Chiemgaubilder von Balwé bis Wopfner

„Bauerngarten mit Kampenwand“ von Greta Fischer aus der aktuellen Ausstellung im Exterhaus.  : Giesen
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„Bauerngarten mit Kampenwand“ von Greta Fischer aus der aktuellen Ausstellung im Exterhaus. : Giesen

Seit 13 Jahren eröffnet alljährlich die große Ausstellung „Kunst im Chiemgau – Malerei und Grafik von Balwé bis Wopfner“ die Ausstellungssaison im Exter-Kunsthaus im Überseer Ortsteil Feldwies. Schon im Eingangsbereich des Exterhauses empfangen den Besucher schöne kleine Bilder des Marquartsteiner Malers Georg Beyer und des Priener Künstlers Paul Paulus.

Gezeigt werden über 90 Bilder aus dem 19., 20. und 21. Jahrhundert. Überwiegend lebten die Künstler rund um den Chiemsee oder hielten sich zu Studienaufenthalten wochenlang hier auf. Denn schon vor 200 Jahren bis heute hat die Chiemseeregion Maler magisch angezogen und zu bezaubernden Bildern inspiriert. Die Präsentation ist in Zusammenarbeit mit der Galerie Wichmann aus Bernau und privaten Leihgebern entstanden.

Am Treppenaufgang sind die besonderen Landschaftsbilder in starken Farben des vor drei Jahren gestorbenen Malers Ernst Haas besonders beachtenswert. In den einzelnen Räumen im ersten Stock sind unter anderem beeindruckende Gemälde von Arnold Balwé, Theodor von Hötzendorff, Werner von Houwald oder Greta Fischer zu sehen.

Ein Schwerpunkt liegt heuer auf der Aktmalerei. Da gibt es die modernen Aktbilder des 1946 geborenen Christian Peschke und im Gegensatz dazu romantische Halbakte von Mathias Paul Padua (1903 bis 1981), wie den in rosarotes Licht getauchtes „Im Ankleidezimmer“ oder daneben die hübschen Zeichnungen von Willibald Demmel (1914 bis 1989).

Faszinierend sind die lebendigen kolorierten Zeichnungen und Lithografien von Leo von Welden. Der Künstler, der als Vertreter des expressiven Realismus gilt, wurde 1899 in Paris geboren und starb 1967 in Bad Feilnbach.

Gezeigt werden Bilder in vielen Techniken, Öl, Aquarell, Tempera, Mischtechniken und Zeichnungen von berühmten Chiemseemalern und denen der Münchner Schule. Darunter sind so bekannte Namen wie Constantin Gerhardinger, Alfred Haushofer, Eugen Croissant, Albert Stagura, Otto Miller-Diflo, Joseph Wopfner und viele andere.

Kleine Kostbarkeiten sind auch in der Vitrine zu finden: eine bemalte Postkarte von Karl Raupp (1837 bis 1918), zartfarbige Ansichten des Chiemsees von Rudolf Sieck, Heinrich Heidner und Hermann Le Suire oder Zeichnungen in Tusche oder Bleistift von Joseph Wopfner wie „Kranker Bub“ oder Szenen in einem Wirtshaus als Entwurf zu einem Genrebild.

Die Besucher können natürlich auch wieder die besondere Atmosphäre des großen Atelierraumes genießen, wo, wie immer, über 30 Werke von Julius Exter ausgestellt sind. Auch die in großer Zahl ausliegenden antiquarischen Bücher laden zum Schmökern ein.

Bemerkenswert ist beim Gang durch die historisch perfekt und liebevoll renovierten Räume des Hauses der Blick aus den kleinen Fenstern in den wunderschönen, vom damaligen Hausherren Exter so angelegten Garten. Er wird von der Leiterin des Hauses, Monika Kretzmer-Diepold, mit Hingabe gepflegt, sodass das Haus trotz stetig steigender Besucherzahlen in den letz-ten 36 Jahren – seit es als Galerie und Museum eingerichtet wurde – nichts von seiner persönlichen Atmosphäre verloren hat.

Im kleinen Ateliergebäude findet während der Öffnungszeiten der Ausstellungen ein Antik- und Trödelmarkt mit Kunst und Krempel vieler Art statt, dessen Erlös dem Exter-Haus zugute kommt.

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 5. Juni, täglich von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Für Gruppen sind nach Anmeldung unter Telefon 0 86 42/89 50 83 auch andere Öffnungszeiten möglich.

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