Das Ensemble „Erlesene Oper“ spielt „Scherz, List und Rache“

Andreas Agler stellt den skrupellosen Doktor dar.
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Andreas Agler stellt den skrupellosen Doktor dar.

Der Opernverein zeigt eine corona-gemäße Inszenierung: Ein Pianist begleitet die drei Sänger, die das Stück mit Texten von Johann Wolfgang von Goethe und Musik von Max Bruch aufführen. Im Frühling ist eine Tournee in der Region geplant.

Rosenheim – Die Oper „Scherz, List und Rache“ mit einem Libretto von Johann Wolfgang von Goethe und der Musik von Max Bruch spielt das Ensemble des Vereins „Erlesene Oper“ am Sonntag, 11. Oktober, um 16 Uhr im Hans-Fischer-Saal der Musikschule Rosenheim am Ludwigsplatz 15. Der Verein hat ein neues Format von Oper für die Corona-Zeit entwickelt: Statt eines Orchesters spielt ein Pianist am Klavier die Begleitung zu Goethes Libretto.

Sieglinde Zehetbauer, Bernhard Teufl und Andreas Agler singen und spielen die lebhafte, heitere Handlung. Am Klavier begleitet sie Gereon Kleiner. Regie führt Georg Hermansdorfer, der Leiter des Opernensembles, das sich in den vergangenen Jahren mit etlichen wiederentdeckten Opern einen Namen gemacht hat. Zuletzt spielte das Ensemble Aubers „Dem Schelm die Hälfte“ und Joplins „Treemonisha“ im Kuko.

Begeistert von der Commedia dell Arte schrieb Goethe den Operntext „Scherz. List und Rache“, den der junge Max Bruch mit 18 Jahren als Opus 1 vertonte.

Eine Perle der Kammermusik

Max Bruch (1838 bis 1920) zählt zu den traditionellen Romantikern, die sich wie Brahms gegen die Neuerungen, die Wagner einführte, wehrten. Bruchs Werke sind von eingängigen Melodien und traditionellem Formdenken geprägt. Er war ein frühbegabtes Musikgenie, das heute fast nur durch sein zweites Violinkonzert präsent ist. Sein Opus 1 ist das heitere Singspiel „Scherz, List und Rache“, das er mit 18 Jahren für drei Solisten und Klavier komponierte. Er hat das Werk nie instrumentiert, wohl in dem Bewusstsein, dass es eine Perle der Kammermusik bleiben sollte.

Erste Vertonung scheiterte

Dass Johann Wolfgang von Goethe (1749 bis 1832) einige Operntexte verfasste, ist den meisten unbekannt. Doch Goethe leitete auch das Weimarer Hoftheater, an dem reger Opernbetrieb herrschte. Nach seiner Italienreise war er so begeistert von der Commedia dell´arte, dass er sich in diesem Genre mit dem Opernlibretto „Scherz, List und Rache“ versuchte. Der mit ihm befreundete Züricher Komponist Philipp Christoph Kayser (1755 bis 1823) vertonte das Werk, das jedoch wegen Überlänge – vier Akte, drei Stunden mit drei Darstellern – scheiterte. Bruch erkannte diese Schwäche und ließ es durch Ludwig Bischoff auf rund 90 Minuten kürzen.

Erbschleicher wird ausgetrickst

Die Handlung der komischen Oper: Ein geiziger und skrupelloser Doktor hat die reiche Erbtante des Ehepaars Scapine und Scapin auf dem Sterbebett gedrängt, ihr Testament zu seinen Gunsten zu ändern. Das junge Ehepaar will sich nun durch Scherz und List rächen und so wieder in den Besitz des Geldes kommen. Scapin hat sich deshalb als Diener im Haus des Doktors anstellen lassen und dabei erkundet, wie man das verlorene Geld wieder bekommen kann. So beauftragt er seine Frau Scapine, als vermeintlich Kranke beim Doktor anzuklopfen. Nach der Behandlung stellt sich Scapine tot. Durch einen Trick wird der Doktor der Fehlbehandlung angeklagt und erpresst. Als dann die in den Keller beseitigte „Leiche“ auch noch zu geistern beginnt, kann die gesamte Summe wieder zurückerobert werden. Wegen der Coronabeschränkungen dauert die Vorstellung ohne Pause nur eine Stunde.

Termine und Kartenvorverkauf

Karten für die Vorstellung in Rosenheim gibt es per E-Mail unter info@erlesene-oper.de, unter Telefon 0157/30973255 sowie im Museum im Mittertor. Einlass ist 30 Minuten vor Beginn. Weitere Aufführungen sind am Donnerstag, 15. Oktober, um 19.30 Uhr in der Klosterkirche Traunstein sowie am Sonntag, 22. November, um 16 Uhr im Hefter-Saal Grassau (Kartenvorverkauf über Scharf-Ticket, Telefon 08652/2325 oder www.ticketscharf.de sowie deren Vorverkaufsstellen). Im Frühjahr 2021 soll eine kleine Tournee durch die Region folgen. Weitere Infos dazu unter www.erlesene-oper.de.

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