Proben beginnen schon bald

Mutiger Vorstoß im harten Corona-Lockdown: das Winterprogramm der Festspiele Erl

Eine feste Größe im Programm ist die „Musicbanda Franui“ (jhier bei ihrem Auftritt in Erl heuer  im Sommer mit dem Puppenspieler Nikolaus Habjan). Ende Dezember sind sie mit Volks- und Schubertliedern bei den Festspielen zu hören.
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Eine feste Größe im Programm ist die „Musicbanda Franui“ (jhier bei ihrem Auftritt in Erl heuer im Sommer mit dem Puppenspieler Nikolaus Habjan). Ende Dezember sind sie mit Volks- und Schubertliedern bei den Festspielen zu hören.
  • vonRainer W. Janka
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Die Tiroler Festspiele haben mutig ihr Winterprogramm verkündet – trotz des harten Lockdowns, der das Land seit Dienstag, 17. November, im Griff hält. Los geht es mit Bachs Weihnachtsoratorium in zwei Teilen an zwei Tagen, am Samstag, 12. Dezember um 16 Uhr und am Sonntag drauf um 11 Uhr. Das sind die weiteren Gäste.

Erl – Unter der Leitung von Roland Böer spielt das Haydn-Orchester aus Bozen und Trient und singt der Chor der KlangVerwaltung, der ja noch von Enoch zu Guttenberg gegründet worden war. Die Solisten sind Simone Osborne, Katharina Magiera, Michael Porter und Frederic Jost.

Im Zentrum stehen zwei Opern

Im Zentrum des Programms stehen zwei Opern: „Don Pasquale“ von Gaetano Donizetti (Dirigent: Simone di Felice, Regie: Caterina Panti Liberovici) und „L’Amico Fritz“ von Pietro Mascagni (Dirigent: Francesco Lanzilletta, Regie: Ute M. Engelhardt). Der großartigen Musik dieser Oper steht eine eher simple Handlung entgegen: Der wohlhabende Junggeselle Fritz wettet mit seinem Freund David, dass er nie heiraten werde. Der Wetteinsatz ist ein Weinberg. Doch die Liebe spielt nach ihren eigenen Regeln, das Happy End liegt auf der Hand. „Es steckt viel Rasse in dieser Musik“, urteilte der so gestrenge Eduard Hanslick nach der Uraufführung.

Premiere für „Don Pasquale“ ist am Sonntag, dem 27. Dezember, zwei weitere Aufführungen gibt es am Mittwoch, 30. Dezember, und Dienstag, 5. Januar. „L’Amico Fritz“ startet am Samstag, dem 26. Dezember, und erlebt noch zwei Aufführungen am Samstag, 2. Januar, und Montag, 4. Januar.

Abschluss mit Ballettmusik

Das große Abschlusskonzert ist am Mittwoch, 6. Januar um 11 Uhr mit Ballettmusik von Jules Massenet und Sergei Prokofjew sowie dem 2. Klavierkonzert von Camille Saint-Saëns, am Flügel sitzt die in Erl wohlbekannte Claire Huangel.

Dazwischen gibt es die beliebten Silvester- und Neujahrskonzerte: An Silvester erklingt zweimal Musik vom Operettenkomponist Leo Fall, der sowohl rührselige Volksstücke („Der fidele Bauer“) als auch satirische Salonkomödien („Die Dollarprinzessin“) komponiert hat mit ziseliert-durchsichtigem Orchesterklang: „Ein Walzer muss es sein“ (aus seiner „Rose von Stambul“) an Silvester! Das Neujahrskonzert wird ebenfalls zweimal gegeben, auf dem Programm stehen eine Rossini-Ouvertüre, „Sheherazade“ von Nikolai Rimsky-Korsakov und vor allem italienische Lieder von Franceso Paolo Tosti, gesungen von Simone Mihal, Marvic Monreal und Carlos Andrés Cárdenas García.

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Natürlich darf die „Musicbanda Franui“ aus Osttirol nicht fehlen, diesmal mit einem „Mischmasch“-Programm aus Volks- und Schubert-Liedern am Dienstag, 29. Dezember. Ein spezielles Projekt ist am Sonntag, 3. Januar, die „Winterreise“ des Jazztrompeters Franz Hackl, der zusammen mit dem Posaunisten Dietmar Küblböck, dem Jazzpianisten Leo Genovese und dem Wiener Posaunenensemble Volkslieder revitalisiert und mit zeitgenössischen Musiktechniken erweitert. Und ein Familienkonzert bereitet am Montag, 28. Dezember um 15 Uhr die Bühnenmusik für „Peer Gynt“ von Edvard Grieg für junge und junggebliebene Zuhörer auf.

Die Corona-Regeln

Für alle Aufführungen gelten die derzeitigen Corona-Regeln: Um den Behörden ein schnelles Corona-Tracking zu ermöglichen, müssen die Namen und Telefonnummer von allen Konzertbesuchern aufgenommen werden. Die Karten sind nicht übertragbar, es gibt keine Abendkasse. Die bezahlten Karten können ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn im Foyer abgeholt werden. Ein Späteinlass bei den Veranstaltungen ist nicht möglich.

Maskenpflicht am Sitzplatz

Im gesamten Festspielhaus gilt Maskenpflicht, auch auf dem Sitzplatz im Konzertsaal. Vorstellungen und Konzerte finden derzeit ohne Pause statt, das Festspielbuffet ist derzeit geschlossen. Um die Abstandsregelungen auch während der Veranstaltung gewährleisten zu können, ist jeder zweite Sitzplatz im Saal blockiert.

Karten gibt es online unter karten@tiroler-festspiele.at oder unter Telefon 0043-5373-81000-20.

Der harte Lockdown und die Festspiele

Wie auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen betont wird, hofft Festspiel-Leitung,, dass alle Veranstaltungen stattfinden können.

Eine endgültige Entscheidung darüber werde kurzfristig getroffen und richte sich auch nach den coronabedingten Verordnungen, so Pressereferentin Angelika Ruge. Momentan befindet sich Österreich im zweiten harten Lockdown.

Die Opern-Proben beginnen offiziell am 7. Dezember. Karten für alle Veranstaltungen können aber schon jetzt telefonisch oder online gekauft werden.

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