Chor der Rosenheimer Erlöserkirche: „Miserere“-Chorkonzert zur Passion

Vier anspruchsvolle Werke erklingen in der Erlöserkriche durch den dortigen Chor, bereichert durch Instrumentalsätze aus Kantaten für Oboe und Orchester. re

Beim Passionskonzert des Chores der Erlöserkirche stehen am Samstag, 14. März, um 17 Uhr in der Erlöserkirche Rosenheim vier Werke aus Barock, Romantik und Gegenwart auf dem Programm.

Rosenheim – Beim Passionskonzert des Chores der Erlöserkirche stehen am Samstag, 14. März, um 17 Uhr in der Erlöserkirche Rosenheim vier Werke aus Barock, Romantik und Gegenwart auf dem Programm: Das „Miserere c-Moll“ von J. D. Zelenka, die Hymne „Hör mein Bitten“ von Friedrich Mendelssohn-Bartholdy, das „Stabat Mater in g-Moll“ von Josef Gabriuel Rheinberger sowie das „Pater noster“ von Peteris Vasks.

Kompositorische Fähigkeiten

Der aus Böhmen stammende Jan Dismas Zelenka (1679 bis 1745) wirkte die längste Zeit seines Lebens als Hofkomponist in Dresden. Er war bereits zu Lebzeiten von Bach wegen seiner hohen kompositorischen Fähigkeiten vielgeschätzt. Seit einigen Jahrzehnten wird sein zu Unrecht in Vergessenheit geratenes Oeuvre zunehmend wiederentdeckt. Manche Musikwissenschaftler bezeichnen ihn heute sogar als gleichrangiges Pendant zu Bach. Zelenkas „Miserere“ (Psalm 51: Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte) von 1738 ist ein Werk von großer Leidenschaft: In ihm kommt seine schöpferische Individualität zum Vorschein, in einer Tonsprache, die den heutigen Hörer tief zu ergreifen, mitunter aber auch zu irritieren vermag.

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Von der Anlage her ist die Hymne „Hör mein Bitten“ (1844) sehr den „Anthems“ des viktorianischen Englands nachempfunden und galt lange Zeit als bekannteste Komposition Mendelssohn-Bartholdys. Der lyrische Charakter des Werkes wird im Mittelteil durch ein dramatisches Frage-Antwortspiel von Sopransolistin und Chor unterbrochen. Das 1884 entstandene „Stabat Mater in g-Moll“ von Joseph Gabriel Rheinberger ist das kürzere und spätere seiner zwei „Stabat Mater“. Es entstand als Werk zur liturgischen Verwendung und weist einen nahezu zeitlosen Sakralstil auf. Das Werk beschreibt die Mutter Jesu in ihrem Schmerz um den gekreuzigten Jesus besonders anrührend. Das vierte Werk des Konzerts stammt aus der Feder des 74-jährigen Letten Peteris Vasks. Sein „Pater noster“ (Vater unser) hat klangmalerisch-meditativen Charakter. Vasks setzt das „Gebet des Herrn“ musikalisch in neomodalen Klangflächen um. Kontrapunktiert werden die vier Chorwerke durch Instrumentalsätze aus Kantaten für Oboe und Orchester von Bach.

Sehr kurze Vorbereitungszeit

In nur zweimonatiger Vorbereitungszeit hat sich der Chor an der Erlöserkirche diese vier anspruchsvollen Werke erarbeitet und führt sie mit der Begleitung des Seraphin-Ensembles München auf. Die Solopassagen bei Zelenka und Mendelssohn übernimmt Sopranistin Dagmar Gareis (Kolbermoor). Die Leitung hat Dekanatskantor Johannes Eppelein. Tickets sind an der Abendkasse im Gemeindehaus ab 16 Uhr erhältlich. Kinder, Schüler, Studierende und Behinderte erhalten rabattierte Karten.

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