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Wege aus der Grübel-Falle

Pfarrer Felix Leibrock erzählt von Hoffnung beim Chiemgauer Literaturfest „Leseglück“

Pfarrer Felix Leibrock
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Pfarrer Felix Leibrock bezog das Publikum bei seiner Online-Lesung im Rahmen des Chiemgauer Literaturfests „Leseglück“ mit ein.
  • VonKirsten Benekam
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Die wirklich wertvollen Dinge im Leben lernt der Mensch oft erst dann zu schätzen, wenn er sie verloren hat. Davon berichtet Pfarrer Felix Leibrock im Rahmen des Chiemgauer Literaturfests.

Rosenheim - Eine traurige Erkenntnis, die uns gerade zu Zeiten der Pandemie schmerzlich bewusst wird. Im Rahmen des Chiemgauer Literaturfests „Leseglück“ veranstaltete das Evangelische Bildungswerk Rosenheim-Ebersberg eine Autorenlesung mit Pfarrer Felix Leibrock.

Neben der leitenden Tätigkeit des Evangelischen Bildungswerks in München ist Leibrock Seelsorger bei der Bayerischen Bereitschaftspolizei und spricht das Format „Nachgedacht“ bei Antenne Bayern.

Geist der Gemeinschaft

Nachdem „Leseglück“ heuer nur in digitaler Form stattfinden kann, nutzten viele Literaturbegeisterte die Gelegenheit, sich per „Zoom“ miteinander zu vernetzen. Wenn auch der Bildschirm die wirkliche Begegnung nicht ersetzen kann, der Geist der Gemeinschaft nur ein virtueller ist, so ist es doch zu Corona-Zeiten die einzige Möglichkeit, kulturelle Erlebnisse zu teilen.

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Dabei nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, mit dem Autor ins Gespräch zu kommen, gestellte Fragen zu beantworten, die eigene Meinung kundzutun, oder zu hören, wie sich andere zur Sache äußern.

„Eine Erzählung für Hoffende“

Mit seinem im vergangenen Jahr veröffentlichten Buch „Wenn der Sommer kommt, tanzen die Träume“, schrieb Leibrock „Eine Erzählung für Hoffende“. Protagonistin des Buchs ist die 18-jährige Selma: frischgebackene Abiturientin mit einem Sack voller Träume und Lebenslust.

In der Hochphase ihres jungen Lebens verliert sie durch einen Autounfall das Augenlicht und infolgedessen den Lebensmut. Es folgt eine Phase des Rückzugs und der Depres sion, aus der sie zunächst schwer wieder hinausfindet.

Tausend Fragen gehen der jungen Frau durch den Kopf – sie wird zur Suchenden und beschließt auf für sie grundlegende Fragen Antworten zu finden: Warum ist das Leben so ungerecht? Warum ich? Woher nehme ich den Mut zum Leben? Und gibt es das Unsichtbare hinter den sichtbaren Dingen?

Entscheidende Wendung

Die Zufallsbegegnung mit der betagten Bewohnerin eines Seniorenheims und einem Altenpfleger gibt Selmas Leben eine entscheidende Wendung und helfen ihr langsam einen neuen Lebensentwurf zu gestalten und sich nach und nach aus der „Grübel-Falle“ zu befreien. „Um einen Menschen zu retten, genügt manchmal ein einziger anderer Mensch, der uns zum rechten Zeitpunkt begegnet.“

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Dieser heilsame Anstoß kann dem vermeintlichen Übel die lähmende Wirkung nehmen. Vertrauen aufbauen, Hilfe annehmen und das Unabwendbare annehmen, sind für Menschen nach Schicksalsschlägen Voraussetzungen dafür, einen Per spektivenwechsel zu vollziehen: „Aus Schwächen Stärke entwickeln“ ist, wie es aus Leibrocks Buch hervorgeht, eine wirkungsvolle Möglichkeit, „sich sein Leben zurückzuholen.“

Während der digitalen Leseglück-Veranstaltung gelang es dem Autor, seine Zuhörer immer wieder aktiv ins Gespräch mit einzubeziehen. Seine Intention, betroffenen Menschen mit seinem Buch den Weg aus der Lebenskrise zu erleichtern, kommt gerade in Pandemiezeiten im rechten Moment. Im übertragenen Sinn auf Selmas Geschichte, könnte etwa der ein oder andere Mensch auch in Bezug auf Corona durchaus den Blick auf die Kehrseite der Medaille richten: Es gibt nichts Schlechtes, was nicht irgendwie auch Gutes in sich birgt – also unseren (Alb-)Träumen wieder zu (Freuden-)Tänzen verhilft.

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