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Steigende Fallzahlen verschärfen Lage

Covid-Intensivstationen laufen voll - Klinik-Lage in der Region Rosenheim spitzt sich zu

Extrem anstrengend: die Arbeit in Vollschutzausrüstung auf der Corona-Station.
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Extrem anstrengend: die Arbeit in Vollschutzausrüstung auf der Corona-Station.
  • Rosi Gantner
    VonRosi Gantner
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Die Corona-Lage in der Region Rosenheim spitzt sich zu. Die Fallzahlen schwellen weiter an, die Situation in den Romed-Kliniken ist kritisch: Die Covid-Intensivstationen laufen voll, die hausinternen Ampeln stehen auf Rot. Patienten müssen ausgeflogen werden – und es wird zunehmend schwieriger, überhaupt freie Intensivbetten zu finden.

Rosenheim Die Corona-Lage in der Region Rosenheim spitzt sich zu: Die Fallzahlen schwellen weiter an, bewegen sich bereits auf die Marke 400 zu (Landkreis 381; Stadt Rosenheim 401; Stand 26. Oktober 8 Uhr, Quelle LGL). Hinzu kommt eine angespannte Lage in den Romed-Kliniken: Die Covid-Intensivstationen sind mehr als ausgelastet, die hausinternen Ampeln stehen auf Rot. Patienten müssen seit geraumer Zeit abverlegt werden, inzwischen gar über die Region hinaus – und es wird zunehmend schwieriger, überhaupt freie Intensivbetten im erweiterten Umkreis zu finden.

48 Covid-Patienten am Dienstagmorgen

48 Covid-Patienten in stationärer Behandlung, davon zehn auf Intensivstation sowie ein Verdachtsfall auf Intensiv – so der Stand am Dienstag (26. Oktober) in den Morgenstunden in den Romed-Kliniken. Die Lage: angespannt und „durchaus kritisch“, wie es der Ärztliche Direktor Dr. Hanns Lohner benennt. Und: hochdynamisch. Die Zahlen ändern sich ständig, zumeist nach oben – außer, wenn Abverlegungen kurzzeitig Luft verschaffen.

Dr. Hanns Lohner, Ärztlicher Direktor und Chefarzt an den Romed-Kliniken.

Romed-Kliniken Wasserburg und Bad Aibling eingebunden

Im Klinikverbund selbst sind inzwischen nahezu alle Möglichkeiten ausgereizt: Der Standort Rosenheim ist seit Mitte Oktober übervoll, weshalb im Romed-Haus Wasserburg eine zusätzliche Covid-Normalstation sowie drei Intensivplätze für Corona-Patienten eingerichtet wurden. Das Romed-Krankenhaus Bad Aibling unterstützt mit einem Intensivplatz.

Standort Prien wird diskutiert

In Krisensitzungen wird nun nach Möglichkeiten gesucht, den Standort Prien mit in die Covid-Versorgung einzubinden. Ein Novum: Denn bislang war die Strategie des Klinikverbunds, zumindest ein Haus von der Covid-Versorgung abzukoppeln, um sich hier auf die Regelversorgung zu konzentrieren, „wir werden uns wohl oder übel davon verabschieden müssen“, bekennt Romed-Geschäftsführer Dr. Jens Deerberg-Wittram gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. „Die Kapazitäten reichen bei Weitem nicht aus.“ Und er ergänzt: „Wir müssen uns hier auf einen Marathon einstellen, nicht auf einen Sprint.“

Denn was ihm große Sorgen bereitet: Die hohen Belegungszahlen bereits im Herbst, Ende Oktober, noch lange vor dem Winter. Zuletzt hatte man diese Belastung auf dem Höhepunkt der zweiten Welle Mitte Dezember 2020 zu stemmen gehabt, damals mit 13 Intensivpatienten im Klinikverbund. „Derzeit sehe ich nur ständig steigende Fallzahlen, die ungebremst nach oben gehen, und ich weiß, dass unsere Intensivkapazitäten so nicht reichen werden.“ Hinzu käme die zunehmende Sorglosigkeit in der Bevölkerung – und die Vielzahl an Ungeimpften mit teils schweren Krankheitsverläufen. „Ein bedrohlicher Cocktail, der hier gerade gemischt wird.“

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Riesenproblem: Mangel an Pflegekräften

Verschärft wird das Problem durch die Personalfrage. Es mangelt an Pflegekräften. Sie hätten nach den ersten Wellen teils die Klinik verlassen, hinzu komme ein hoher Krankenstand, gibt Romed-Direktor Lohner Einblick in den Alltag. „Wir haben weniger Personal und damit weniger Betten als zur dritten Welle zur Verfügung. Im Moment ist die Lage sehr angespannt.“

Hat die Corona-Lage in der Region Rosenheim im Blick: der Ärztliche Leiter Krankenhauskoordination, Dr. Michael Städtler.

Krankenhaus-Koordinator Städtler zurück

Und das nicht nur an den Romed-Kliniken, sondern auch im gesamten Rettungsdienstzweckverband, der die Landkreise Rosenheim und Miesbach umfasst, sowie darüber hinaus. Das bestätigt Dr. Michael Städtler, der seit Mitte Oktober zurück auf seiner Position als Klinikkoordinator im Rettungsdienstbereich ist. Einberufen von der Regierung von Oberbayern angesichts steigender Belegungszahlen.

Er unterstützt nun wieder die Kliniken bei der Koordinierung der Betten und Abverlegung der Patienten. Dabei reicht der Blick zu den Schön-Kliniken nach Vogtareuth und Bad Aibling sowie in die Nachbarlandkreise Traunstein und Miesbach längst nicht mehr aus. „Die Kliniken in ganz Südostbayern sind voll, die Kapazitäten sind gut ausgereizt.“ Und Romed-Chef Deerberg-Wittram ergänzt: „Wir fliegen Patienten bereits bis nach Kempten aus. Überhaupt noch in Bayern ein Intensivbett zu bekommen, grenzt schon an ein Wunder.“

Auch interessant: Die Corona-Ampel im Klinikum Rosenheim steht auf Dunkelrot

Städtler: „Es findet keine Triagierung statt.“

Die interne Klinikampel: Sie steht auf Dunkelrot in der Region Rosenheim. Wobei Krankenhauskoordinator Städtler großen Wert darauf legt, zu betonen, dass trotz aller Anspannung kein Grund zur Panik besteht: „Im Intensivbereich ist es derzeit zwar extrem eng, aber es wird jeder Patient, der in die Klinik kommt, versorgt. Es findet keine Triagierung statt.“

Immer einen Schritt vor der Lage sein

Sein Credo, mit dem er bereits durch die ersten drei Wellen gesteuert ist: immer einen Schritt vor der Lage zu sein. Deshalb auch sein wachsamer Blick auf die Bettenbelegung, das Telefon stets zur Hand, um Kontakt zu den Kliniken über die Region hinaus zu halten – um im Fall der Fälle schnellstmöglich abverlegen zu können.

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