik bannte der Virtuose das Publikum. Eine Steigerung bezüglich Rhythmus und Intensität erfuhr die Choreographie durch die dazu stoßenden „Makarines“, ein aus Sevilla stammendes Brüderpaar, das sich modernen Spielarten des Flamenco widmet, ohne die Tradition zu vernachlässigen. Der Rhythmus der Cajón untermalte ein sagenhaft schönes Grundthema der Gitarre zu einem wunderbar langen, fließenden Stück.

Weitere Steigerung: Mara Rey verstärkte das Trio nun zum Quartett. Nun wurde Rhythmus mit den Handflächen, den „palmas“ geklatscht, und die Makarines kamen in Fahrt, mit Duo-Flamencogesang voller Schmerz und spirituellem Ausdruck begeisterten sie das Publikum hin zu Applaus-Stürmen.

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Nach der Pause unterstützte Vater Tony Rey an der Gitarre als Rhythmusgeber seinen Sohn, der nun einen Eindruck seiner rasanten Virtuosität vermittelte. Unglaubliche Griffwechsel bei magisch anmutender Leichtigkeit auf den Saiten – vielleicht der derzeitige Olymp der spanischen Flamenco-Gitarre und was für eine Demonstration künstlerischen Könnens! Das Ensemble spielte sich nun komplett ein, doch ein weiterer Höhepunkt stand bevor, denn jetzt erhob sich Mara Rey zu einem eindrucksvollen tänzerischen Auftritt. Mit den „tacones“, den Absätzen, ergänzte und verstärkte sie den Rhythmus von Gitarre und Perkussion, drehte sich in einem Ausdruck von Reife und gleichzeitiger Eleganz, ihren Ablauf optisch effektvoll unterstützend mit gekonntem Schwingen eines bunten Dreieckstuchs.

Die Gäste des Gitarrenfestivals erhoben sich und bedankten sich mit begeistertem Applaus. Dies wiederholte sich mehrfach in einem kurzen Block von Zugaben und gesungenen Bühnenabgängen, die ob der Begeisterung des Publikums wiederholt werden mussten – der „Erler Flamencokönig“ eroberte sein Publikum im Sturm und darf gerne wiederkommen!

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